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1st-Year Head Coach & Rookie-Quarterback – Etwas Besonderes

1ST-YEAR HEAD COACH & ROOKIE-QUARTERBACK – ETWAS BESONDERES

Mit der Ernennung eines Head Coaches, welcher bislang noch nie in dieser Position agierte, geht auch viel Ungewissheit einher. Für jede Franchise ist das etwas besonderes. Ohne das Vertrauen der eigenen Franchise, hätte es der bisherige Assistenz- oder Collegetrainer schließlich nicht zum Head Coach in der NFL geschafft. Ebenso ist auch das Draften des zukünftigen Franchise-Quarterbacks etwas ganz besonderes. Schließlich soll der Youngster das zukünftige Aushängeschild des Teams werden. Was ist aber, wenn die seltene Kombination aufkommt, dass man im gleichen Jahr einen First-Year Head Coach verpflichtet und gleichzeitig einen Rookie Quarterback gedraftet hat? Diese Spielzeit ist in diesem Bezug etwas ganz besonders. Wir werfen einen Blick drauf. 

DREI TEAMS 2021

In diesem Jahr gibt es drei (!!!) Teams welche mit einem neuen Head Coach in die Saison gehen und einen Rookie Quarterback gedraftet haben. Wobei man wahrscheinlich ein Team etwas ausklammern muss. Die Houston Texans haben mit David Cullen (55) einen erfahrenen Assistenztrainer zum Hauptübungsleiter ernannt. Obwohl das Team eigentlich mit Deshaun Watson (25, QB) gut auf der Spielmacher Position aufgestellt ist, hat man sich in der 3. Runde des diesjährigen Drafts für einen weiteren Quarterback entschieden. Davis Mills (22, QB) kommt von der University of Stanford und soll den Kader auf dieser Position vertiefen. Sollte alles in gewohnten Bahnen verlaufen, wird Mills aber kaum Snaps in seinem ersten Jahr sehen.

Watson soll schon vor Monaten um die Freigabe bzw. einem Trade gebeten haben. Urplötzlich wurde dann jedoch eine Klagewelle gegen den 25 jährigen losgetreten. Es soll zu diversen sexuellen Übergriffen durch den Starspieler gekommen sein. Hierauf wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen. Fakt ist aber, dass in Folge dieser Vorwürfe kein Trade zustande kam und auch alle vermeintlich interessierten Teams großen Abstand von einer Verpflichtung genommen haben. Was mit dem Spieler passiert, steht aktuell noch in den Sternen. Auch die NFL möchte bezüglich einer potenziellen Sperre, zunächst das weitere Verfahren abwarten. Angesichts der Ungewissheit, hat das Team offenbar in Form des Drafts von Mills reagiert. Rein sportlich gesehen wird jedoch kein Weg an Watson vorbei führen. Ob wir also über die Rookie-Kombination zwischen Cullen und Mills sprechen werden, ist abhängig von diversen Dingen außerhalb des Platzes rund um die Person Watson. Anders schaut es hingegen bei den Jacksonville Jaguars und New York Jets aus.

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Die Jacksonville Jaguars stehen mit ihrem Rookie-Duo schon weitaus deutlicher im Fokus. Urban Meyer (56) hat zwar bereits als Head Coach Erfahrung, allerdings im College Bereich. In die NFL hatte sich der 56 jährige bislang noch nicht getraut. Nicht mal als Assistenz Coach hat Meyer den Sprung in die NFL gewagt. Viele sind daher nicht wenig Überrascht, dass er nun nach 17 Jahre College Head Coach Erfahrung und zwei jähriger Pause, ausgerechnet jetzt den Schritt in die NFL geht. Mit den Jaguars hat er sich auch gleich eine ordentliche Herausforderung gesucht. Das Team aus Florida konnte letztes Jahr nur ein Spiel gewinnen und durfte somit als erstes im diesjährigen Draft picken. Hier setzte das Team wenig überraschend auf einen Quarterback. Trevor Lawrence (21, QB) soll der zukünftige Heilsbringer für die Franchise werden. 

Anders als Meyer hat sich Robert Saleh (42, HC) seine Sporen in der NFL verdient. Als Defensive Coordinator war er maßgeblich am Super Bowl Run der San Francisco 49ers vor zwei Jahren beteiligt. Ich selbst halte sehr viel von Saleh und bin daher sehr neugierig wie er sich am „Big Apple“ schlägt. Weil die Jets nur ein spiel mehr als die Jaguars gewannen, durften sie folglich an 2. Stelle im Draft auswählen und entschieden sich für Zach Wilson (21, QB). Wilson wird ähnlich groß im Fokus stehen wie Lawrence, mit dem er mehr oder weniger in dieser Spielzeit verglichen werden wird. Die Kombination zwischen Rookie Head Coaches und Rookie Quarterbacks kommt nicht jedes Jahr vor. Das es dieses Jahr voraussichtlich zwei und ggf. sogar drei dieser Kombinationen geben wird, ist da schon etwas ganz Besonderes.  

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(ÜBER-)BEWERTET NICHT DAS ERSTE JAHR

Wir wissen alle, dass Rookie-Spieler Fehler machen. Gerade auch auf der Quarterback Position sind Fehler teil des Fortschrittes. Das Niveau der NFL ist nicht mit jenem im College zu vergleichen. Manch einer kommt damit auf Anhieb besser klar als andere. Ebenso ergeht es auch den Rookie Head Coaches. Ein Unterschied zwischen den Coaches und Spielern ist einfach der, dass man die Fehler der Spieler deutlicher sieht. Wirft ein Spieler eine vermeidbare Interception, ist das etwas was wir unmittelbar sehen. Wird ein Team aber taktisch in der Woche zuvor komplett falsch eingestellt, dann bekommen wir das nicht unbedingt direkt mit. Auch bei schlechten Calls oder Gameplans wird schon ein gewisses „Know-How“ abverlangt. Seit euch also sicher, dass auch unsere „Neulinge“ am Spielfeldrand im Verlauf der kommenden Saison viel lernen werden.

Daher kann ich nur eines sagen: (Über-)Bewertet nicht das erste Jahr! Auch wenn man zumeist einen Effekt spüren wird, ist dies nicht immer so der Fall. Nicht jeder kann erwarten das Head Coach und Quarterback in ihrem ersten Jahr in der Liga das Team von einer 2 – 14 – 0 Mannschaft, wie Chuck Pagano (60) und Andrew Luck (31, QB) 2012, zu einem 11 – 5 – 0 Playoff Team transformieren. Hier sprechen wir schon von einer Ausnahme. Orientieren sollte man sich dann doch eher an kleinere Erfolge wie z.B. die Carolina Panthers 2011 mit Ron Rivera (59, HC, Football Team) und Cam Newton (32, QB, Patriots). Nach einer katastrophalen 2 – 14 – 0 Saison, erzielte man ein beachtliches Ergebnis mit sechs Siegen zu zehn Niederlagen! 

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Am wichtigsten sind einer Franchise langfristiger Erfolg und konstante Leistungen. Wie das erste Jahr am Ende war, wird niemanden mehr interessieren, wenn man später Erfolg hat. Hier kann man als Beispiel Hall of Fame Head Coach Jimmy Johnson (77) und Hall of Fame Quarterback Troy Aikman (54, QB) anführen. Im ersten Jahr der beiden, holte das Duo nur einen einzigen Sieg. Beendet wurde die gemeinsame Zeit mit insgesamt zwei Super Bowl Siegen! Ähnliches würden die Verantwortlichen der Jacksonville Jaguars, als auch der New York Jets sofort unterschreiben. 

ERWARTUNGEN 2021

Wenn ich nun mal genauer über die Saison 2021 nachdenke, dann schätze ich die Jaguars und auch die Jets stärker ein als noch vor der letzten Saison. Die Houston Texans möchte ich hier etwas raus nehmen. Wie bereits geschrieben, wird Mills vermutlich wenig Spielzeit bekommen. Sollte er Wiedererwarten doch zum Zuge kommen, dann werden die Texans zumindest auf der Quarterback Position schlechter dran sein als noch vor einem Jahr. Allerdings ist dann doch die Frage, wie viel schlechter der 4 – 12 – 0 Record aus 2020 noch werden kann? Bei Jacksonville schaut da die Geschichte ganz anders aus. Hier traue ich Lawrence durchaus zu, schon in seinem ersten Jahr etwas auf die Beine zu stellen. Die Tools bringt er hierfür definitiv mit. Ein Fragezeichen sehe ich aber noch hinter seinem Head Coach. Auch wenn Meyer sehr erfolgreich im College gearbeitet hat und weiß wie es ist die Verantwortung zu tragen, kann ich derzeit noch nicht einschätzen, wie viel er aus seiner College-Zeit in Jacksonville etablieren will. Nicht selten gibt es gerade ältere Veteranen die mit dem „neumodischen“ Collegespiel nichts anfangen können. Trotzdem dürfte das dem Spielmacher als solches nicht unbedingt schaden. Da Meyer’s Spezialität im Offensivbereich liegt wird er den Youngster sicherlich einiges mit auf den Weg geben.

Bei den New York Jets ist es dann aus meiner Sicht genau umgekehrt. Hier traue ich Robert Saleh als solchen in seinem ersten Jahr eine gute Spielzeit zu. Der Head Coach weiß wie man eine Defensive führt und wie wichtig sie für das Spiel ist. Das könnte gerade auch für den jungen Wilson sehr profitabel sein. Gerade als Rookie ist man für jede Hilfe dankbar. Da wäre eine gut funktionierende Verteidigung auf die man vertrauen kann Goldwert. Allerdings wissen wir auch aus jüngster der Vergangenheit, dass man als guter (Defensiv-)Koordinator nicht auch gleichzeitig ein guter Head Coach sein muss. Den Spielmacher Zach Wilson als Individuum betrachtet, sehe ich dagegen als Wackelkandidaten. Lawrence hat die Nase hier deutlich vorn, vorallem was die Reife auf dem Platz angeht. Wilson wird sicherlich mehr Hilfe von seinem Head Coach brauchen als das bei Trevor Lawrence der Fall sein wird. Ich bin sehr gespannt was die beiden Teams letztlich auf das Grün zaubern. Vor allem auch wo sie langfristig stehen werden. Hier noch mal kurz meine recht „frühen“ Predictions für 2021. Wobei ich mich auch gerne eines besseren belehren lasse.

TeamLetzte SaisonPrognose 2021
Jacksonville Jaguars1 – 15 – 05 – 12 – 0
New York Jets2 – 14 – 04 – 13 – 0

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