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Baltimore Ravens – Falsche Prioritäten

BALTIMORE RAVENS – FALSCHE PRIORITÄTEN

Die Ravens haben es geschafft sich zu einem Team zu entwickeln, die jedes Jahr gute Chancen auf die Playoffs haben. Nur da möchte der Rabe aktuell nicht wirklich weiter fliegen. Und auch in diesem Jahr konnte man in den Playoffs nicht fortführen, was man in der regulären Saison getan hat. Natürlich spielt hier auch etwas Pech mit rein, doch irgendwie ist es schon auffällig, dass es in den Playoffs nicht so klappen möchte. Nun stehen wichtige Entscheidungen bevor, die über die Zukunft des Teams entscheiden werden.

Verletzungspech

Irgendwie ist es schon auffällig, dass die Ravens mit so vielen Verletzungen zu kämpfen haben. Zum Glück kommen die Zahlen nicht an die des letzten Jahres ran, doch nun, am vergangenen Wochenende musste man schon wieder ohne Star-Quarterback Lamar Jackson (26) antreten. Insgesamt konnte man ein starkes Spiel abliefern und alle Erwartungen gegen die Cincinnati Bengals übertreffen. Eigentlich hat man hier nicht mal erwartet, dass es brenzlich für die Bengals werden könnte, doch am Ende haben die Ravens alles gegeben und man kann nur vermuten, was passiert wäre, wenn sie mit ihrem eigentlichen Passgeber aufgelaufen wären. Denn sein Ersatz Tyler Huntley (QB,24), machte kurz vor der Endzone einen Spiel entscheidenden Fehler, den Jackson vermutlich nicht gemacht hätte. Aber auch während der Saison musste man oftmals auf wichtige Spieler verzichten.

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Offense

Die Offensive steht recht solide da. Aber man ist eben keine top-Offense. Hierzu fehlen ganz klar Passempfänger. Ihren besten Receiver, Marquise Brown (25) haben sie im letzten Draft an die Arizona Cardinals abgegeben. Doch so richtig Ersatz für ihn konnte man nicht finden. Am ende der Saison hatte man keinen Receiver der Bälle für über 500 yards fangen konnte. Ein sehr erschreckender Wert. Die Hoffnung vor der Saison war ganz klar Rashod Bateman (WR,23). Der junge, talentierte Spieler wurde stark gehyped, doch hatte, Ravens typisch, sehr schnell Verletzungsprobleme und kann vom diesem Jahr gerade mal von 15 gefangenen Bällen sprechen. Aber auch Devin Duverney (WR,25) musste mit Verletzungsproblemen kämpfen und kommt gerade mal auf 37 gefangene Bälle für knapp 400 yards, was Bestwert bei den Ravens Wideouts ist.

Die offensive-Line kann sich sehen lassen. Nachdem sie auf der Suche nach einem neuen Center waren, wählten sie im Draft Tyler Linderbaum (22), der nun sehr gut in der Liga angekommen ist und seinen Job gut macht. Insgesamt machen die Jungs an der Line of Scrimige einen super Job und gehören zu den Top Blockern in der Liga.

Sehr gut besetzt sind auch die Tight Ends. Darunter natürlich die Lieblings Anspielstation, Mark Andrews (TE,27). Er musste allerdings auch ein wenig zurück stecken, wenn man die Zahlen mit den Jahren davor vergleicht. Was eigentlich verwunderlich ist, da er durch die fehlenden Passempfänger eigentlich noch mehr Bälle in seine Richtung bekommen müsste. Wer sich ganz gut machte, war Isaiah Likely (TE,22), Ihn wählte man im vergangenen Draft mit hohen Erwartungen aus und er konnte bereits einige Highlights zeigen. Wenn er sich gut entwickelt, könnte er der Nachfolger von Andrews werden.

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Ein Fragezeichen bleibt nach wie vor das Backfield. Es kristallisiert sich nicht klar heraus, wer der erste Runningback ist, was auch an Verletzungen liegt. Mal trägt der eine den Ball im nächsten Spiel wieder ein anderer. Mit J.K. Dobbins (RB,24) hat man eigentlich einen vielversprechenden Ballträger, doch dieser konnte in diesem Jahr in gerade mal acht Spielen auflaufen, nachdem er bereits die vergangene Saison komplett verpasste. Aber auch Gus Edwards (RB,27) konnte trotz Abwesenheit von Dobbins nicht wirklich überzeugen. Er konnte genauso wie sein Teamkamerad nur die hälfte der Saison spielen und ebenfalls nur knapp über 500 yards erlaufen.

Defense

Vor der Ravens Defense sollte man wirklich etwas Angst haben. Diese steht nämlich sehr gut da. Vor allem das Middle-Linebacker-Duo aus Patrick Queen (23) und Roquan Smith (25), den man von den Bears ertraden konnte, stellen ein starkes Grundgerüst. Sie sind der Motor der Verteidigung und überall auf dem Feld zu sehen. Vor allem der jüngere der beiden macht richtig Spaß beim zuschauen und wird auch in Zukunft eine starke Säule für die Ravens sein.

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Eine Reihe dahinter ist allerdings ein großes Fragezeichen. Die Safetys haben in diesem Jahr etwas enttäuscht. Von einem Marcus Williams (SS,26) hatte man eigentlich sehr viel erwartet, doch bis auf 4 abgefangenen Bällen sticht hier kein Wert heraus. Neben ihm wollte man im Draft mit Kyle Hamilton (FS,21) die Zukunft verpflichten, doch irgendwie kam er nie so richtig in der Liga an und war vermehrt nicht mal mehr Starter. Da kann man nur hoffen, dass der noch sehr junge Athlet noch etwas Zeit und Erfahrung braucht.

In der Defensive Line fehlt ein wenig ein Playmaker. Einer der heraus sticht und auffällige Zahlen aufs Papier bringt. Durch eine Verpflichtung von Jason Pierre-Paul (LB,34), der 2021 mit den Tampa Bay Buccaneers den Superbowl gewinnen konnte, wollte man hier ein Zeichen setzen und vor allem durch seine Erfahrung profitieren. Doch das ganze hat nicht so geklappt wie man wollte. Gerade mal 3 Sacks konnte er erzielen. Aber auch Calais Campbell, der bereits 36 Jahre alt ist, konnte gerade mal 5,5 den gegnerischen Passgeber mit Ball hinter der Line of Scrimmage zu Boden bringen. Problem dabei ist, dass dies sogar der beste wert in der Mannschaft ist, was natürlich viel zu wenig ist.

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Zukunftsaussichten

Die Ravens haben sich zu einem winning-Team entwickelt, doch nun muss man aufpassen, dass man dieses auch zusammen hält. Lamar Jackson fordert schon länger sein verdientes Geld und muss nun bezahlt werden. Nun entschied man sich aber erstmal Roquan Smith einen fetten Vertrag zu geben. Nun stellt man sich die Frage ob da noch genug Geld für ihren Star Quarterback bleibt. Auf viel verzichten wird er wohl nicht wollen, nachdem er sowieso schon im letzten Jahr auf seinen großen Vertrag verzichten musste.

Auf jeden Fall muss man sich um Anspielstationen kümmern, denn hier sind große Lücken zu füllen. Man braucht einen klaren ersten Receiver, der am besten schon Erfahrung mit sich bringt, um den jungen Passempfängern unter die Arme zu greifen.

Insgesamt fehlt dem Team etwas Tiefe. Und das liegt auch mal wieder an Verletzungen, denn während der Saison kann man einfach nicht wirklich frische Beine aufs Feld bringen, wenn die Stars mal eine Pause brauchen.

Das wichtigste sollte aber vorerst sein, Lamar Jackson zurück zu bringen, denn ohne ihn sieht es im nächsten Jahr in der starken AFC schwer aus mit Playoffs. Und vermutlich wird er sich nach einem neuen Team umschauen, wenn ihm das Geld nicht passt. War das ganze mit Smith vielleicht eine falsche Priorität? Denn nun steht man vor einem größeren Problem als einem zweiten starken Linebacker. Vielleicht einen neuen Quarterback zu benötigen. Vielleicht steht ja sogar ein kleiner Rebuild bevor?

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