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Baltimore Ravens – Mit Starkem Finish Richtung Playoffs?

Baltimore Ravens – Mit Starkem Finish Richtung Playoffs?

Vor gar nicht all zu langer Zeit gehörten die Baltimore Ravens zu einer wahren Macht in der AFC. In den vergangenen 15 Jahren schafften es in der American Football Conference nur sehr wenige Teams auf Augenhöhe mit den New England Patriots. Die Ravens waren dies, zumindest für eine Zeit lang. Folgerichtig gewann man nach mehreren missglückten und knapp gescheiterten Versuchen in der Saison 2012 den Super Bowl. Danach folgten durchwachsene Spielzeiten. Auch 2017 droht nun eine Spielzeit zu werden, welche am Ende des Jahres mit dem letzten Spiel der regulären Saison endet. Es sei denn, die Ravens schaffen ein starkes Finish um doch noch einen Platz in der Postseason zu ergattern.

Leichtfertige Niederlagen

In dieser Saison dachte man zunächst, ja die Ravens werden wieder ein Wörtchen um die Playoff Plätze mitreden. Danach folgten aber recht schwankende Ergebnisse. Gegen mögliche Playoff-Gegner wie den Jacksonville Jaguars (5 – 3 – 0) und Pittsburgh Steelers (6 – 2 – 0) musste man wahre klatschen einstecken (7 – 44 & 9 – 26). Also mit Teams wo man sich eigentlich auf einer Augenhöhe begegnen wollte.

Hinzu kommen noch überflüssige Niederlagen wie jene in der Verlängerung gegen die Chicago Bears (3 – 5 – 0). In der NFL darf man sich keine Malheure leisten, möchte man am Ende zu den Besten Teams gehören. Dafür ist die Liga einfach zu stark und zu eng beieinander. Auch jetzt verabschieden sich die Ravens mit eine Niederlage in die Bye Week. Die 23 – 20 Niederlage bei den Tennessee Titans (5 – 3 – 0 ) war auch unnötig und hätte nicht sein müssen.

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Man fand mal wieder aus Sicht von Baltimore zu spät ins Spiel. Wer erst im letzten Quarter aufwacht darf sich nicht wundern wenn man bis dahin schon mit 10 Punkten zurückliegt. Es ist nicht neu, dass die Ravens bis zum vierten Quarter kaum etwas auf die Beine bekommen. Vor allem in der Offensive hat man noch gehörig Luft nach oben. Wäre man gegen die Minnesota Vikings (6 – 2 – 0) etwas kaltschnäuziger gewesen, hätte man die 24 – 16 Niederlage ebenfalls abwenden können.

Auch hier hat man bis zum letzten Quarter nur drei Field Goals zustande gebracht. Blickt man hier noch zwischen die Zeilen, erkennt man, dass die 48, 57 und 47 Yard Field Goals alle samt aus sehr großer Distanz erzielt wurden. Dementsprechend musste der Kicker Justin Tucker (27, Ravens) mehr als ein Mal sein ganzes Können aufbieten. Warum ich ausgerechnet dieses Spiel und die drei Field Goals hervorhebe? Nun, sie zeigen ganz einfach wie dieses Jahr die Offensive der Ravens funktioniert.

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Kaum Yards = Lange Field Goals

Mit 21.1 Punkten pro Spiel gehört man zum Mittelmaß der Liga. Das heißt im Scoren an sich ist Baltimore solide. Schaut man sich die Yards an welche sie pro Spiel erzielen, dann schaut das schon ganz anders aus. 286.6 Yards pro Spiel bedeuten NFL Rang 30! Zu den ganz harten Fakten gehört nun noch, dass das Laufspiel aber zur Ligaspitze gehört. 120.9 Yards bedeutet NFL Rang 8! Somit lässt sich nun ganz klar die Schwachstelle ausmachen, das Passspiel!

Das zweitschlechteste Team der Liga in diesem Bereich macht zu wenig Plays in der Luft. Dies ist natürlich gravierend. Gerade in Situationen wo man einen weiten Weg in die Endzone hat, geht der Drive oftmals vorzeitig zu Ende. Pro Passversuch schaffen die Ravens 4.8 Yards, das ist mit abstand der schlechteste Wert der Liga! Zum Vergleich, die # 1 der Liga schafft 8.1 Yards und sind nebenbei erwähnt die Los Angeles Rams.

Um den Bogen wieder etwas zurück zu spannen. Justin Tucker musste eben aufgrund der geringen ausbeute an Yards 12 seiner 20 Field Goal Versuche über 40 Yards kicken. Das sind 60 %! ¼ davon sind sogar über 50 Yards gewesen! Man darf hier also ganz klar sagen, ohne dem Kicker wären die Ravens wohl schon längst aus dem Playoff Rennen ausgeschieden. Die Touchdownausbeute lässt nicht selten zu wünschen übrig.

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Machbares Restprogramm

Warum man die Baltimore Ravens aber trotzdem noch nicht abschreiben darf? Man hat ein machbares Restprogramm. Während man diese Woche die Beine wegen der Bye Week hochlegen darf, muss man danach zum schweren Auswärtsspiel bei den Green Bay Packers (4 – 4 – 0) ran. Hier muss man aber auch erwähnen das Green Bay nach der Verletzung von Quarterback Aaron Rodgers (33) mehr als nur angeschlagen ist. Hier scheint ein Sieg nicht unmöglich.

Danach folgen drei Spiele gegen Ambitionierte Playoff Teams wo man sich möglichst gut aus der Affäre ziehen muss. Ein Vorteil ist, man darf zu Hause gegen die Houston Texans (3 – 5 – 0) und Detroit Lions (4 – 4 – 0) spielen, ehe man noch zum Divisions Rivalen Pittsburgh reisen muss. Zum Abschluss folgen drei Spiele die man dann einfach gewinnen muss. Die Cleveland Browns (0 – 8 – 0), Indianapolis Colts (3 – 6 – 0) und Cincinnati Bengals (3 – 5 -0) sollte man allesamt schlagen um die Playoffs dann doch noch klar zu machen.

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Verlassen kann man sich hier auf seine Verteidigung, hier sind die Ravens nämlich wie schon so oft in den vergangenen Jahren eine der Topadressen der Liga! Viele der noch zu absolvierenden Gegner haben ohnehin Probleme im Bereich der Offensive. Da ist es natürlich gut das man eine Verteidigung hat die gegen den Pass die drittbeste der gesamten Liga ist. Mit 19.0 Punkte im Schnitt belegt man auch einen guten siebten Rang. Möglicherweise sind es dann die Defense und Tucker die das Team in die Playoffs tragen müssen aber am Ende fragt halt auch kein Mensch wie man es dort hin geschafft hat.

Kommt dann aber endlich der Januar, so muss man sich einfach auf die ID der Franchise verlassen. Man kann von den Ravens halten was man will, aber sie sind eine Playoff Mannschaft! Beginnt der Januar, dann scheint es so, als ist für die Franchise alles möglich. Dann mutiert auch Quarterback Joe Flacco (32, Ravens) von einem soliden Regular Season Quarterback zu einem Elite Quarterback! Wäre dann auch nicht das erste Mal, wenn die Franchise in den Playoffs für Furore sorgt.

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