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Buffalo Bills – Heilsbringer Josh

BUFFALO BILLS – HEILSBRINGER JOSH

Nach 25 Jahren ohne Divisionsieg, sieht die Lage der Bills dieses Jahr zum ersten Mal sehr gut aus und sie werden die AFC East gewinnen. Doch hinter diesem Erfolg, steckt mehr als man sieht. Unzählige Wechsel von Coaches und Leistungsträgern liegen hinter Buffalo, jedoch sieht das Head-Coach / Quarterback Duo 2020 für längere Zeit vielversprechend aus. Doch wie entstand dieses Team, welches in der AFC vermutlich mit Kansas City um den SuperBowl-Einzug konkurrieren wird? Alles fing 2017 an, als das erwähnte Duo zum ersten Mal aufeinander traf.

Anfänge von Allen und McDermott

Headcoach Sean McDermott (46) übernahm die Buffalo Bills 2017, nachdem Rex Ryan nach zwei schwächeren Saisons entlassen wurde. Nach 16 Jahren Flaute, erreichte er im ersten Jahr schon die Playoffs mit Tyrod Taylor (QB,31) under-center. Klar war aber, dass dieser kein Starter für längere Zeit werden sollte. Im NFL-Draft 2018 hatte, man einige Picks und es sollte der Quarterback der Zukunft ausgewählt werden. Man tradete beide Erstrundenpicks für Erstrundenpicks anderer Teams und besaß am Ende den 7. Pick (via Tampa Bay) sowie den 16. Pick (via Baltimore). In einem Draft, in welchem fünf Quarterbacks in der ersten Runde ausgewählt wurden, war das Potential augenscheinlich groß. Jedoch hatte man im Endeffekt nur eine Wahl zwischen zwei Ballverteilern, da Mayfield (25) auf 1 zu den Browns und Darnold (23) auf 4 zu den Jets ging. Das Risiko mit Lamar Jackson (23) schien zu groß und so blieben Josh Rosen (23) und Josh Allen (24) übrig. Rosen war ein typischer Game-Manager, der wenig Risiken einging, aber auch nur ein bestimmtes Potential hatte. Allen hingegen war ein Gunslinger mit einem unglaublich starken Arm, jedoch ging er oft zu viele Risiken ein und musste noch mehr geschliffen werden. Sein Potential lag aber um einiges über dem von Rosen, weshalb sich das Franchise für ihn entschied.

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Das erste Jahr startete aber alles andere als gut. Allen warf in 11 Spielen für nur knapp über 2000 Yards, 10 Touchdowns, 12 Interceptions mit nur 53% Completion-Percentage. Hoffnung machten jedoch seine Ansätze im Laufspiel. Er kam auf 631 Yards und 8 Touchdowns. Insgesamt beendeten die Bills das Jahr mit einem Rekord von 6-10-0 und dem dritten Platz in der AFC East. Die Devise bestand nun daraus, weitere Waffen um Allen zu vereinen und ihm so viel Unterstützung wie möglich zu geben. Der Plan ging auf und man verpflichtete Cole Beasley (WR, 31) und John Brown (WR, 30). Im Draft verstärkte man die anderen beiden Skillpositions mit den Drittrundenpicks Devin Singletary (RB, 23) und Dawson Know (TE, 24). Auch die Line wurde mit Free Agents verbessert (most notable: Mitch Morse, Spencer Long und Cody Ford). Die Verbesserungen zeigten sich auch an seinen Stats: 3089 Yards, 20 Touchdowns, 9 Interceptons und eine 59% Completion-Percentage bei gleichen Laufleistungen. Das Team war im Allgemeinen erfolgreich. Mit einem 10-6-0 Rekord musste man sich nur New England geschlagen geben und erreichte dennoch die Playoffs. Die Offense erfüllte ihren Job, doch der Hauptgrund für die gute Saison, war die Defense, angeführt von Tre White (CB, 25) mit sechs Interceptions und Tremaine Edmunds (ILB, 22) mit 115 Tackles, welche die zweitbeste der Liga war. Nach einem starken Spiel in der Wild Card Round verlor man unglücklich in Overtime gegen die Houston Texans.

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Saison 2020

Das Jahr 2020 hat das Potential eines der besten der Vereinsgeschichte zu werden. Die New York Jets sind am Tiefpunkt der Franchisegeschichte. Die Dolphins sind noch im Aufbau  und die amtierenden AFC East Champions aus New England, haben Tom Brady und viele Schlüsselspieler in OLine und Defense verloren. Um Josh Allens Entwicklung weiter zu unterstützen, machte man einen der größten Moves der ganzen Offseason. Man tradete den eigenen Erstrundenpick für Star Receiver Stefon Diggs (WR, 27). Seit langem hat man in Buffalo nun wieder einen wahren Nummer 1 Ballfänger. In der zweiten Runde wählte man noch A.J. Epenesa (DE, 22) aus Iowa aus, welcher die DLine verstärken sollte. 

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Man startete stark in das Jahr hinein und holte sich vier Siege, gegen starke Teams wie z.B die Dolphins, Raiders und Rams. Allen war vielversprechend und überzeugte mit 12 Touchdowns zu einer Interception. Jedoch spielte man in den zwei darauffolgenden Wochen gegen die zwei besten Teams der AFC vom letzten Jahr. Man verlor gegen die Titans hoch und auch die Chiefs siegten sicher. Man regenerierte sich gegen die Divisionrivalen aus New York und New England wieder und setzte in Woche 9 einen Statement-Sieg gegen die Seattle Seahawks, welche als starker Playoffkandidat galten. Ab diesem Zeitpunkt und mit einem 7-2 Rekord, hatte die Bills jeder auf dem Schirm. In Arizona ereignete sich jedoch ein Wunder, welches den Bills zum Verhängnis wurde. Man ging kurz vor Schluss in Führung und war sich siegessicher, doch mit wenigen Sekunden auf der Uhr schaffte der 2019 First-Overall Pick Kyler Murray (QB, 23) eine Hail-Mary in der Endzone anzubringen und das Spiel in letzter Sekunde zu gewinnen. Deprimiert ging es in die wichtige Bye-Week. Interessant ist, dass die Defense, welche sie  letztes Jahr zum Großteil getragen hat, eher mittelmäßig spielt, während die Offense rund um Allen, Diggs, Beasley und Singletary eine Macht darstellt. Nach der freien Woche gewann man leicht gegen die Chargers und 49ers, welche beide eher durchwachsene Saisons hinter sich hatten, und ging auf eine Woche 14 zu, welche die größte Herausforderung der Saison darstellen sollte. Die Steelers, welche bis dato den besten Rekord der Liga inne hatten, kamen nach Buffalo. Man gewann 26-15 gegen eine nicht vorhandene Steelers Offense und sah sich in vielen Power Rankings auf einem Podiumsplatz. Denver und New England gelten nun schon als selbstverständliche Siege und mit einem Sieg am 03.01 gegen Miami ist ein 13-3-0 Rekord möglich.

Offensiver Höhenflug & Defensiver Rückgang

Das Bills Team ist nicht mehr dasselbe Team, aber auch nicht ganz anders. Viele Leistungsträger blieben gleich. Die Verteidigung wird immernoch von Defensive Backs Tre‘ White (CB, 25) und Micah Hyde (S, 29) angeführt. Die Linebacker von Matt Milano (ILB, 26) und Tre‘ Edmunds (ILB, 22). Auch in der Offense hat sich, außer dem Neuzugang von Diggs, nicht viel verändert. Dennoch ist der Angriff der fünftbeste, während die Verteidigung genau dem Durchschnitt entspricht (Platz 16). Letztes Jahr war die Offense die zehntschlechteste, während die Defense die zweitbeste war. Dieser Wechsel hängt vor allem mit Diggs und Allen zusammen. Josh hat genug Zeit in der Pocket, freie Receiver und sich von ständigen riskanten Würfen befreit. Er nimmt, was ihm die Defense gibt und versucht nicht alles alleine zu tragen. Natürlich hilft ein Top-5 Receiver wie Diggs bei diesen Entwicklungen ungemein.

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Der defensive Rückgang ist schwer zu erklären. Eine Herangehensweise ist die, dass Gegner schnell in Rückstand geraten und so mehr passen müssen, was dazu führt, dass die Bills eher den Touchdown verhindern wollen und dafür leichte Checkdown-Pässe durchgehen lassen. Alles in allem tut dies aber recht wenig zur Sache, da die Offense so stark vorauszieht, dass die Verteidigung nur akzeptabel sein muss, um nahezu alle Spiele zu gewinnen. Probleme könnten nur auftreten, wenn man gegen starke Gegner spielt und in ein Shootout kommt, welches man gut und gerne verlieren kann (vgl. Titans: 42 Punkte, Seahawks: 34 Punkte, Cardinals: 32 Punkte).

Ausblick auf die Zukunft

Die Zukunft ist glorreich. Man hat den Franchise Quarterback, den man lange Jahre vermisst hat, gefunden und unterstützt ihn mit guten Passempfängern, sowie Lineman. Er wird seinen starken Arm lange behalten und immer mehr an Accuracy gewinnen. Die Defense ist ähnlich vielversprechend. Mit Edmunds, Oliver und White hat man in allen drei defensiven Abteilungen einen Youngster auf Topniveau. Viele Schlüsselspieler sind  noch unter 30 und können für die nächsten paar Saisons einen Unterschied machen. Das wird auch das beste Fenster für die Bills sein, da die Patriots in einem Umbruch feststecken, welcher garantiert noch etwas Zeit in Anspruch nimmt. Die New York Jets brauchen sowieso noch einige Jahre um für Titel zu spielen und als größte Gefahr sollte man Miami sehen, welche einen erfolgreichen Draft davon entfernt sind, ein Contender zu sein.

Josh Allen und Stefon Diggs werden für viele Jahre eines der gefährlichsten Quarterback-Wide Receiver Duos der Liga werden und auch die Defense wird einiges an Ruhm einfahren. Dieses Jahr hat man leider eine Übermacht aus Kansas City in der eigenen Conference, aber an einem guten Tag sollte man es vermutlich schaffen, mit den Chiefs mitzuhalten.

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