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Carolina Panthers – Wie Der Phönix Aus Der Asche?

CAROLINA PANTHERS – WIE DER PHÖNIX AUS DER ASCHE?

Eine der bisher größten Überraschungen der laufenden NFL Saison sind die Carolina Panthers. Nach zwei Saisons mit nur fünf Siegen und elf Niederlagen, hatte wohl kaum einer mit so starken Panthers gerechnet. Momentan belegt das Team den zweiten Platz in der NFL South, hinter den Tampa Bay Buccaneers. Und das trotz dem Ausfall des Superstars, Christian McCaffrey (RB, 25). Doch nicht nur die Offensive weiß zu überzeugen, ganz besonders die Defensive spielt wesentlich besser auf als gedacht.

SCHNELLER REBUILD

Seit dem 22. Mai 2018 weht ein anderer Wind in Carolina. Damals wurden die Panthers als die teuerste NFL Franchise der Geschichte verkauft. Den Spaß ließ sich der neue Neu-Eigentümer, David Tepper (64), $2.3 Mrd. kosten. Schon damals vermittelte der neue Owner eine Art Aufbruchsstimmung. Die Folge war ein Rebuild des Teams, der Erfolg blieb in den folgenden beiden Spielzeiten aber noch aus. 2018 landete man mit einem Record von 7-9 auf dem dritten Rang der eigenen Division und 2019 mit 5-11 gar auf dem vierten. Eine Resumee der erfolglosen Zeit war die Entlassung des damaligen Franchise Quarterbacks Cam Newton (32), der seit der Super Bowl Niederlage eine glücklose Figur abgibt. Außerdem trennte man sich schon während der Saison von Head Coach Ron Rivera (59) und nach der Spielzeit auch von Interimscoach Perry Fewell (59).

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Für 2020 verpflichtete man einen Head Coach mit kaum Erfahrung in der NFL, Matt Rhule. Der 46-jährige war lediglich ein Jahr als Assistenztrainer der Offensive Line der New York Giants tätig. Seine restliche Trainerlaufbahn fand bei verschiedenen Colleges statt. Seit 2013 als Head Coach von Temple und später von Baylor, als 2020 die Panthers anklpften, konnte Rhule dann nicht nein sagen. Doch seine Debüt Saison verlief nicht gerade bilderbuchmäßig. Früh zog sich Runningback Christian McCaffrey einen Kreuzbandriss zu und somit war die Lebensversicherung des Teams auch schon dahin. Mit Teddy Bridgewater (28) als Starting Quarterback kam man am Ende auf eine schwache 5-11 Saison und den dritten Rang der NFC South.

Im Draft 2020 legte man noch großen Wert auf die Defensive. mit allen sieben Picks adressierte man dort verschiede Positionen. 2021 sah das dann etwas anders aus, sechs von acht Picks verwendete man für Akteure der Offensive und nur zwei für die Verteidigung. Und auch in der Free Agency präsentierte man sich sehr aktiv. Um die Secondary zu verstärken wurde zum Beispiel Cornerback A.J. Bouye (30) verpflichtet. Das Experiment Bridgewater wurde für beendet erklärt und man tradete für Quarterback Sam Darnold (24) von den New York Jets. Der Passgeber hatte nach seinem Draft drei durchwachsene Jahre hinter sich und schien ebenso wie sein neues Team einen Tapetenwechsel nötig zu haben. Kurz darauf entschloss sich das Front Office die „fifth year option“ bei Darnolds Rookie Vertrag zu ziehen und ihn so kostengünstig ein weiteres Jahr zu binden. Immerhin bekommt man einen blutjungen Rohdiamanten mit bereits drei Jahren NFL-Erfahrung, eine wahre Seltenheit.

EFFIZIENTE OFFENSE

Und was soll man sagen. Darnold fühlt sich richtig wohl in seiner neuen Umgebung, er liefert richtig ab. In seinen ersten drei Jahren in der Liga warf er für 45 Touchdowns sowie 39 Interceptions, obendrein verlor er zehnmal den Ball bei einem Fumble. In den ersten vier Wochen dieses Jahres sind es fünf Touchdowns und drei Interceptions. Auf dem ersten Blick keine wahre Verbesserung, doch Darnold spielt wesentlich besser als in während seiner Vergangenheit im Big Apple. Brachte er damals nur knapp unter 60% seiner Pässe an den Mann, sind es heute fast 68%. Von im Schnitt 213 Yards pro Begegnung verbesserte er sich auf 297 pro Spiel und sein Quarterback Rating stieg um ganze 17 Punkte auf durchschnittlich 95.4. Mit Robby Anderson (28) und DJ Moore (24) hat er zwei gute Wide Receiver, die beide bereits 2020 über 1000 Receiving Yards sammeln konnten. Man muss sich nur ein Spiel der Panthers ansehen und man erkennt den damals unsicheren Quarterback kaum wieder. Beinahe selbstverständlich marschiert er mit seinem Team übers Feld und harmoniert sichtlich gut mit seinen Coaches, was man bei seinem alten Head Coach Adam Gase (43) wirklich nicht behaupten konnte.

Passing Stats Darnold:

JahrTeamCmp%YDSTDINTRating
2018Jets57.72865171577.6
2019Jets61.93024191384.3
2020Jets59.6220891172.7
2021Jets67.811895395.4

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In den vergangen Jahren war besonders McCaffrey der Dreh- und Angelpunkt der Offensive. Sein Ausfall stürzte das Team 2020 in ein tiefes Loch. 2021 dann der erneute Schock. In Woche drei musste er gegen die Houston Texans erneut das Feld verlassen, doch das Team brach nicht wie im Jahr zuvor in sich zusammen. Souverän brachte man den Sieg über die Bühne und auch in Woche vier präsentierte man sich durchaus konkurrenzfähig gegen die Dallas Cowboys. Als Nummer eins im Backfield spielt seit dem Ausfall CMc´s Rookie Runningback Chuba Hubbard (22) und macht seine Sache garnicht schlecht. Die Redzone Gefahr von McCaffrey gleicht besonders Darnold aus. Bei den Jets sah man die Rushing Upside des Qurterbacks nur sehr selten, in Carolina ist diese besonders in der Redzone eine richtige Waffe. Fünf Rushing Touchdowns gehen bislang auf die Kappe von Nummer 14, NFL Bestwert.

EXTREM STARKE DEFENSE

Die Offensive läuft souverän, doch die Defensive der Panthers ist ihre größte Stärke. Ein Blick auf die Statistiken genügt: 626 zugelassene Passing Yards, Platz zwei, 14 Quarterback Sacks, ebenso Rang zwei und 66 zugelassene Punkte, ebenso Platz zwei hinter den Denver Broncos mit 49. Doch warum ist die Defensive auf einmal so stark? Junge Spieler, die von Carolina gedraftet wurden blühen jetzt richtig auf. Allen voran Defensive End Brian Burns (23), der Pass Rusher hatte bereits in seiner Rookie Saison 7,5 Sacks, ein Jahr darauf sogar neun, dieses Jahr scheint er aber noch einen weiteren Schritt nach vorne gemacht zu haben. In vier Partien konnte er dreimal gegnerisch Quarterbacks zu Boden bringen, drei Tackles for Loss und drei Pass Defelections kommen noch obendrauf.

Außderdem schlagen die Neuzugänge gut ein. Zum Beispiel konnte nur ein Akteuer im Team noch mehr Sacks als Burns für sich verbuchen, Neu-Panther Haason Redick (LB, 27). Er scheint nahtlos an seiner bisher stärksten Saison, im vergangenen Jahr bei den Arizona Cardinals, anzuknüpfen. 4,5 Sacks, drei Tackles for Loss und ein Forced Fumble gelangen ihm bisher. Und auch die beiden neuen Cornerbacks C.J. Henderson (23) und A.J. Bouye performen stark. Im Laufe dieser Woche beherrschte dann eine Schlagzeile die NFL Medien. Kurz wurde bekannt gegeben, dass Star Cornerback Stephon Gilmore (31) von den New England Patriots entlassen wurde, was sich als Falschmeldung herausstellte. Denn der „Defensive Player of the year“ von 2019 wurde ebenfalls zu den Carolina Panthers getraded. Noch befindet sich der viermalige Pro Bowler auf der PUP-List, welche ihm untersagt vor Woche sechs aufzulaufen, dennoch ist das ein richtiger Monster Deal. In Punkto Defense geht man jetzt auf jeden Fall All-In.

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LEICHTES ANFANGSPROGRAMM

Beim Betrachten des Spielplans stellt man sich aber dann doch Fragen. Ist das ganze mehr Schein als Sein? Sind die Panthers for real? Denn in den ersten drei Wochen hatte man durch die Bank schwache Konkurrenz. New York Jets, New Orleans Saints und Houston Texans, alle nicht gerade die Elite der Liga. Mit den Dallas Cowboys stand am vergangenen Spieltag der erste Härtetest an. Nach drei Vierteln schien schon alles durch zu sein, 33:14 führte Dallas. Im vierten Viertel gelang dem Team wenigstens noch Ergebniskosmetik zum Endstand von 36:28. Trotz der eher schwachen Vorstellung sehe ich die Panthers als ernstzunehmendes Team. Die Offensive funktioniert und ist äußerst effizient, kehrt zur Mitte der Saison auch CMc wieder zurück, ist sie sogar wieder richtig stark. Doch besonders die Defensive überzeugt mich durch die Bank. Gute Passverteidigung, mit jeder Menge Druck auf den gegnerischen Quarterback, das sieht sehr gut aus. In der NFC South hat man mit dem amtierenden Super Bowl Champ, den Tampa Bay Buccaneers, harte Konkurrenz im Blick auf die Playoffs, Ausrutscher sind hier kaum erlaubt. Heute Abend ist man aber erst einmal zu Gast bei den Philadelphia Eagles, eine Partie die die Richtung beider Teams für den Rest der Saison vorgeben wird und wir sehen werden ob die Panthers wirklich „for real“ sind.

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