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Cincinnati Bengals – Die Aktien Steigen

CINCINNATI BENGALS – DIE AKTIEN STEIGEN

Auch die Cincinnati Bengals sind eine dieser Franchises, die auf schwere Jahre zurückblicken. Nach einer der erfolglosesten Spielzeiten 2019 mit gerade mal zwei Siegen, versuchte man nun die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Die Hoffnung wurde bereits letztes Jahr entfacht, als man aufgrund der miserablen Saison an erster Stelle im Draft auswählen durfte. Was folgte war ein Youngster, der für viel Feuer innerhalb der Franchise sorgte. Feuer, welches jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder gedämmt wurde. Nun befindet man sich aber wieder in einer Position, in der das Kapital zuschlagen könnte. Die Aktien der Bengals sind nämlich gerade dabei zu steigen.

BURROW ALS HOFFNUNGSTRÄGER

Wie bereits erwähnt, durften die Cincinnati Bengals im NFL Draft 2020 an erster Stelle auswählen. Man entschied sich für den Starquarterback der Louisiana State University Joe Burrow (24, QB). Burrow gehörte zu den verheißungsvollsten Talenten des gesamten Jahrgangs. Entsprechend groß waren die Lorbeeren im Vorfeld und die Hoffnung der Anhänger der Bengals. Burrow zeigte in den Vorbereitungsspielen und auch im Training immer wieder zu was er in der Lage ist. Als die Saison startete, lieferte er ordentliche Zahlen, obwohl er ein ums andere Mal von seiner O-Line im Stich gelassen wurde. Man konnte erkennen, dass es in die richtige Richtung geht, aber dann kam Woche 11 und Burrow musste der lückenhaften Offensive Line Tribut zollen. Der Spielmacher verletzte sich schwer. Kreuzbandriss und Saisonaus! 

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Natürlich war dieser Verlust ein Schock für das gesamte Team. Das Juwel der Zukunft bereits nach wenigen Spielen aufgrund einer so gravierenden Verletzung zu verlieren, ist eine Katastrophe. Kompensieren konnte man diesen Ausfall natürlich nicht. Am Ende schaffte man es aber trotzdem, zumindest doppelt so viele Siege als im schwachen Jahr zuvor zu holen. Mit vier Siegen durfte man also auch 2021 an hoher Stelle die College Spieler im Draft auswählen. Diesmal entschied man sich wieder für einen Offensivspieler. Mit Ja’Marr Chase (21, WR) holte man einen alten Kumpel von Burrow. Chase fing nämlich bereits im College die Bälle des Franchise-Quarterbacks. Aufgrund der guten Chemie der beiden Spieler und sicherlich auch auf Wunsch des Strippenziehers wurde der 1,85 Meter große Passempfänger gedraftet. Was allerdings fast noch wichtiger als Chase war, ist die Tatsache, dass man die O-Line mit drei Personalien im Draft adressierte. So versuchte man der Front vor dem Spielmacher eine größere Tiefe zu geben und für mehr Qualität zu sorgen.

Aktuell muss man natürlich sagen, dass sich dies noch nicht ganz so bemerkbar gemacht hat. In fast 12 % der Drop Backs wird Burrow auch gesackt. Das ist eine miserable Statistik und zeigt, woran man bei den Bengals dringend arbeiten muss. Gerät der Spielmacher permanent unter Druck, ist eine erneute Verletzung womöglich nur noch eine Frage der Zeit. Deshalb ist es auch so beachtlich, welche Zahlen der Youngster bislang präsentiert. Die Passquote liegt bei über 70 % und sein Quarterback Rating von 105.4 ist ein ausgezeichneter Wert! Hätte er nun auch noch eine Frontline, auf die er sich verlassen könnte, wäre Joe Burrow sicherlich noch effektiver! Trotzdem spielen die Bengals bislang insgesamt eine gute Saison. Freilich war die Niederlage gegen die Chicago Bears unnötig wie ein Kropf aber dafür hat man ambitionierte Teams wie die Minnesota Vikings und zuletzt Pittsburgh Steelers geschlagen. Die Defense allen voran macht einen guten Job. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Verteidigung sehr ausbalanciert agiert. Man ist sowohl gegen den Pass, als auch gegen den Lauf gut. Anders als bei vielen anderen Teams, welche extrem gut gegen eines der beiden Optionen ist. Aktuell rangiert die Defensive auf Platz 9, was ein Quantensprung im Vergleich zur letzten Saison ist!

LAST VERTEILEN

Was Head Coach Zac Taylor (38) besonders gut macht, ist, dass er die Last versucht auf mehrere Schultern zu verteilen. So nimmt der junge Coach ganz klar die erfahrenen Spieler in die Pflicht und weist auch gerne mal Mannschaftsteile zurecht, wenn diese nicht so funktionieren wie geplant. Anders als es mancher vielleicht anmuten mag, loben die Spieler ihn für sein Man Coaching. Das insgesamt junge Team der Bengals ist wissbegierig und scheint mit Taylor auf einer Wellenlänge zu surfen. Cornerback Ricardo Allen (30) und Punter Kevin Huber (36) sind die einzigen im Roster, die über 30 sind. Alles andere ist teilweise blutjung. Dementsprechend ist hier sehr viel Coaching notwendig. Das zeigt aber auch, was Taylor drauf hat. Die Erfolge im letzten Jahr, wo man sogar auf den dritten Quarterback zurückgreifen musste, waren kein Zufall. Das Team ist nun wieder ein Jahr reifer und hat gute Voraussetzungen den Weg weiter voran zu schreiten. Auf lange Sicht wäre es sicherlich nicht verkehrt sein Geld aktuell in Aktien der Bengals zu investieren. Momentan wären diese noch günstig zu haben. Setzt das Team aber seinen bisherigen Weg der vergangenen zwei Jahre fort, kann es auch mal ganz schnell gehen.

 

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Sicherlich muss es dafür auch mal weh tun. Verträge von langjährigen Veteranen wie A.J. Green (33, WR) oder Giovani Bernard (29, RB) wurden nicht verlängert. Sicherlich wäre man an letzteren durchaus interessiert gewesen, aber eben nicht zu jedem Preis. Bernard heuerte stattdessen bei den Tampa Bay Buccaneers an und Green zog es zu den Arizona Cardinals. Auch in der Defensive trennte man sich von einigen „älteren“ Spielern, um den Raum zur Entwicklung für jüngere bereit zu stellen. Im Moment geht die Taktik von Taylor voll auf. Trotzdem muss man auch immer vorsichtig sein. Der Erfolgreiche Start in eine Saison ist natürlich immer etwas positives und schön. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen das eine Saison sehr lang ist. Ab dieser Spielzeit sogar noch ein Spiel länger. Dementsprechend kann und wird noch so einiges passieren. Die Bengals dürfen nun in den kommenden Wochen bestätigen, dass die zwei Siege gegen die Vikings und Steelers kein versehen war. Klar ist aber auch, dass junge Spieler oftmals nicht so konstant sind und schnell auch mal das Selbstvertrauen abhanden kommen kann.

Hier bin ich durchaus gespannt wie die Mannschaft mal mehrere Niederlagen in Folge wegstecken kann. Insgesamt ist es aber auch fair zu erwähnen, dass sich das Team nach wie vor in einem Prozess befindet. Burrow muss man noch wie einen Rookie bewerten, da er 2020 nur die Hälfte der Spiele gemacht hat. Sogar fast nur Spiele ohne Zuschauer. So wird er erst in dieser Spielzeit erfahren, wie es ist, vor vollen Rängen mit einem Lärmpegel im Profibereich die Audible zu managen. Das ihm hier auch Fehler unterlaufen werden, ist vollkommen klar und nachvollziehbar. Wie allerdings bereits erwähnt, ist das Projekt langfristiger angedacht. Wer also sich nach schnellen Renditen sehnt, sollte sein Geld dann doch eher bei den Kansas City Chiefs oder Tampa Bay Buccaneers investieren. Der Kurs der Bengals steigt langsam aber er steigt!

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