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Das Jahr Der Underdogs

Das Jahr Der Underdogs

Man kann es kaum glauben, aber mit dem kommenden Wochenende endet schon wieder die reguläre NFL Saison 2017. Hinter uns liegen nervenaufreibende Spielwochen mit unglaublichen Plays. Gut zu wissen, dass aber nicht jetzt schon alles vorbei ist. Die heiße Phase mit den Playoffs steht uns ja noch bevor. Deshalb ein guter Zeitpunkt um schon mal ein bisschen die Playoff Situation zu analysieren.

Unerwartete Teams

Im Vorfeld einer Saison wird immer viel geredet und diskutiert. So stehen die Super Bowl Teilnehmer bereits am besten nach der Free Agency oder gar Draft für viele fest. Umso mehr freue ich mich, dass wir in dieser Saison von Teams sprechen, die in den vergangenen Jahren kaum eine Rolle spielten. Egal ob in der AFC oder NFC, machten Franchises von sich Reden, die vor der Saison wirklich niemand auf der Rechnung hatte.

In der AFC haben wir, mal abgesehen von dem amtierend Super Bowl Champion, New England Patriots (12 – 3 – 0) und den Pittsburgh Steelers (12 – 3 – 0) ein recht offenes Feld. Bestehend aus den Jacksonville Jaguars (10 – 5 – 0), welche es zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder in die Playoffs geschafft haben. Als Divisionssieger belegen sie derzeit den dritten Rang der Conference.

Rang vier hat zwar mit den Kansas City Chiefs (9 – 6 – 0) kein unbekannter inne, jedoch angesichts der groß gehypten Oakland Raiders (6 – 9 – 0) bzw. der generell starken Division mit den Denver Broncos (5 – 10 – 0) und Los Angeles Chargers (8 – 7 – 0) vielleicht nicht die erste Wahl der Experten. Nach der Verpflichtung von Superstar Marshawn Lynch (31, RB) wurden bereits erste Stimmen während der Free Agency laut, dass diese Verpflichtung für die Raiders zum Super Bowl reichen könnte.

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Zu diesem Zeitpunkt konnte aber keiner erahnen, dass die 2017er Raiders nahezu alles vermissen lassen, was sie noch vor dieser Saison so ausgezeichnet hat. Kaum wiederzuerkennen das Team. Die Chiefs dagegen spielten über weite Strecken der Saison sehr dominant und wirkten gut ausbalanciert zwischen Offensive und Defensive. Dazu gesellt sich als möglicher Playoff-Gegner die Tennessee Titans (8 – 7 – 0).

Nach dem das Team letzte Saison schon knapp an der Postseason scheiterte, konnte man auch in dieser Saison weiter seinen Weg gehen. Diesmal wird es wieder sehr eng zugehen. Mit einem Sieg am letzten Spieltag über die Jaguars, würde man sich zum ersten Mal seit 2008 wieder unter den letzten verbleibenden Teams um die Krone befinden.

Und selbst wenn es für die Titans nicht klappen sollte, dann stehen zwei weitere Teams bereit, die wohl nur sehr wenige zum jetzigen Zeitpunkt da gesehen haben. Die Los Angeles Chargers und Buffalo Bills (8 – 7 – 0). Generell sehr verwunderlich, dass die Chargers überhaupt noch im Rennen sind. Das Team von Anthony Lynn (49, HC) startete mit sage und schreibe vier Niederlagen!

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Das Unglaubliche an dieser Geschichte wäre jedoch, dass ausgerechnet die Chargers dieses Kunststück schon einmal hinbekommen haben! Vor 25 Jahren starteten sie ebenfalls mit vier Niederlagen und sind bis heute die einzige Franchise welche es trotzdem noch in die Playoffs geschafft haben! Es riecht förmlich nach Wiederholung!

Für die Bills müsste es trotz gleicher Bilanz wie die Titans und Chargers schon mit dem Teufel zugehen. Beide Teams müssen am letzten Spieltag verlieren und sie gewinnen. Dennoch glaube ich, können die Bills bisweilen zufrieden sein. Man hat den zweiten Platz der AFC East noch vor den Miami Dolphins erkämpft. Die Dolphins, die es letzte Saison noch in die Playoffs schafften, enttäuschten mit einer Bilanz von aktuell 6 Siegen und 9 Niederlagen.

Große Namen Müssen Zuschauen!

In der NFC schaut es sogar noch krasser aus! Dort finden sich fast nur Teams ein, welche vor der Saison schon abgeschrieben waren. Dem zufolge müssen die großen Favoriten nahezu allesamt auf der Couch platznehmen. So schaffen es z.B. die Detroit Lions (8 – 7 – 0) erneut nicht in die Playoffs. Zwar gelang es der Franchise in der vergangenen Saison einen Platz unter die Besten sechs der NFC zu ergattern, doch seit 1995 wartet man darauf es auch ein zweites Mal in Folge zu erreichen. In den letzten Jahre musste Detroit stets nach dem erreichen der Postseason immer mindestens eine Spielzeit pausieren ehe sie es wieder schafften. So also auch 2017.

Auch der letztjährige Überflieger aus Dallas kann es nicht mehr in die Playoffs schaffen. Die Cowboys (8 – 7 – 0) haben mit einer Niederlage gegen die Seattle Seahawks (9 – 6 – 0) am vergangenen Wochenende jegliche Playoff-Hoffnungen verspielt. Seattle dagegen bleibt „noch“ am Leben. Allerdings sind die Hawks auf die Schützenhilfe durch die Carolina Panthers (11 – 4 – 0) angewiesen. Mal davon abgesehen das Seattle erst einmal selbst gegen die Arizona Cardinals (7 – 8 – 0) gewinnen muss.

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Carolina hat sich bereits für die Postseason qualifiziert und muss auswärts bei den Atlanta Falcons (9 – 6 – 0) antreten. Ja genau, gegen jene Falcons, die vergangene Saison schon mit 7/8 Händen am Super Bowl waren. Verlieren die Falcons dieses Divisionsspiel, dann würde Seattle mit einem Sieg über die Cardinals ihnen noch den letzten zu vergebenen Playoff-Platz wegschnappen. Somit kann man schon mal feststellen, dass definitiv ein weiteres Mega-Schwergewicht in den Playoffs fehlen wird. Entweder die Falcons oder eben die Seahawks.

Die Green Bay Packers (7 – 8 – 0) welche letzte Saison nur knapp den Super Bowl verpassten, belegen in ihrer Division gerade mal den dritten Platz. Letzte Saison schaffte man es zwar noch ins NFC Championship Spiel um den Super Bowl, dieses Jahr dagegen wird man die Spiele wohl oder übel nur bei Chips und Bier verfolgen.

Das all diese großen Namen nur zuschauen dürfen, liegt schlicht und einfach an den Teams, die dieses Jahr besser waren. Auf Rang eins rangieren die Philadelphia Eagles (13 – 2 – 0). Mal ganz ehrlich, wer hätte den Eagles vor der Saison nur zwei Niederlagen zugetraut? Sicherlich nur die ganz optimistischsten Fans unter euch.

Für die Minnesota Vikings (12 – 3 -0) spielt die diesjährige Konstanz eine große Rolle. Getrieben vom Bowl@Home hat das Team sogar prekäre Ausfälle im Bereich des Quarterbacks überstanden und darf sich zurecht Hoffnungen auf den Super Bowl im eigenen Stadion machen. Der zweite Rang in der gesamten NFC nicht mehr zunehmen.

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Ebenfalls eine große Überraschung sind die Los Angeles Rams (11 – 4 – 0). Das Team von der West Coast stellt die stärkste Offensive der Liga und fegte so manchen Gegner vom Platz. Der Divisionstitel in der NFC West ist folgerichtig hochverdient. Besonders freue ich mich aber auch für die New Orleans Saints (11 – 4 – 0). Nach zuletzt drei Spielzeiten mit negativer Bilanz (jeweils 7 – 9 – 0), hat man es endlich wieder mal geschafft sich einen Platz unter den Top-Teams zu sichern.

Für viele Experten ist gerade das Rennen in der NFC so offen wie selten. Man muss sagen, die Verletzung von Quarterback Carson Wentz (25, Eagles) hat das Feld der NFC näher aneinander gerückt. Fast alle Teams sind hier auf einer Ebene was zum derzeitigen Zeitpunkt den Super Bowl Teilnehmer nur vermuten lässt.

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In der AFC sind natürlich die Patriots wieder haushoher Favorit, aber auch hier sehe ich einige Teams nicht chancenlos. Ich räume nicht nur den Steelers große Chancen ein, sondern auch den Jacksonville Jaguars! Mit der besten Verteidigung der Liga haben die Jaguars schon so manchen großen im Laufe der Saison in die Suppe gespuckt. Auch in den Playoffs traue ich hier dem Team von Doug Marrone (53, HC) großes zu.

Zu den Baltimore Ravens (9 – 6 – 0) möchte ich nur so viel sagen, wenn es eine Franchise gibt, die weiß wie man in Foxborough gewinnt, dann sind es die Baltimore Ravens! Nun möchte ich mit meinem Artikel zum Ende kommen und diesen mit einem Satz beschließen, worauf ich mich schon während dem ganzen Schreiben über freue: Playoffs, here we come!

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