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Das schwere Los der Pittsburgh Steelers

DAS SCHWERE LOS DER PITTSBURGH STEELERS

Die Pittsburgh Steelers, allen voran ihr Rookie-Quarterback, tun sich schwer Fahrt in der 2022er Saison aufzunehmen. Zuletzt konnte man gegen schwache New Orleans Saints den erst dritten Sieg der Saison einfahren. Offensiv laufen die Zahnräder noch nicht ineinander und die Defensive ist zu oft und zu lange auf dem Feld, außerdem musste man hier verletzungsbedingt auf wichtige Spieler verzichten. Obendrauf kommt die schwere Schedule. Kann man 2022 über eine Aufbausaison hinaus performen?

NEUEM PERSONAL FEHLT CONNECTION

Die Pittsburgh Steelers waren die letzten Jahre für ihr gut aufgestelltes Personal in der Offensive bekannt. Besonders auf Wide Receiver konnte man starke Spieler draften oder aufbauen. Am liebsten wählte man in der zweiten Runde des Drafts Personal dieser Position aus. So konnte man sich Akteure wie Juju Smith Schuster (25), James Washington (26), Diontae Johnson (26), Chase Claypool (24) und zuletzt George Pickens (21) angeln. Allessamt gute Wide Receiver, die ihr Können schön häufig beweisen konnten. Von diesen Spielern sind allerdings nur noch zwei in diesem Jahr im Team. Pickens und Johnson, den Rest musste man gehen lassen.

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SpielerDraftReceptionYardsTDs
Juju Smith Schuster2017: 62 overall369447028
James Washington2018: 60 overall114162911
Diontae Johnson2019: 66 overall301319920
Chase Claypool2020: 49 overall165206512
George Pickens2022: 52 overall293701

Und Pickens tut sich schwer. Natürlich kann die Chemie zwischen einem Rookie-Quarterback und einem Rookie Wide Receiver nicht sofort da sein und das merkt man zu oft bei Spielen der Steelers. Häufig sind die beiden Akteure nicht auf einer Seite und haben unterschiedliche Gedanken. Diese Entwicklung braucht einfach ihre Zeit. Wie oft sieht man Rookie Receiver, die sich im ersten Jahr in der NFL schwertun und erst im zweiten Jahr richtig durchstarten, selbst wenn ein Veteran-Quarterback hinter der Offensive Line steht. Bei einem Rookie Passgeber ist die Hürde dann natürlich noch einmal höher.

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Durch das schwächelnde Passspiel kommt die gesamte Offensive nicht richtig ins Rollen. Der im letzten Jahr aus dem College gekommene erstrunden Pick Najee Harris (24), kann nicht an seine Rookie Saison anknüpfen. Auch wenn gerademal knapp die Hälfte der Spieltage vorüber sind, kann man das schon jetzt sagen. Waren es 2021 noch 1200 Yards und sieben Touchdowns am Boden, sind es in dieser Saison nur 460 Yards und ein Touchdown. Was im Durchschnitt einen Rückschritt von 70,6 auf 51,1 Yards Raumgewinn bedeutet. Doch besonders im Passspiel kann man den 24-jährigen nicht so einbeziehen wie im letzten Jahr. Damals waren es 74 Ballfänge für 467 Yards, heute sind es 24 für 112 Yards. Besonders für die kurzen First-Downs setzte man Harris in der letzten Spielzeit gerne durch Pässe ein, momentan gelingt das nicht annähernd so gut.

Auch hier fehlt noch die Verbindung zwischen Quarterback und Passempfänger. Lange forderten die Anhänger Pittsburghs den Neuling zu starten, immerhin ist es der Lcal Hero schlechthin. Pickett verbrachte seine College Zeit bei den Pittsburgh Panthers ehe er an 20 overall vom lokalen NFL-Team ausgewählt wurde. Zuerst gingen die „Men of Steel“ mit Mitch Trubisky (28) in die Saison, doch nach nur einem Sieg in den ersten fünf Partien wurden die Rufe nach dem neuen Mann under Center so laut, dass man sich dafür entschied Pickett in die erste Elf zu berufen. Zwar konnte dieser nun seinen zweiten Sieg einfahren, dass er sich schwer tut, ist aber nicht zu übersehen. Seine Statistiken sind ähnlich wie die seines Vorgängers, nur in Punkto Interceptions steht er deutlich schlechter da. Besonders auffällig ist hier, dass die Steelers Quarterbacks in neun Partien bereits 27 mal gesackt wurden. Das ist der neuntschlechteste Wert der gesamten Liga. Auch das schwache Laufspiel ist auf die O-Line zurückzuführen. Kein Team der NFL konnte weniger Raumgewinn am Boden verbuchen. Hier ist allerdings eine klare Entwicklung ins Positive zu erkennen. In den letzten beiden Partien gelangen dem Team 361 Rushing Yards, zuletzt gegen die Saints dann der Saisonhöchstwert mit 217 Yards über das Laufspiel. Das war schlussendlich auch der Schlüssel zum dritten Sieg der Steelers.

Taumelnde Defense

Die einst so dominante Defensive war zuletzt nicht zu sehen. 2375 zugelassene Passing Yards, nur fünf Teams ließen hier mehr Raumgewinn zu. Mit 18 zugelassenen Passing Touchdowns belegt man sogar den vorletzten Platz. Gegen den Lauf präsentiert man sich hingegen sehr gut. Mit 972 gegnerischen Rushing Yards belegt man hier eine Top sechs Platzierung, fünf zugelassene Runs in die Endzone sogar ein Top drei Wert. Was fehlt ist der Druck auf gegnerische Passgeber wenn es für diese durch die Luft geht. Allerdings sind die Voraussichten für das morgige Spiel gegen die Bengals etwas besser. Nachdem Alex Highsmith (LB,25) mit seinen 8,5 Sacks und 3 Forced Fumbles mal so richtig zeigen konnte was er kann, kommt nun ihr Star Pass Rusher TJ Watt (OLB,28) nach seiner Veletzung zurück. Dieser sollte dann bei ihrem größten Problem in der Defense Abhilfe schaffen, nämlich den gegnerischen Passgeber unter Druck zu setzen. Dadruch könnte es auch für das Defensive Backfield etwas einfacher werden, denn wenn der Quarterback genug Zeit und keinen Druck bekommt, ist es klar dass das Passspiel funktioniert. Da ist es dann auch schwer etwas dagegen zu tun. Ein sehr wichtiger Bestandteil ist natürlich auch Minkha Fitzpatrick (S,26). Dieser hat das Jahr sehr stark begonnen, aber dann mit der Zeit irgendwie nachgelassen. Von ihm brauchen die Steelers einfach Glanzleistungen. Er ist ein Spieler, der ein Spiel auf seine Schultern nehmen kann. Nun vermisst man aber irgendwie abgefangene Bälle von ihm, was eigentlich seine Paradedisziplin ist. 

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Wie geht es weiter?

In der ersten Saisonhälfte musste man gegen sehr starke Teams ran. Das ganze wird sich nun in der zweiten etwas ändern. Nachdem man nun die schweren Spiele gegen die Eagles, Bills und Jets hinter sich hat, folgen etwas einfachere gegen die Falcons, Panthers und die Raiders. Das sieht etwas vielversprechender aus. Doch die aktuelle Bilanz spricht alles andere als für Erfolg. Die Playoffs sind in der aktuell sehr starken AFC definitiv nicht mehr erreichbar. Dazu müsste man nun nahezu alle Spiele gewinnen und selbst dann würde es knapp werden. Das Ziel sollte es sein, an den Baustellen zu arbeiten. Man hat nun einen jungen, talentierten Passgeber, dem man für nächstes Jahr unbedingt eine bessere O-Line bieten muss. Natürlich will jeder lieber gewinnen und den Fans macht es auch mehr Spaß einem gewinnenden Team zuzujubeln, doch den Steelers würde eine schwache Saison definitiv besser tun.

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