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Denver Broncos – im Aufschwung?

DENVER BRONCOS – IM AUFSCHWUNG?

Die Denver Broncos sorgten am vergangenen Wochenende für eine echte Überraschung. Nach 16 Niederlagen in Folge gegen die Kansas City Chiefs, konnte man endlich wieder einen Sieg einfahren. Dieser Erfolg war nicht nur knapp oder glücklich, sondern hochverdient. Die Chiefs gingen als klarer Favorit in die Partie, enttäuschten allerdings dann auf ganzer Linie. Quarterback Patrick Mahomes (28), der zuvor schon insgesamt sechs Interceptions warf, warf zwei weitere gegen die Broncos. Obendrein verlor Kansas City noch zwei Fumbles an die gegnerische Defensive. Für die Chiefs war das Ergebnis verheerend. Fünf Turnover und kein einziger Touchdown sind so garnicht die Handschrift der sonst so explosiven Offensive. Für die Broncos hingegen könnte dieser Sieg, welcher sie zurück ins Playoff-Rennen beförderte, ein Wendepunkt in der laufenden Saison darstellen.

DEFENSE MIT ZWEI GESICHTERN

Wie bereits erwähnt konnte die Defensive am vergangenen Wochenende ganze fünf Turnover forcieren. Ihr Pass Rush kollabierte immer wieder die Pocket rund um Mahomes, und die Cornerbacks, angeführt von Patrick Surtain II (23), dominierten durch die Luft. Eigentlich sind wir dieses Jahr anderes von der Denver Defense gewohnt. Gegen den Pass steht man mit 2014 zugelassenen Yards Raumgewinn als fünftschlechteste Defensive da, die 16 zugelassenen Passing Touchdowns sind sogar der viertschlechteste Wert. Von der einst so dominanten Defensive ist kaum etwas übrig geblieben. Besonders gegen den Lauf präsentiert man sich unterirdisch. Kein Team lässt so viele Rushing Yards zu, wie die 1233 der Denver Broncos. Zum Vergleich auf Rang zwei die Las Vegas Raiders mit mehr als 100 Yards weniger. Lediglich in der Redzone kann man gegen den Lauf zumindest durchschnittliche Zahlen vorweisen.

Gegen die Chiefs konnte die Defense dann auf einmal ihr gutes Gesicht zeigen. Ein Schlüsselspieler hierfür war Baron Browning (24). Der Linebacker lieferte eine starke Vorstellung. Zwei Sacks und ein Forced Fumble standen am Ende auf seiner Habenliste. Er steht sinnbildlich dafür, was mit dieser Defensive möglich sein kann. Natürlich steht es in den Sternen ob die in den letzten sechs Partien schlechteste Defense der NFL eine solche Sahneleistung gegen eine der explosivsten Offenses der Liga wiederholen oder gar über die restliche Spielzeit umlegen kann.

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OFFENSE AUSBAUFÄHIG

Die Offensive ist zwar nicht so schlecht wie im Jahr 2022, dennoch ist mit dem „neuen“ Spielmacher Russell Wilson (34) sehr viel Luft nach oben. Im Passspielzügen ist „Effizienz“ das Schlagwort. Denn auch wenn das Team nicht wirklich überdurchschnittlich viele Pässe wirft, befindet sich Wilson in Punkto Touchdowns aber unter den besten vier Spielern der Liga. 16 gelangen ihm davon bisher. Nur vier Interceptions stehen auf der Gegenseite. Die mageren 1613 Yards sind hingegen eine Tragödie für den einstigen MVP-Kandidaten.

Um hier nicht noch schlechter da zu stehen, entschied man sich Star Receiver Jerry Jeudy (24) nicht zu traden. Es gab diverese Angebote andere Teams und angeblich jede Menge Verhandlungen. Das Front Office lehnte schlussendlich aber jedes Angebot ab. Jeudy soll also fest in die Zukunftspläne in Denver eingeplant sein. Wichtig ist er ohne Frage, Rang eins in der Offensive hat ihm allerdings Courtland Sutton (28) abgejagt. Jeudy kommt bisher auf 27 Receptions für 336 Yards und einen Touchdown, Sutton hingegen auf 33 Passfänge für 360 Yards Raumgewinn und sechs Touchdowns. Ein Trade von Jeudy wäre für viele Experten demnach keine große Überraschung gewesen.

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Schaut man sich nun das Laufspiel an, ist auch hier „Effizienz“ das Zauberwort. Mit 194 Laufversuchen steht das Team im Mittelfeld der Liga. Aus diesen 194 Versuchen schaffte man insgesamt 934 Yards Raumgewinn, was einen Schnitt von starken 4,8 Yards pro Versuch ergibt. Ein Top 5 Wert. Zu Punkten führt dies allerdings kaum. Nur einmal gelang den Broncos ein Rushing Touchdown. Hier fehlt schlussendlich die Durchschlagskraft.

AUSBLICK

Nach einem schwachen Saisonstart von 1-5 hat man nun eine kleine Serie von zwei Siegen eingefahren. Besonders der am vergangenen Wochenende kann als wahrer Moralboost fungieren. Auch wenn die Franchise noch immer den letzten Rang der AFC West belegt, ist alles im Rennen auf die Playoffs drin. Denn sowohl die Las Vegas Raiders (3-5) und die Los Angeles Chargers (3-4) haben einen negativen Record. Der Schlüssel zur Fortsetzung des Erfolgs liegt in der Verbesserung der Offense, die bisher unbeständige Leistungen gezeigt hat. Wenn diese in der Lage ist, konstant gut abzuliefern, könnte sie zu einer leistungsstarken Einheit werden. Besonders das Laufspiel ist hier der Schlüsselfaktor. Coach Sean Payton (59) glaubt offensichtlich an sein Team und hält es für einen geeigneten Playoff Kandidaten. Die Entscheidung, Jerry Jeudy nicht zu traden, unterstreicht das Vertrauen in die Spieler und die Vision für die Zukunft. Die Broncos haben möglicherweise den Schalter umgelegt und könnten in der laufenden Saison tatsächlich eine Überraschung in der NFL sein.

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