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Der Weg Zum Super Bowl – Los Angeles Rams

DER WEG ZUM SUPER BOWL – LOS ANGELES RAMS

So langsam aber sicher steigt die Spannung! Super Bowl LVI steht vor der Tür und nach dem wir bereits einen Blick auf die Cincinnati Bengals geworfen haben, möchten wir euch heute mit dem vermeintlichen Favoriten vertraut machen. Die Los Angeles Rams empfangen ihren Gegner im heimischen SoFi Stadium vor über 70.000 Zuschauern! Sie könnten somit die zweite Franchise nach den Tampa Bay Buccaneers letztes Jahr werden, welche einen Super Bowl im eigenen Stadion gewinnt. Etwas grotesk mag es wirken, dass in den 54 Jahren zuvor kein einziges Team einen Bowl@Home gewinnen konnte und dies nun vielleicht das zweite Jahr in Folge passiert!

RICHTUNGSWEISENDE OFFSEASON

Das die Rams den Super Bowl im heimischen Stadion austragen, macht sie jedoch nicht automatisch zum Favoriten. Denn L.A. hat bereits in der Offseason vor der Saison wegweißende Schritte unternommen. Mit dem Einzug in den Super Bowl trägt man nun die Früchte einer teils spektakulären aber auch von Risiken geprägten Saison. Zunächst beginnen wir mit einem Blockbuster-Trade in der Offseason. Wir berichteten bereits vor wenigen Wochen über das Team der Rams und ihren Blockbuster-Deal! Man hat seinen etatmäßigen Quarterback Jared Goff (27, QB), gemeinsam mit einem Dritt-Runden-Pick (2021) und zwei Erst-Runden-Picks (2022, 2023) abgegeben und dafür teuer einen Hochkaräter geholt. Matthew Stafford (33, QB) scheint das zu sein, was der Franchise in der Offensive gefehlt hat. Stafford ist erfahren und trotzdem hungrig. Während seine Zeit bei den Detroit Lions hatte er wenig Chancen um den Super Bowl mit zu spielen. Diese Möglichkeit hat er nun jedoch bei den Rams. Sofort fing er an zu liefern und sein Team in das Spiel der Spiele geführt!

Der Strippenzieher überragt mit seiner Präzision und Verlässlichkeit. Es gibt nur wenige Passgeber in der Liga, welche an seinen Status Quo heranreichen. Obwohl Stafford in einem neuen System spielt und seine Mitspieler erst noch kennenlernen musste, konnte er bereits für 4.886 Yards Raumgewinn sorgen. Rang drei aller QB’s in der NFL! Mit sage und schreibe 41 Touchdown Pässe war nur Tom Brady (44, QB, Buccaneers) besser als er. Auch sein Quarterback Rating von 102,9 zählt zu den besten aller Starter und ist persönlich betrachtet sein bester Wert für eine komplette Saison! Man kann also klar und deutlich sagen, dass der Spielmacher auf M.V.P.-Niveau agiert und deshalb bereits nach kurzer Zeit für die Franchise einen unermesslichen Wert bekommen hat. Was man dafür hergeben musste, scheint sich gelohnt zu haben. Letztlich hat er nämlich auch dabei geholfen, die Franchise mit seiner Verpflichtung in die richtige Richtung zu treiben. 

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FENSTER NUTZEN

Wie so häufig kann man auch bei den Rams von einem aktuell geöffneten Fenster sprechen. Allerdings befindet man sich auch hier in einer Situation, wo man in den nächsten Jahren einen Titel holen müsste. Vielleicht werden manche Spieler des Kaders überhaupt nicht mehr in eine solche Position wie am kommenden Sonntag kommen. Stafford hat man im besten Quarterback Alter geholt, allerdings weiß man auch nicht wie lange er selbst plant zu spielen. Hier sollten sicherlich noch fünf bis sechs Jahre drin sein. Wide Receiver DeSean Jackson (35) wird höchstwahrscheinlich nach der Saison seine Karriere beenden. Auch Robert Woods (29, WR), Odell Beckham Jr. (29, WR) und Cooper Kupp (28, WR) befinden sich in ihrer Prime! Wir wissen alle, dass wenn erst mal eine drei ganz vorne steht, der Fall in der NFL besonders tief sein kein. Kaum ein Spieler außerhalb der Quarterback Position schafft es lange jenseits der 30 auf sehr hohem Niveau zu agieren, freilich gibt es auch vereinzelnde Ausnahmen. Jedoch haben wir an so vielen Außnahmespielern gesehen, dass eine Karriere ganz schnell vorbei sein kann. Die Härte des Spiels fordert irgendwann seinen Tribute. Mit etwas Glück können aber alle drei noch ein paar Jahre auf ganz hohem Niveau performen.

Auch Defensivstar Aaron Donald (30, DT) befindet sich nun in einem gravierenden Alter. Bleibt er verletzungsfrei kann auch er noch für ein paar Jahre für Furore sorgen, wird seinem Team aber nach und nach auch nicht mehr den Rückhalt geben können, wie er es seit Jahren tut. Selbiges ist Von Miller (32, OLB) bei den Denver Broncos wiederfahren. Der exzellente Pass Rusher gehörte Jahrelang zum Gesicht der Broncos-Franchise. Als jedoch kurz vor der Trade-Deadline ein lukratives Angebot aus L.A. kam, tradete man Miller an die Westküste. So ist das knallharte Business in der NFL, wenn man die 30 überschritten hat! Man sieht also, dass viele Spieler der Rams sportlich im besten Alter sind. Das Fenster wird definitiv nicht nach dieser Saison geschlossen sein, dafür haben die Spieler noch zuviel Power im Tank und sind noch jung genug. Trotzdem ist die Frage über welchen Zeitraum man eben auch um den Super Bowl mitspielen möchte. Dass das Team jetzt bereit ist zu gewinnen und nicht erst in ein paar Jahren, haben die Verpflichtungen von Stafford, Miller und auch Beckham Jr. gezeigt. Das Team ist riskanterweise „All In“ gegangen und wurde bis dato belohnt. Die Ausgangslage scheint gut und am kommenden Sonntag soll der nächste Schritt erfolgen.

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STARKE SAISON

Für Head Coach Sean McVay (36) und den Verantwortlichen um ihn herum, hätte es nicht besser laufen können. Man bestreitet den Super Bowl zu Hause und die Rädchen der Kaderplanung haben so ineinander gegriffen wie man es sich zuvor ausgemalt hatte. Dabei hat sich das Team bereits frühzeitig in der Saison als ernstzunehmender Anwärter präsentiert. Die überragende Leistung der Mannschaft gegen den amtierenden Champion aus Tampa Bay in der dritten Woche der Saison, lies die Experten aufhorchen. 34 – 24 hieß es am Ende und der perfekte 3 – 0 – 0 Start war geglückt. Nur fünf Mal verlor man Regular Season, davon jedoch allesamt gegen mögliche Playoff-Gegner! Daher stand vor der Postseason ein ganz großes Fragezeichen im Raum. Wird man seine Leistung zeigen können, wenn es drauf ankommt? Niederlagen gegen die Arizona Cardinals (20 – 37), Green Bay Packers (28 – 36), Tennessee Titans (16 – 28) und zwei Mal gegen die San Francisco 49ers (10 – 31 und 24 – 27 nach OT) bedeuteten Niederlagen gegen starke Gegner. Teams welche auch in dieser Phase der Saison warteten.

Was jedoch folgte, war eine Demonstration, wie man Bedenken in Euphorie verwandelt! Mit den Cardinals und 49ers schlug man zwei Teams in der Postseason auf dem Weg in den Super Bowl, an welche man in der Regular Season noch gescheitert war. Die wahrscheinlich beste Halbzeit der ganzen Saison spielte man allerdings bei den Tampa Bay Buccaneers. Brady & Co. wurden in der 1. Halbzeit gerade zu entzaubert. 27 – 3 lag man vorne, ehe das Comeback der Bucs startete. Am Ende behielt Los Angeles trotzdem die Nerven und gewann 30 – 27 mit den letzten Sekunden des Spiels! Was man in diesen Playoffs zeigte, war eine wirklich abgerundete Teamleistung. Wird die Offense benötigt, dann ist diese auch in der Lage mal 30 Punkte zu produzieren. In Defensivschlachten wie lange gegen die 49ers im NFC Championship Game, kann auch die Defense für entscheidende Turnover oder Big Plays sorgen. Wichtig ist dabei, dass dieses Team nicht aufgibt! Egal wie der Spielstand ist, man ist immer gewillt zurückzukommen. Diese Mentalität hat Matthew Stafford in das Team gebracht und setzt dieses Mantra par excellence um. Mal sehen ob es auch am Sonntag wieder der Comeback-Stärke des Teams bedarf. Sicher ist, dass sich das Team zerreißen wird, um für viele den Traum vom ersten Titel klar zu machen! Für manchen ist schließlich noch eine Rechnung offen!

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2018 griff man bereits nach der Vince Lombardi Trophy. In einer highlightarmen Defensivschlacht konnte das Team gegen die bärenstarke Verteidigung der New England Patriots nicht mehr zurückkommen. Man verlor mit 13 – 3! Noch nie wurden weniger Punkte in einem Super Bowl erzielt wie an jenem Abend! Sehr bitter für alle Beteiligten der Rams. Ernüchternd war dieses Spiel auch für Head Coach Sean McVay. Zuvor als der neue Messias angepriesen, musste der junge Coach im Nachgang gehörig Prügel einstecken. Das sein Team zu keiner Zeit Gefahr in Richtung gegnerische Endzone ausstrahlte, war besorgniserregend. Man warf ihm vor im größten Spiel des Lebens versagt zu haben, er schien tatsächlich überfordert gewesen zu sein. In den 60 Minuten gelang ihm und seinem Coaching-Staff keine Antwort auf den sonst eher schwachen Pass-Rush der Patriots. Am Ende tat die Secondary New Englands den Rest. Altmeister Bill Belichick (69, HC, Patriots) ging in diesem Duell ganz klar als Sieger hervor. Nicht etwa nach Punkten sondern vielmehr als klassischer K.O. Daher werden am kommenden Sonntag auch die Augen auf McVay gerichtet sein. Wird er diesmal einen besseren Gameplan haben? Wird er diesmal eine Antwort finden? Selbiges wird aber auch auf die Spieler von 2018 zu kommen. Allen voran Aaron Donald und Robert Woods sind noch von damals übrig. Auch sie werden ordentlich Dampf im Kessel haben, um die Schmach von damals endgültig vergessen zu machen!

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