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Der Weg Zum Super Bowl – Cincinnati Bengals

DER WEG ZUM SUPER BOWL – CINCINNATI BENGALS

Die Bengals haben es wirklich geschafft! Sie stehen nun gegen die Los Angeles Rams im Superbowl LVI! Die meisten konnten sich vor der Saison schon denken, dass die Bengals oben mitspielen könnten und sie ziemlich wahrscheinlich in die Playoffs kommen, aber dann gleich bis in den Superbowl? Wenn das jemand vor der Saison zu mir gesagt hätte, hätte ich wahrscheinlich einfach den Kopf geschüttelt. Schon alleine, weil Joe Burrow (QB, 25) von einer schweren Verletzung zurück kam und er sich wieder hinter die bescheidene Offensive Line stellen musste. Doch irgendwie ist doch genau das, was wir an der NFL so attraktiv finden, oder? Vor zwei Jahren gehörten die Bengals noch zu den schlechtesten Teams der Liga und nun stehen sie im großen Finale.

Offense

Irgendwie funktioniert das alles noch besser als gedacht in Cincinnati. Die Offensive ist mit ihren jungen Spielern sehr explosiv. Im Fanatsy Football wollte niemand Joe Mixon (RB,25) anfassen, denn viele hatten Angst dass er sich erneut verletzt. Aber kaum ging es in die erste Woche der Saison, zeigte Mixon was er drauf hatte und trug den Ball für 127 Yards und einen Touchdown. Über die ganze Saison hinweg war er einfach unglaublich wichtig für das Team. Man konnte einiges an Last auf seine Schultern packen und einen perfekten Ausgleich zwischen Pass- und Laufspielzügen finden.

Was allerdings von Anfang an zu erwarten war, war dass die Offense von ihrem Passspiel leben wird, denn man hatte einfach drei richtig starke Waffen als Anspielstationen in den eigenen Reihen. Burrows alter Kollege aus College Zeiten wurde von den Bengals im vergangenen Draft ausgewählt und die alte Verbinung blühte erneut auf. Ja’Marr Chase (WR, 21) hatte am Ende der Regular Season 1455 Yards und 13 Touchdowns und das als Rookie. Wegen diesen Werten im ersten Jahr wurde er auch unser Rookie of the year. Wenn Burrow auf die andere Feldseite schaut, sieht er dort meist seinen nächsten top Receiver. Der ebenfalls noch sehr junge Tee Higgins (WR, 23) ist natürlich eine Anspielstation, zu der man nicht nein sagt, selbst wenn es die erste wäre. Doch in Cincinnati ist es ja aktuell nur die zweite. Und trotzdem sammelte er fast 1100 Yards und 6 Touchdwons. Und weil das nicht reicht, gibt es auch noch Tyler Boyd (WR,27), der den Bengals obendrein noch fast 900 yards und 5 Touchdowns bescherte.

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Eine Position bereitet den Bengals Fans aktuell hingegen größere Sorgen. C.J. Uzomah (TE, 29) hatte sich im Championship Game gegen die Chiefs verletzt und musste das Feld verlassen. Er war zwar im Passpiel nicht so wichtig wie andere im Team, doch einen verletzten Starting Tight End sieht man nie gerne und schon gar nicht vor dem Superbowl, wo es enorm schwer ist mit dem Druck zurecht zu kommen. Es ist eben das größte Spiel in der Karriere eines Football Spielers. Um sicher in das Spiel hinein zu kommen braucht man einen Quarterback, der sich sicher auf dem Feld wohl fühlt. Da ist es wichtig erstmal kurze Pässe anzubringen und sichere first Downs zu schaffen. Eben genau die Aufgabe eines klassischen Tight Ends. Aber auch um den Druck der gegnerischen Verteidigung standzuhalten, ist es extrem wichtig einen fitten zusätzlichen Blocker sein Eigen zu nennen.

Diesen werden sie auch brauchen, denn Burrow sauber zu halten wird wahrscheinlich unmöglich, gegen dieses Kaliber der Rams Defensive Line. Schon letztes Jahr stand die O-Line der Bengals das ganze Jahr nicht allzu gut da, Burrow musste wirklich viel einstecken. Bestes Beispiel dafür war das Spiel gegen die Titans, als der Passgeber 9 Sacks verkraften musste. Das ist natürlich viel zu viel. Der junge Left Tackle Jonah Williams (24) ist wahrscheinlich der, auf den man sich hier noch am besten verlassen kann. Durch die Mitte kommt leider viel zu viel Druck und hier mussten die Bengals teilweise drei Leute aufstellen, um gegen einen starken Defensive Tackle anzukommen. Keine guten Voraussetzungen für das Spiel gegen die Rams, gegen Aaron Donald (DE, 30) und seine Gefährten.

SpielerSacks eingesteckt
Joe Burrow (Bengals)51
Ryan Tannehill (Titans)47
Russel Wilson (Seahawks)44
Meistgesackte Spieler der vergangenen Saison

Defense

Auch die Verteidigung macht ihren Job recht gut. Man konnte sich für diese Saison zwei sehr wichtige Spieler ins Team holen. Einmal natürlich Trey Hendrickson (DE, 27), der einiges an Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben konnte. Doch die gesamte Defensive Line steht sehr gut da. Die Rams O-Line wird es schwer haben diese zu stoppen, denn jeder von den Bengals Quarterback-Jägern hat aktuell mega Bock. Außerdem verpflichtete man noch Logan Wilson (ILB, 25), der das Team zusammenhält und anführt. Sonst hat man noch sehr viele junge athletische Spieler auf dem Feld stehen, ähnlich wie in der Offensive. Ein richtiger Star, wie auf der Seite des gegners, sticht allerdings nicht heraus. Die stärke der Bengals Verteidigung liegt eindeutig im Kollektiv.

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Das ganze Jahr über galt die Defense nicht als die Stütze des Teams, was sie mit der hochkarätigen Offensive auch nicht sein musste. Das einzige was dann wichtig ist, ist den Ball des Gegners zu erobern. Und genau das bekamen die Verteidiger immer recht gut hin. Sie mussten eben nicht die beste Defense der Liga sein, sondern nur dafür sorgen ihre Offense aufs Feld zu bringen. Zuletzt klappte dies bei der Aufholjagt gegen die Kansas City Chiefs. Die Chiefs konnten eine nahezu perfekte erste Halbzeit spielen und die Bengals fanden einfach keine Antwort. Als die zweite Halbzeit begann, startete man neu durch. Man brachte oftmals Druck auf Mahomes, um ihn aus seiner Komfortzone zu bekommen. Und der Plan ging auf! Die Passempfänger aus Kansas City waren gut gedeckt und Mahomes musste um sein Leben laufen. Irgendwann musste er eben auch mal einen riskanten Pass werfen, um die Offense auf dem Feld zu halten. Das nutzten die Bengals perfekt aus und konnten den Ball zweimal abfangen.

Aus der Defense könnte insgesamt sehr viel werden, denn es werden erfahrene Spieler mit jungen kombiniert, welche voneinander lernen und sich ergänzen. Was man bei jungen Spielern einfach immer merkt, sie geben alles. Das stärkste an der Verteidigung wird wohl erstmal die D-Line bleiben, was natürlich nicht schlimm ist, denn von hier baut man eine stabile Defensive auf. Wenn man guten Druck auf die Gegner ausüben kann, fällt es leichter diese zu stoppen. Das größte Problem sind aber die Big Plays. Den Bengals fehlen hier ein wenig die Antworten, was nicht zuletzt an den unerfahrenen Spielern liegt.

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