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Los Angeles Chargers – Das Ende Der Mittelmässigkeit?!

LOS ANGELES CHARGERS – DAS ENDE DER MITTELMÄSSIGKEIT?!

Die Los Angeles Chargers starteten überraschend gut in die laufende Saison. Nachdem alle 3 Koordinatoren neu vergeben wurden, sieht das Team endlich nach einem winning Team aus. Die Franchise ist auf einem nahezu perfekten Weg, die nächsten Jahre eine der Besten zu werden. Nun steht man mit 4 Siegen und 2 Niederlagen recht gut da und möchte schon in diesem Jahr die Playoffs angreifen.

SCHWERWIEGENDE VERÄNDERUNGEN IN DER LINE

Der erste und wichtigste Weg der Franchise war, die Offensive-Line zu erneuern. Die letzten Jahre gehörte man zu den schlechtesten der Liga, auf dieser Position. Und sehr schnell konnte man diesen Unterschied sehen. Justin Herbert (23), der schon im letzten Jahr zu den besten Quarterbacks gehörte, hat nun endlich Zeit, den Ball sauber an seine Passempfänger zu bringen und auch die Running Backs bekommen größere Lücken. Vor allem Neuzugang Corey Linsley (30), der von den Green Bay Packers kam, macht bis jetzt einen sehr guten Job. Die Chargers machen ihn mit einem großen 5-Jahres-Vertrag mit 62,5 Millionen Dollar zum bestbezahltesten Center der Liga. Diesen hatte er sich auch in der vergangenen Spielzeit bei den Packers verdient. Einziges Problem bis jetzt sind noch die beiden Tackles, die noch etwas wackelig sind. Allerdings ist der Left Tackle Rashawn Slater (22) auch noch ein Rookie und damit ist es auch verständlich, dass ihm noch der ein oder andere Fehler passiert.

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WEITERE VERÄNDERUNGEN

Außer den Veränderungen in der O-Line, holte man sich auf allen 3 Koordinatorenpositionen neue Kräfte. Derius Swinton (36) wurde für das Special Team verpflichtet, Renaldo Hill (42) ist nun für die Defense in LA zuständig und Joe Lombardi (50) übernimmt die Offense. Hier sticht natürlich der erfahrene Lombardi heraus. Dieser konnte 2009 mit den New Orleans Saints den Superbowl Titel gewinnen und hatte auch danach noch einige erfolgreiche Jahre bei ihnen. Er soll Herbert bei seiner weiteren Entwicklung helfen und ihn zu ihrem Franchise Quarterback machen. Insgesamt verpflichtete man 19 neue Persönlichkeiten im Coaching Staff.

JUSTIN HERBERT

Was ein Rookiejahr spielte der Junge Passgeber da für die Chargers! Über 4300 Yards und 31 TDs konnte er erzielen. Ja das sind Stats von einem Rookie! Zunächst fällt aber etwas anderes auf. Er war ein Top 5 Quarterback, wenn es darum ging den Ball unter Druck an den Mann zu bringen. Er musste mit diesem Druck wegen der löchrigen O-Line aber auch umgehen können und machte dies mit Bravour. Wenn er unter Druck werfen musste, konnte er Bälle für 9 Touchdowns (Platz 2) und nur 2 Interceptions anbringen.

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IST DAS ALLES SO POSITIV?

Da er am College vor allem Schwierigkeiten hatte, seine Anspielstationen im richtigen Moment anzuschauen und den Ball zu werfen, ist es natürlich etwas merkwürdig, warum dies auf einmal so gut klappt. Außerdem fiel es ihm schwer zu erkennen, wenn die Pocket zerbricht. Und nun trifft er die richtigen Entscheidungen in diesen Momenten und bekommt den Ball erfolgreich los. Dies kann natürlich daran liegen, dass er durch den plötzlichen Start ins kalte Wasser geworfen wurde und dadurch auf einmal alles klappen musste. Andererseits kann diese Saison auch nur ein Ausreißer gewesen sein, was bei Rookie Quarterbacks nicht untypisch ist, da die Gegner sich noch nicht auf den Spielstil und seine Stärken und Schwächen einstellen können. Was auch oft passiert ist, dass die jungen Passgeber ein gutes Jahr erwischen und dann ein recht hohes Niveau erreicht haben. Dieses können sie dann allerdings im zweiten Jahr nicht mehr gehen und brechen ein. Wenn ein junger Quarterback auch dieses zweite und das dritte Jahr gut überstanden hat, kann man sagen, dass er in der NFL angekommen ist. Ob Herbert dies schafft, werden wir sehen. Allerdings ist er aktuell auf einem guten Weg.

DIE RESTLICHE OFFENSE

Wenn man die restliche Offense betrachtet, sieht man seit Jahren dasselbe Receiver-Duo. Keenan Allen (29) und Mike Williams (27). Allen gehört zu den besten Route Runnern der Liga und läuft sich oft für Pässe über mittlere Distanzen frei. Die tieferen Pässe bekommt meist Williams, bei dem man einfach nur sieht wie Herbert den Ball lange hält, ihn dann loslässt und kurze Zeit später sieht man nur, wie Williams ganz alleine frei steht und den Ball sicher verarbeiten kann. Hinter den beiden Receivern wird es dann aber dünn und man findet keine nennenswerten Namen. Außerdem zu beachten ist Tight End Jared Cook (34), den die Chargers mit einem ein Jahres-Deal ausstatteten und damit eine leichte Verbesserung für den Abgang von Hunter Henry (26) zu den Patriots fanden. Als Ballträger hat man nun endlich wieder Austin Ekeler (26) zurück. Er verpasste in der vergangenen Saison einige Spiele und wird in der laufenden Saison, vor allem im Passspiel, eine wichtige Rolle spielen.

DEFENSE

Insgesamt haben die Chargers eine recht solide Defense und einige Verletzte fanden den Weg zurück aufs Feld. Als absoluter Star zählt natürlich Joey Bosa. Der 26-Jährige gehört ganz klar zu den besten Pass Rushern der Liga und sorgt immer für massig Druck auf den gegnerischen Quarterback. Allerdings ist er recht verletzungsanfällig und konnte sein Team bis jetzt in nur 2 von 5 Jahren voll und ganz unterstützen. Auf Platz 2 in der Line verlor man Melvin Ingram (32) an die Steelers. Mit Denzel Perrymen (28) verlor man außerdem einen sehr wichtigen Linebacker, der den Chargers gegen den Run enorm geholfen hatte. Allerdings kann man mit Derwin James (25) sagen, dass man einen der besten Safetys der Liga hat, allerdings musste auch er die gesamte letzte Saison aussetzen.

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GEHT ES IN RICHTUNG SUPERBOWL?

Wenn man die laufende Saison betrachtet kann man sagen: JA! Allerdings sollte man das alles mit etwas Vorsicht genießen. Das Coaching Staff ist neu und man spielt mit einem jungen und unerfahrenen Quarterback. Man sollte das Ganze recht ruhig angehen und nichts überhastetes machen. Wenn die Entwicklung der Franchise aber so weiter geht, können sie ganz bestimmt in den nächsten Jahren um den Titel mitspielen. Wie schnell oder langsam das geht, kann man nicht genau sagen, aber vielleicht ist es ja schon nächstes Jahr so weit.

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