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Los Angeles Chargers – Von Verletzungen geplagt

LOS ANGELES CHARGERS – VON VERLETZUNGEN GEPLAGT

Die Saison 2022 war in Los Angeles mit großen Erwartungen gefüllt. Qualitativ gehört das Roster nämlich zu einem der besten der Liga. Auf jeder Position hat man mindestens einen Spieler, der Pro-Bowl Talent hat und mit einigen weiteren namenhaften Free Agents, deckte man auch noch diverse wenige Lücken ab. In der prognostiziert schwersten Division in Football, waren die Playoff-Ambitionen dennoch hoch. Doch es sollte alles anders kommen. Nicht nur schwächelte die Division, mit Ausnahme von Kansas City, enorm. Nein, es kamen immer mehr unvorhersehbare Verletzungen, die das Team schwächen. Wie hoch die Chancen nun noch auf die Playoffs sind, wird im Folgenden beleuchtet.

Offensives Durcheinander

Die Erwartungen für Justin Herberts (QB, 24) drittes Jahr waren hoch. Nach dem Offensive Rookie of the Year und einem Sophomore Year, in dem er für über 5000 Yards wirft, war der Himmel das Limit. Er spielt auch keine schlechte Saison, jedoch sind vor allem seine Touchdown Zahlen mit 16 in 11 Spielen gering. Alle anderen Statistiken lassen sich sehen, sind aber nicht außergewöhnlich gut. Auffällig ist nur, dass viele seiner Interceptions spät in Spielen kommen, in denen der Sieg noch im Rahmen des Möglichen ist und somit hoher Druck herrscht. Dieser Fakt ist etwas problematisch, da erfolgreiche Game-Winning-Drives für Quarterbacks enorm wichtig sind und Herbert dieses Jahr einige Probleme hat. Er hat es allerdings nicht leicht, denn seine beiden Top-Receiver sind von Verletzungen geplagt. Star Keenan Allen (WR, 30) spielte bis jetzt nur drei Spiele und konnte noch keinen einzigen Touchdown sichern. Und Kollege Mike Williams (WR, 28), der letztes Jahr seinen Breakout hatte, verpasste auch schon ein Paar und kämpft im Moment mit einer Knöchelverletzung. Dennoch führt er das Team mit 510 Receiving Yards an. An zweiter Stelle steht Josh Palmer (WR, 24), der die Verletzungen nutzte und in seinen Spielen als Vollzeit-Starter mehr als überzeugte. Auf lange Sicht hat er sich damit sicherlich den Spot des dritten Receivers gesichert und kann fast mit Williams Zahlen mithalten. 

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Auf der Position des Runningbacks hat man mit Austin Ekeler (RB, 27) einen der vielseitigsten Backs der Liga. Nicht nur hat er 534 Yards und 7 Touchdowns bei 4.3 Yards pro Lauf auf dem Boden. Er führt auch das Team in Catches mit 69 (20 mehr als die Nummer Zwei) an und erreichte damit 437 Yards in der Luft. Seine 97 Yards pro Spiel, lassen sich sehen und gehören zu den Top-Leistungen der Liga.

Nicht nur auf Wide Receiver hat man Verletzungsprobleme, denn mit Gerald Everett (TE, 28) findet sich ein weiterer offensiver Starter auf dem Injury Report. Bis jetzt startete er nur sechs Wochen, da er mit einer Leistenverletzung kämpft. Auch vor der Offensive Line machen Verletzungen keinen Halt. Hier traf es Youngster Rashawn Slater (OT, 23). Nach seinem grandiosen Rookie Jahr, zeigte er am Anfang der Saison, dass er einer der besten der Liga sein kann. Seine Verletzung schwächte die Line enorm, da er Herberts Blindside Blocker war. 

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Defensive Verstärkung

Vor allem die Defensive sollte 2022 das Aushängeschild der Chargers werden. Nicht nur hatte man sowieso schon viele Stars gesammelt, man konnte auch noch zwei Superstars verpflichten. Zum einen J.C Jackson (CB, 27), der letztes Jahr in New England einer der besten drei Cornerbacks der Liga war und nun die Defensive Backs in Los Angeles unterstützen sollte. Fünf Spiele spielte er auch, bevor er sich auf dem Injury Report befand und vermutlich nicht mehr zurückkommen wird. Sein Start in LA war sowieso kein besonders Guter, da er ein komplett neues Scheme lernen musste, was viel mehr auf Man-Coverage setzt. Das war er als Vorzeige-Zone-Cornerback nicht gewöhnt und somit erwischte man ihn öfter bei Coverage Lücken und Absprachefehlern. Nun deckt das Duo aus Veteran Bryce Callahan (CB, 31) und Sophomore Asante Samuel Jr (CB, 23) die Außen ab. Beide zeigen dieses Jahr soliden Football und verweißen 3 Interceptions und 12 verteidigte Bälle. Angeführt werden die Defensive Backs jedoch von Star-Safety Derwin James (S, 26). Nach zwei verletzungsgeplagten Saisons, holte er letztes Jahr den 3. Platz beim Comeback Player of the Year Award und auch dieses Jahr startete er alle Spieler und ist überall auf dem Platz zu finden. 92 Tackles und 4 Sacks sagen einiges über das Ausnahmetalent aus. Große Namen reichen allerdings nicht aus. Die Passverteidigung der Chargers gehört zu den schwächsten der Liga und braucht Richtung Playoffs auf jeden Fall einen Befreiungsschlag.

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Das zweite große Signing war Khalil Mack (OLB, 31). Der Passrusher sollte gegenüber von Joey Bosa (OLB, 27) stehen und eines der besten Pass-Rush Duos der NFL bilden. Dieser Plan war jedoch nur von kurzer Dauer, da sich Joey Bosa im dritten Spiel für grob zehn Wochen verletzte. Somit lastete noch mehr Verantwortung auf Mack, die er aber gut verkraftete, denn er führt das Team mit sieben Sacks und neun Tackles for Loss an. Erwähnenswert ist auch die Leistung von Sebastian Joseph-Day (DT, 27), der als Run Stuffer aus der Mitte auch schon sieben Tackles für Raumverlust aufweißt und eine große Rolle gegen den Lauf spielt. Die Linebacker werden in der Defensive der Chargers am wenigsten genutzt. Da man mit Derwin James schon einen Safety/Linebacker Hybriden auf dem Feld stehen hat, spielt meist nur ein anderer. Diese Rolle übernimmt Drue Tranquill (ILB, 27), welcher 89 Tackles, 5 Tackles for Loss und 3 Sacks in seinem Résumé hat.

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Saison-Prognose

Mit einem Rekord von 5-5 sind die Playoffs nicht außer Reichweite, jedoch auch kein leichtes Unterfangen. Mit den Raiders und Broncos sollte man keine Probleme mehr haben, jedoch mit den anderen AFC Konkurrenten, die einen Wildcard Platz in Angriff nehmen wollen. Die Division ist nahezu nicht mehr aufzuholen, da man drei Spiele hinter Kansas City ist und den Tiebreaker verlor. Jedoch werden wenigstens einige offensive Playmaker wieder fit und könnten in den nächsten Wochen den Unterschied machen. Vergangenes Wochenende wurde gezeigt, dass man mit den ganz Großen mithalten kann und die Saison auf keinen Fall zu Ende ist. Wenn die Playoffs als fünfter oder sechster Seed erreicht werden, könnte ein Divisionsieger in der Wildcard Runde große Probleme bekommen.

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