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Los Angeles Rams – Mit Starker Defense Zurück In Der Spur

Los Angeles Rams – Mit Starker Defense Zurück In Der Spur

Zwei Jahre ist es nun her als sich die Los Angeles Rams als NFC Überflieger gegen die New England Patriots im Super Bowl geschlagen geben mussten. Mit 13 Siegen und nur drei Niederlagen waren die Rams keineswegs der Underdog, sondern ein gleichwertig eingeschätztes Team. Die Patriots, damals noch mit Tom Brady (43) konnten ihre enorme Erfahrung auf dem Feld und neben dem Feld allerdings mit enormer Dominanz ausspielen. In einem recht unattraktiven Spiel gelang ihnen dadurch ein 13:3 Sieg und der Gewinn der sechsten Vince Lombardi Trophy. Völlig am Ende meinte der junge Head Coach der Rams, Sean McVay (34), er sei von seinem Konkurrenten Bill Belichick (68) schlicht und ergreifend outcoached worden.

In der Saison nach der Finalpleite schien wirklich der Wurm drin zu sein. Die sonst so überzeugend aufspielenden Rams fanden das ganze Jahr über überhaupt nicht zurück in die Spur, dabei hatte man doch kaum personelle Einbußen. Sie wurde Opfer des viel zitierten Super Bowl Hangovers. Geführt von Sean McVay ist die Franchise dieses Jahr wieder zurück und vielleicht sogar fast so stark wie 2018.

Neue Ära unter McVay

Seit dem Amtsantritt von McVay ist das Team auf dem aufsteigenden Ast. Drei Jahre am Stück konnte man die Saison mit einem positiven Record abschließen, läuft alles nach Plan kommt dieses Jahr die Vierte hinzu. Wer kann sich allerdings an die letzte Winning Season der Rams unter einem anderen Coach erinnern? Wohl kaum einer, war dies im Jahr 2003. Kein Wunder, dass viele andere Franchises dem Vorbild aus Los Angeles folgen und auf junge, hungrige und moderne Head Coaches umstellen. Unter anderem die San Francisco 49ers mit Kyle Shanahan (40), die Arizona Cardinals mit Kliff Kingsbury (41) und die Green Bay Packers mit Matt LaFleur (41). Und siehe da, allesamt mit gutem, bis sehr gutem Erfolg.

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Vergleicht man die Startelf aus 2018 mit der heutigen hat sich hier und da Einiges getan, manchmal ein Upgrade, selten ein Downgrade. Offensiv verfrachtete man Brandin Cooks (27) nach einer zähen zweiten Saison zu den Houston Texans. Defensiv trennte man sich von Linebacker Cory Littleton (27) und Defensive Tackle Ndamukong Suh (33), der heute in Tampa Bay sein Unwesen treibt. Cornerback Aqib Talib (34) hängte die Schuhe an den Nagel. Mit Outside Linebacker Leonard Floyd (28) holte man eine Verstärkung für den Pass Rush. Im Defensive Backfield ließ man es richtig knallen und nahm einen der besten Cornerbacks der Liga, Jalen Ramsey (26) unter Vertrag.

Offensiv trennte man sich von der viel diskutierten Personalie Todd Gurley. Der 26-jährige Runningback plagt sich seit dem College mit der ein oder anderen Knieverletzung herum und schien nach zwei herausragenden, aber extrem aufreibenden Spielzeiten aufgebraucht und nicht ganz fit. Er war der Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Rams. Lief es bei Gurley, so lief alles andere auch wie geschmiert. Hier stellte die Franchise von einem Feature Back auf ein Runningback Trio um. Darrell Henderson Jr. (23), Malcolm Brown (27) und NFL Sophomore Cam Akers (21) bilden dieses vielseitige Komitee. Zusammen kommen sie auf ähnliche Statistiken wie Gurley zu seiner besten Zeit, ein Vorteil ist jedoch nicht von der Hand zu weißen. Natürlich bleiben die drei durch die Lastverteilung von schweren Verletzungen verschont, schließlich werden sie nicht wie ein Derrick Henry (26, Tennessee Titans) oder ein Dalvin Cook (25, Minnesota Vikings) in Grund und Boden gelaufen.

SpielerLaufversucheRushing YdsRushing TD´s
Todd Gurley
2018 (15 Spiele)
256125117
Henderson, Brown, Akers
2020 (11 Spiele)
266116610

Diskussionsthema Goff

In Punkto Raumgewinn stellt Los Angeles das neuntbeste Laufspiel der NFL, Mit ihren 15 erlaufenen Touchdowns sind sie sogar an Rang sieben. Das gute Laufspiel spielt besonders einem Mann in die Karten, Quarterback Jared Goff (26). Goff gilt seit seinem ersten Auftritt in der Liga als sehr umstrittener Spielmacher, der First Overall Draftpick von 2016 konnte trotz zweier Spielzeiten mit über 4600 Passing Yards noch nicht jeden überzeugen. Klar ist aber, stellt man Goff ein gutes Laufspiel zur Seite, kann er seine größte Stärke ausspielen. Und die heißt Play-Action. Kein anderes Team der Liga wendet diese öfter an als die Rams und auch was Raumgewinn angeht stehen sie bei diesen Spielzügen ganz oben.

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Goff kann sich außerdem auf sehr gute Receiver verlassen, welche nach dem Passfang noch für jede Menge Raumgewinn sorgen. Denn auch in der Yards-After-Catch Statistik macht den Rams kaum ein anderes Team etwas vor. Insgesamt können sie knapp 1200 Yards after Catch vorweisen. Mit Cooper Kupp (27) und Robert Woods (28) hat Jared Goff gleich zwei erstklassige Ziele zur Verfügung. Bisher kommt Kupp auf 66 Catches für 763 Yards und zwei Touchdowns, Woods kann 61 Catches für 679 Yards und fünf Touchdowns auf die Habenliste schreiben. Und auch hinter den beiden Topmännern werden die Bälle sehr gut verteilt. Somit gibt es nicht den einen in den Statistiken herausstechenden Akteur, sondern eine schwer ausrechenbare Offensive die jeden in Szene setzen kann. Typisch Sean McVay.

Schlagkräftige Defensive

Durch die Bank ist das Team grandios aufgestellt. In der Offensive gut, in der Defensive enorm stark. Allen voran natürlich der zweifache „Defensive Player of the Year“ Aaron Donald, seines Zeichens Defensive Tackle, Elite Pass Rusher und Schrecken aller Quarterbacks. Seit Tag eins liefert Donald ab wie kein anderer, jeder Defensive Coordinator wünscht sich einen solchen Spieler. Egal in welcher Spielsituation, der Pass Rusher übt beinahe in jedem Snap Druck auf gegnerische Quarterbacks aus wie kein anderer. 2020 spielt Donald die siebte Saison in der NFL und es ist bereits die fünfte in der er zehn oder mehr Sacks für sich verbuchen konnte. Er ist auf dem besten Weg die meisten Sacks der Franchise Geschichte zu sammeln. Nur Leonard Little (46, 1998-2009) steht mit 87.5 vor Donald´s 82.0. Zum Vergleich J.J. Watt (31, Houston Texans) hatte in jüngster Vergangenheit seinen 100sten Sack, hierfür benötigte er 123 Partien. Für seine 82 brauchte Donald gerademal 105 Partien, das ganze allerdings als Defensive Tackle und nicht als Defensive End wie Watt. In der Front Seven sticht neben Donald außerdem noch Leonard Floyd heraus, der ehemalige Chicago Bear hat mit sieben Quarterback Sacks die zweitmeisten des Teams. Mit insgesamt 34 davon befinden sich die Rams an Rang vier der NFL, davor nur das Washington Football Team (36), die Philadelphia Eagles (36) und die Pittsburgh Steelers (41). 

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Trotz nur eines großen Namens gehört auch das Defensive Backfield ligaübergreifend zu den Besten. Safety John Johnson III (24) flog vor der Saison noch etwas unter dem Radar, avancierte 2020 zu einem großartigen Akteur in der Secondary. Unter den Defensive Backs läuft sonst kein großer Name umher, nur einer ist dort der absolute Star. Jalen Ramsey, zu Beginn der Saison bereits in unserer Top Ten der Cornerbacks erwähnt, hat in seinem fünften Jahr in der NFL noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Ramsey ist einer der besten Shutdown Cornerbacks überhaupt, er kann beinahe jeden Wide Receiver fast komplett aus dem Spiel nehmen. Beispiel gefällig? In Woche zehn trafen die Rams auf die Seattle Seahawks. Ramsey bekam keinen geringeren als DK Metcalf (22) zugewiesen, mit 1039 Receiving Yards führt dieser die Statistik der Receiver momentan an. Doch gegen Ramsey sah selbst Metcalf kein Land. Magere zwei Receptions für nur 28 Yards konnte DK am Ende aufweisen. Die Rams nahmen Russell Wilson (32) seine stärkste Waffe und konnten das extrem wichtige, divisionsinterne Duell für sich entscheiden.

Alles in eigener Hand

Standing NFC West
1. Seattle Seahawks8 – 3
2. Los Angeles Rams7 – 4
3. Arizona Cardinals6 – 5
4. San Francisco 49ers5 – 6

Und dennoch steht Los Angeles in der engen NFC West momentan nur an Rang zwei. Mit sieben Siegen zu vier Niederlagen sind die Playoffs bei den schwachen zweiten Teams jeder Division in der NFC schon beinahe eingetütet. Den ersten Platz in der eigenen Division hätte man natürlich trotzdem gerne. Einen solchen Schnitzer wie letzte Woche gegen die San Francisco 49ers darf man sich dann aber keineswegs ein zweites Mal erlauben. Noch haben die Rams alles selbst in der Hand, denn gegen die auflauernden Arizona Cardinals müssen sie noch zweimal ran, einmal davon heute Abend. Ein Sieg wäre hier von enormer Wichtigkeit, denn sind die Cardinals siegreich ziehen sie prompt an Los Angeles vorbei. Es wird eine wegweisende Partie werden. Können die Rams Leistungen wie gegen die Seattle Seahawks und die Tampa Bay Buccaneers zu ihrem „Standard“ machen, ist mit einem tiefen Playoff Run zu rechnen. Sehen wir die Rams von letzter Woche oder die von der Partie gegen die Miami Dolphins, sind sie aber auch ganz schnell abgeschrieben.

Restprogramm*eigene Division
Week 13Arizona Cardinals (6-5)*
Week 14New England Patriots (5-6)
Week 15New York Jets (0-11)
Week 16 Seattle Seahawks (8-3)*
Week 17Arizona Cardinals (6-5)*

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