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Los Angeles Rams – Wer Wagt Gewinnt!

LOS ANGELES RAMS – WER WAGT GEWINNT!

Seit dem Sean McVay (35) den Posten des Head Coaches bei den Los Angeles Rams 2017 übernahm hat sich die Franchise prächtig entwickelt. Man gewann in den fünf Jahren unter McVay dreimal den NFC West Divisionstitel. Zurecht zählt die NFC West als eine der stärksten Divisionen der gesamten Liga. Mit den Arizona Cardinals und San Francisco 49ers sind gleich zwei weitere Teams der eigenen Division in den Playoffs vertreten. Hinzukommen die ebenfalls stets ambitionierten Seattle Seahawks. Es lässt sich also gewiss sagen, dass man ganz große Konkurrenz innerhalb der eigenen Division hat. 2018 stand man aber trotzdem bereits kurz vor dem ganz großen Coup! Musste sich aber letztlich im Super Bowl in einem Offensivarmen Spiel gegen die New England Patriots mit 13 – 3 geschlagen geben. Gerade dieses Spiel dürfte auch eine der ausschlaggebenden Gründe gewesen sein, warum man in dieser Offseason einen ganz großen Blockbuster-Trade vollzog. Ein Schritt der sich im Nachgang mehr als gelohnt hat!

ERWARTUNGEN NICHT ERFÜLLT

Zum Start seiner Zeit bei den Rams, hielt die Franchise von Sean McVay das erste Auswahlrecht im NFL Draft 2017. Das Team entschied sich für Jared Goff (27, QB). Der Strippenzieher sollte eigentlich gemeinsam mit dem neuen Head Coach eine neue erfolgreiche Ära der Rams prägen. Goff wurde seinen Erwartungen durch immer wieder schwankende Leistungen nicht gerecht. Zwar führte er sein ehemaliges Team in die Playoffs und wie bereits erwähnt in den Super Bowl. Doch gerade dort zeigte der Youngster Nerven. Als Spielmacher trägt man natürlich viel Verantwortung auf seinen Schultern. Das Vertrauen der Verantwortlichen in ihn konnte er an diesem Tag jedoch nicht zurückzahlen. Es klappte nichts für seine Offensive. Nur jeder zweite Pass von Goff kam an. Kein Touchdown. Lediglich drei magere Punkte schaffte sein Team in 60 Minuten auf das Scoreboard zu bekommen. Kein Team erzielte weniger Punkte in einem Super Bowl. Den Negativrekord von drei Punkten teilt man sich nun mit den Miami Dolphins von 1971! Zeitweise wirkte der Kalifornier dermaßen überfordert, dass man fast Mitleid hatte. 

Zu seinem Schutz muss man sagen, dass der Pass-Rush der Patriots an diesem Abend so stark funktionierte wie selten in den vergangenen Jahren. Immer wieder wurde der Spielmacher unter Druck gesetzt und wurde zu schnellen Pässen gezwungen. Dazu kam, dass die Patriots mit einer Passverteidigung vom feinsten ausgestattet waren. So fing gen Spielende Patriots-Verteidiger Stephon Gilmore (31, CB) eine Interception kurz vor der Endzone. Am Ende blieb trotzdem eine insgesamt ganz schwache Offensiv-Performance der Rams. Im Nachgang des Super Bowls schien das Vertrauen in seinen auserkorenen Franchise-Quarterback nach und nach zu bröckeln. Auf der ganz großen Bühne versagte man wie kaum jemand zuvor. Auch durchwachsene Leistungen in den Folgejahren liesen die aufkeimenden Zweifel weiter wachsen. Man sah das Potenzial des Spielers ausgeschöpft. Es wurde offenbar den Verantwortlichen bewusst, dass man in ganz großen Spielen stets den Spieler unterstützen muss und nicht erwarten darf, dass er derjenige ist, der mit überragenden Leistungen sein Team zum Erfolg führt. In der Offseason vor dieser Saison dann der Blockbuster-Trade mit den Detroit Lions! Jared Goff wurde gemeinsam mit einem Dritt-Runden-Pick 2021 und zwei Erst-Runden-Picks (2022, 2023) an die „Motown“ Franchise abgegeben. Im Gegenzug wechselte der langjährige Franchise-Quarterback Matthew Stafford (33) an die Westküste der USA! 

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DAS FEHLENDE PUZZLETEIL

Man sieht, dass sich die Rams den Trade ganz schön was kosten lassen haben. Man wollte nicht länger auf einen schwankenden jungen Spieler „under center“ setzen, sondern einen erfahrenen Recken haben. Jemanden, wo man genau weiß, was man bekommt. Genau dies hat man auch bereits dieses Jahr gesehen. Stafford agierte lange Zeit auf M.V.P.-Niveau. Spielte eine seiner besten Saisons und enttäuschte nicht. Er hievte die gesamte Offensive auf ein ganz anderes Level. Spieler wie Cooper Kupp (28, WR) erreichten neue Sphären, welche man nicht für möglich gehalten hatte. Letztlich war es eine Win-Win-Win Situation für alle Beteiligten. Die Rams haben nun womöglich das fehlende Puzzleteil, welches sie so lange gesucht haben. Matthew Stafford, welcher sich so langsam aber sicher im Herbst seiner Karriere befindet, wollte noch mal etwas Neues erleben. Er hatte vor der Saison bereits um die Freigabe für einen Trade gebeten. Jahrelang bekam er in Detroit nicht die Unterstützung, die er sich gewünscht hätte. Sein Potenzial wurde nahezu gänzlich verschenkt. Es ist fair von ihm, eine ehrliche Chance auf einen Titel zu fordern. Diese wurde ihm in all den Jahren für die Lions leider verwehrt. 

Sein früherer Arbeitgeber wusste hingegen, wenn der wichtigste Mann im Team unzufrieden ist, führt das auf Dauer zu nichts. Ebenso fühlte man sich sicherlich auch ein stückweit dem Spieler verbunden. Er hat jahrelang alles für seine Franchise gegeben, doch der Ertrag blieb deutlich hinter den Möglichkeiten zurück, weil das Front-Office nicht in der Lage war ein Umfeld zu schaffen, in dem man auch ernsthaft um Titel mitspielen kann. Durch den Trade erhält man in Goff eine solide Option als Alternative zu Stafford. Ganz wichtig für Detroit sind jedoch die Picks. Mit diesen könnte man den Rebuild des Teams zügig vorantreiben. Dabei muss man dann jedoch etwas mehr Draftgefühl zeigen als in den vergangenen Jahren. Den Rams dürfte dies jedoch vollkommen egal sein. Man hat nun einen Quarterback, der einem auch ein Spiel gewinnen kann. Jemanden auf den man sich nicht nur verlassen kann, sondern eben auch jemanden, welcher aus den anderen Spielern mehr heraus kitzelt. Ein Führungsspieler der genau weiß wie der Hase läuft. Dies hat man vor wenigen Tagen gegen die Arizona Cardinals gesehen, als die Saison des Divisionskonkurrent mit einem überzeugenden 34 – 11 beendet wurde!

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Arizona war im Vorfeld nicht zu unterschätzen. Führte lange Zeit die Division an. Es kamen ein paar Verletzungen hinzu, was die Leistung des Teams etwas schmälerte. Trotzdem gehörte man auf beide Seiten des Balles zu den besseren Teams. Gerade das Laufspiel der Offensive war beängstigend. Dass man dieses Team bei gerade mal 11 Punkten hielt und umgekehrt gegen die stabile Defensive 34 Punkte erzielte, lies so einige aufhorchen. Kommendes Wochenende gastiert man nun beim amtierenden Champion, den Tampa Bay Buccaneers. Dies wird ein wahrer Prüfstein und man muss es offen und ehrlich sagen. Die Chancen für die Rams stehen gar nicht schlecht. In der dritten Woche der Saison zeigte man eine überragende Leistung und siegte 34 – 24 gegen Tom Brady (44, QB) & Co. Die Buccaneers dürften gewarnt sein wenn es am Sonntag um 21:00 Uhr um den Einzug in das NFC Finale geht.

BLAUÄUGIGKEIT WIRD BESTRAFT

Das Team tut allerdings gut daran, nicht zu euphorisch zu werden. Denn auch wenn dies eine starke Leistung gegen die Cards war, hat das Team trotzdem noch genügend Baustellen. Agiert man also zu blauäugig, dann wird man dafür bestraft werden. Brady und seine starke Bucs-Offensive ist jeder Zeit in der Lage Fehler auszunutzen. Denn obwohl man im eigenen Offensiven-Passspiel zum Besten der gesamten Liga gehört, ist das Laufspiel der Rams nahezu nicht existent. Nur wenige Teams haben weniger Raumgewinn durch den Lauf erzielt. Kaum ein Team hat sogar weniger Touchdowns über den Boden erzielt. Das macht das eigene Spiel recht eindimensional und lässt den Gegner sich gut auf die entsprechenden Stärken einstellen. Mit Freude dürfte man hingegen die eigene Stärke gegen das Passspiel erwarten. Nur ein Team lässt weniger Touchdown-Pässe zu als die Defense der Rams. Auch mit 19 gefangenen Interceptions erwies man sich als eine wahre Turnover-Maschine! Hier dürfte auch der Gegner etwas zu knabbern haben. Die Balance im Team der Rams stimmt nämlich ganz gut. Denn auch gegen den Lauf stellt man sich nicht zu schlecht an.

Während man dem Gegner im Passspiel durchaus das ein oder andere First Down gönnt, sieht das gegen den Lauf etwas anders aus. Hier macht das Team einen wirklich guten Job und gehört zu den Top Laufverteidigungen. Freilich hat man wenig Mittel, wenn die Teams kurz vor der Endzone stehen und aus wenigen Yards den Ball mit ihren Trägern über die Linie wuchten, doch zumindest verhindert man oftmals die wichtigen drei bis vier Yards beim First Down, um das Laufspiel auch wirklich zu etablieren. Alles in allem haben die Rams eine sehr balancierte Mannschaft. Abgesehen vom eigenen Laufspiel hat man nur wenig Schwächen. Das man lieber heute als morgen den Super Bowl wieder mal gewinnen möchte, zieht sich durch die Aktivitäten des Teams. Wichtige Spieler wurden verlängert. Ein Franchise Quarterback wurde geholt und auch die jüngste Free Agent Verpflichtung von Odell Beckham Jr. (29, WR) zeigt, dass das Team bereit ist Geld in die Hand zu nehmen und Risiken einzugehen. Nur wer wagt wird auch gewinnen! Wir sind gespannt ob sich dieses Spiel am kommenden Wochenende auszahlt!

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