Aktuelles

Minnesota Vikings – Mit Einem Endspurt In Die Playoffs?

MINNESOTA VIKINGS – MIT EINEM ENDSPURT IN DIE PLAYOFFS?

Die Minnesota Vikings hatten genauso wie auch in der letzten Saison den Anspruch, wieder in die Playoffs zu gelangen. Letzte Saison endete es in der Divisional Round gegen den späteren Super Bowl Teilnehmer San Francisco 49ers. Das Minimalziel wurde somit erreicht. Dieses Jahr kam man so gar nicht in die Puschen. Mit 1 – 5 – 0 nach den ersten sechs Partien, wurde der Saisonstart gehörig verpatzt. Anders als noch 2016, nutzte man diesmal die Bye-Week um zu einem bislang grandiosen Endspurt anzusetzen.

UNGEWÜNSCHTER FEHLSTART

Schon vor der Saison war klar, dass der Auftakt in diese Spielzeit kein Leckerschmecken wird. Fünf der Sechs Teams bis zur Bye-Week in der 7. Woche, stehen aktuell auf einem Playoff-Platz oder haben zumindest letztes Jahr in den Playoffs gespielt. Doch irgendwie ist es auch sinnbildlich für die Franchise. Einmal mehr schaffte man es nicht gegen Teams, bei denen man eigentlich mithalten möchte, dies auch zu tun. Sicherlich endeten auch einige dieser Spiele nur sehr knapp, doch am Ende ist entscheidend, was unter dem Strich herauskommt. Nach dem Fehlstart wurde das Team um Head Coach Mike Zimmer (64) bereits abgeschrieben. Sogar der Coach selbst rückte immer wieder in den Fokus. Auch über eine Entlassung wurde diskutiert. Die Verantwortlichen vertrauen jedoch Zimmer weiter. Letztlich behielt das Front Office auch Recht. Nach der Bye-Week, setzte das Team zu einer Aufholjagd an, welche möglicherweise doch noch mit einem Playoff-Platz belohnt werden könnte!

Anders als dieses Jahr, startete das Team von Mike Zimmer 2016 nahezu perfekt in die Saison. Alle fünf Spiele wurden zum Auftakt gewonnen. Die Art und Weise wie das Team sich damals präsentierte lies die Herzen der Franchise höher schlagen. Berechtigt machte man sich große Hoffnung auf einen Playoff-Platz bzw. wurde man sogar als Geheimfavorit auf den Titel gehandelt. Nach der Bye-Week funktionierte jedoch gar nichts mehr. Am Ende konnte man von den verbleibenden 11 Partien, nur noch drei gewinnen! Die Playoffs wurden verpasst und am Ende stand man mehr oder weniger mit blanken Hosen da. Die Bye-Week, welche eigentlich als Vorteil gilt und man sich nicht nur kräftemäßig, sondern auch mental sammeln kann, wurde zum negativen Wendepunkt der damaligen Saison. Nicht so aber in diesem Jahr!

Embed from Getty Images

Diesmal gelang es dem Team, die Auszeit so zu nutzen, dass man davon Profit schlagen sollte. Das Team besann sich offensichtlich auf seine Stärken und kam mit Karacho aus der Pause zurück. Mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien gab man eine wichtige Antwort. Die Niederlage gegen die sehr geschwächten Dallas Cowboys (3 – 8 – 0) passt da zwar nicht wirklich ins Bild, kann man aber auch nicht ändern. Für Aussetzer ist das Team also nach wie vor gut. Trotzdem hat es eine Antwort gegeben, welche angesichts des Restprogramms sogar noch mit einer Playoff Teilnahme belohnt werden könnte. Aus den verbleibenden fünf Spielen, erscheinen vier Siege durchaus möglich. Wird man seinen eigenen Ansprüchen endlich gerecht, könnte es sogar für einen perfekten Zieleinlauf reichen. Klar ist aber auch, dass es keinen Spielraum für Fehler gibt. Diesen hat man sich durch den Fehlstart zunichte gemacht. 

RESTPROGRAMM

WocheGegnerBilanz
13Jacksonville Jaguars 1 – 10 – 0
14@Tampa Bay Buccaneers7 – 5 – 0
15Chicago Bears5 – 6 – 0
16@New Orleans Saints9 – 2 – 0
17@Detroit Lions 4 – 7 – 0

Sicherlich erscheint das Programm mit Teams wie den Tampa Bay Buccaneers und New Orleans Saints nicht unbedingt leicht, aber wir wollen hier auch erwähnen, dass sich die Buccaneers in den letzten Wochen mehr schlecht als recht präsentieren. Bei den Saints muss man abwarten ob Drew Brees (41, QB, Saints) bis dahin wieder genesen ist. Zwar hat das Team bewiesen auch ohne Brees Spiele gewinnen zu können, aber ich traue den Vikings an einem guten Tag definitiv zu, ein Team der Saints ohne Brees zu schlagen. Wichtig wird dabei sein, seinen eigenen Rhythmus zu finden und über seine eigenen Stärken das Spiel zu machen.

GRANDIOSES LAUFSPIEL

Die größte Stärke des Teams aus dem Norden der USA ist das Laufspiel. Allen voran geht hier Superstar Dalvin Cook (25, RB). Cook liegt in der individuellen Statistik rund um die Running Backs auf Rang zwei der erlaufenen Yards. Übertroffen wird er nur von Supermutant Derrick Henry (26, RB, Titans). Letzte Saison spielte Cook bereits eine überragende Spielzeit. Seine Statistiken aus der letzten Saison, welche er in 14 Spielen aufgestellt hat, hat der schnelle Läufer bereits jetzt egalisiert! Seine bärenstarken 4,5 Yards im Schnitt pro Laufversuch aus der letzten Saison, hat er sogar in diesem Jahr komplett gesprengt. Aktuell erläuft Cook 5,2 Yards pro Versuch! Kaum ein Spieler kann bei einem solchen Ausnahmewert mithalten!

Nachrichten, dass er am kommenden Wochenende wegen einer Knöchelverletzung vielleicht nicht spielen kann, hört man da natürlich nur sehr ungern aus Sicht der Franchise. Trotzdem sollte es die Moral nicht gänzlich in den Keller treiben. Haben doch auch alle weiteren Läufer des Teams gute Werte aufzuweisen. Backup Running Back Alexander Mattison (22, RB) bekommt zwar nur wenig Gelegenheiten um sein Können zu zeigen, doch auch er steht mit seinen 4,6 Yards pro Laufversuch für Effektivität. Hier muss man einfach mal das Coaching und vor allem auch die O-Line rund um Center Garrett Bradbury (25) loben. Die Offensive Line der Vikings steht verlässlich für das grandiose Laufspiel des Teams. Schaffen sie es nicht die Lücken für die Ballträger zu schaffen, funktioniert es auch nicht. Unterstützung erhalten sie durch Full Back C.J. Ham (27) welcher in den letzten beiden Jahren im Laufspiel und als Blocker eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Vielerorts sind seine Fähigkeiten sehr unterschätzt. 

Embed from Getty Images

Wenn wir die große Stärke der Franchise herausheben, müssen wir natürlich auch über die Achillesferse sprechen. Angesichts des Restprogramms mit Passstarken Teams wie den Bucs, Saints oder Lions, ist es nicht vorteilhaft, dass genau dort der Hund begraben liegt. Die Passverteidigung der Vikings gehört zu den schlechtesten der Liga. Nur drei Teams haben mehr Touchdown Pässe zugelassen. In den zugelassenen Yards durch die Luft, liegt man auf Rang 25 der 32 Teams! Es wird Zweifelsohne eine Herausforderung für Zimmer werden, diese Passing Teams nicht zur Geltung kommen zu lassen. Letztlich muss man aber über den Verlauf der Saison feststellen, dass das Team hier etwas Lehrgeld für seine Ausrichtung zahlt.

Das Team setzt speziell auf den Cornerback Positionen auf ein sehr junges Gespann. Keiner der Etatmäßigen Cornerbacks ist älter als 25. Die fehlende Erfahrung macht sich hier absolut bemerkbar. Bisweilen hat man sogar das Gefühl, die Youngsters sind zeitweise sehr überfordert. Kein einziger CB der Vikings kann eine Interception für sich verbuchen! Auch in Sachen verteidigte Pässe ist man unterirdisch. Das Gesamte Corp der Cornerbacks steht bei 9 verteidigten Pässen in nunmehr 11 Spielen. Also nicht mal ein einziger verteidigter Pass pro Partie. Xavien Howard (27, CB) von den Miami Dolphins hat neben seinen Ligaspitzenwert von 7 gefangenen Interceptions, auch alleine 15 Pässe verteidigt! Von einer solchen Qualität träumen die Vikings. 

Es hilft bei einer solch jungen Passverteidigung natürlich auch nicht, dass man kaum Unterstützung vom Pass Rush erhält. Letztlich ist der Pass Rush dafür verantwortlich einen Quarterback unter Druck zu setzen. Hat ein QB genügend Zeit, wird er wohl auch meist eine Anspielstation finden. Dass das Team aus der NFC North selten Druck auf die O-Line und den Quarterback erzeugt, ist für die Passverteidigung natürlich sehr undankbar. Mit 1,7 Sacks pro Partie, hat man im Schnitt 2 Sacks weniger wie das Top Team der Pittsburgh Steelers. Gerade in diesem Bereich, würde man sich für diese jungen Passverteidiger mehr Unterstützung erhoffen. So könnte am Ende das eigene Laufspiel doch zu wenig sein, wenn Tom Brady (43, QB, Buccaneers), Drew Brees (41, QB, Saints) oder Matthew Stafford (32, QB, Lions) einfach schalten und walten können. Dies gilt es zu unterbinden, wenn man am Ende doch noch mit einem Endspurt die Playoffs erreichen möchte!

Embed from Getty Images

To Top