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Minnesota Vikings – Zu neuen Höhen

MINNESOTA VIKINGS – ZU NEUEN HÖHEN

Nachdem man in den letzten vier Jahren keinen einzigen Divisiontitel holen konnte und die Playoffs nur einmal erreichte, endete die Ära von Mike Zimmer in der Offseason. Mit dem neuen Head-Coach Kevin O’Connell (37) scheint man in Minnesota nun den richtigen Mann gefunden zu haben. Die Saison startete wie erhofft gut. Dass die Mannschaft jedoch so erfolgreich spielt, haben vermutlich die wenigsten prognostiziert. Nun ist für die Vikings das ganz Große möglich. Am Ende der Trade-Deadline zeigte man mit dem Trade für einen der besten Tight Ends in T.J. Hockenson (25) erneut, wie ernst man diese Chance nimmt. Wie weit die Nordmänner aber wirklich gehen können, beleuchten wir im Folgenden.

Offensive Konstanz

Die Offensive war schon die letzten Jahre die Stärke des Teams. Dies ist auch in diesem Jahr weiterhin der Fall und man liefert wöchentlich Top-10 Ergebnisse ab. Trotz der ganzen Superstars, zieht Kirk Cousins (QB, 34) am Ende die Fäden und entscheidet wie stark der Angriff wirklich wird. Er spielt dieses Jahr ziemlich gut. Typisch Cousins war sein mit Abstand schlechtestes Spiel in Primetime gegen Philadelphia, in welchem er drei von fünf Interceptions warf. Auf die Interceptions kommen 11 Touchdowns, was ein Verhältnis von 2,2 ergibt. Dies ist nicht perfekt, reicht aber um sechs von sieben Spielen zu gewinnen und das ist die Statistik, die am Ende des Tages zählt. Einem Quarterback erleichtert es das Leben auch ungemein, wenn das Laufspiel funktioniert, was in Minnesota vorliegt. Dalvin Cook (RB, 27) gehört zu den Besten auf seiner Position und kann in sieben Spielen über 670 Scrimmage Yards und 5 Touchdowns aufweisen. Auch die 4.9 Yards pro Lauf lassen sich sehen. Er schafft es in diesem Jahr bis jetzt auch gesund zu bleiben, was in den vergangen Jahren einer der größten Kritikpunkte am Ausnahmetalent war.

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Der eigentliche Starspieler des Teams befindet sich jedoch unter den Passempfängern. Die Rede ist von LSU-Absolvent Justin Jefferson (WR, 23), welcher in seinen ersten beiden Jahren Bälle für über 3000 Yards gefangen hat. Von Anfang an dominierte er nahezu jeden Cornerback und drückte dem Gameplan seinen Stempel auf. Auch in diesem Jahr führt er das Team an und fängt im Schnitt 107 Yards pro Spiel. Zusammen mit seinem Kollegen Adam Thielen (WR, 32) hat man im Norden eines der besten Duos der Liga, was zusammen schon über 1000 Yards gefangen hat und somit rund 60% der Passoffensive ausmacht. Alle anderen Passempfänger erfüllen ihre Rolle, fallen jedoch nicht großartig auf. Das kann sich jedoch bald ändern, da man in den letzten Stunden der Trade-Deadline einen Deal mit den Lions um T.J. Hockenson finalisieren konnte. Dieser wurde in der Lions Offense extrem schlecht eingesetzt, hat aber schon oft gezeigt wie vielseitig und explosiv er spielen kann. Bei einem richtigen Einsatz und den ganzen Waffen um ihn herum, kann er sicher sein komplettes Potential abrufen. Dazu ist er auch noch ein solider Blocker, was zusätzliche Vorteile im Laufspiel bietet.

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Defensive Verbesserungen

Die wohl stärkste defensive Positionsgruppe der Vikinger ist dieses Jahr die Defensive Line. Das war lange nicht mehr der Fall. Bekannt war das Team aus Minnestoa vor allem durch starke Linebacker und Safetys. Doch in der Offseason adressierte man die vermeintlich wichtigste defensive Position. Man verpflichtete Edge-Rusher Za’Darius Smith (30). Dies schien für viele ein riskanter Schritt gewesen zu sein, da man ihn bezahlt bis er 33 wird und fraglich ist ob er die Leistung so lange oben hält. Dieses Jahr kann man jedoch nur staunen. Smith spielt auf einem Level, was sich jedes Franchise von seinem Star wünschen würde. In nur sieben Spielen verzeichnete er 8,5 Sacks und 13 Tackles für Raumverlust, was ihn zu einem Favoriten für den Defensive Player of the Year Award macht. Auf der anderen Seite hat man mit Danielle Hunter (DE, 28) einen weiteren Top-Spieler. Nach einer schweren Verletzung in 2021, kam er etwas langsamer in die Saison, doch mit 3 Sacks und 7 TFL’s braucht Hunter sich nicht zu verstecken. Die Mitte dominiert Dalvin Tomlinson (DT, 28), welcher schon seit Jahren als einer der besten Verteidiger gegen den Lauf gilt.

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Das Aushängeschild der Linebacker ist seit Jahren Eric Kendricks (ILB, 30). In 2022 beweist er seinen Wert erneut vor allem in Pass-Coverage, aber auch gegen den Lauf. Die Statistiken führt jedoch sein Partner Jordan Hicks (ILB, 30) an. Nachdem er in Arizona zum dauerhaften Starter und Spielführer geworden ist, bringt er seine Erfahrung nun nach Minnesota, was zu einem sehr routinierten Linebacker Duo führt. Das belegen auch die Statistiken, denn das Team ist  gegen den Lauf um Welten besser, als gegen den Pass. Mit fast 120 Tackles auf den beiden Veteranen ist das aber keine Überraschung. Die einzige Schwachstelle stellen die Defensive Backs dar. Die Führung übernehmen, wie schon letztes Jahr, die zwei ehemaligen All-Stars Patrick Peterson (CB, 32) und Harrison Smith (S, 33). Das Alter merkt man traurigerweise beiden an, was sich weniger an der Technik, aber mehr an der Athletik zeigt. Trotzdem hat Smith schon 3 Interceptions und Peterson 10 Pässe verteidigt. Etwas jünger wird man mit Cameron Dantzler (CB, 24), welcher sich nach zwei Jahren als Rotationsspieler endlich einen sicheren Platz in der Startelf erkämpft hat. Teilweise hat er gegen starke Receiver noch Technikprobleme, was aber im ersten Jahr als Starter zu den sogenannten „Growing Pains“ dazugehört und normal ist.

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Prognose

Wenn man in Woche Neun einen Sieg gegen die Commanders holt, ist man mit 7-1 auf bestem Weg die Division zu gewinnen und mit etwas Glück den Eagles den Weg zum First Seed schwer zu machen. Dieser Puffer wird aber auch benötigt, denn in Woche 10 & 11 hat man mit den Bills, sowie den Cowboys zwei der besten Teams gegen sich. Beide Spiele könnte man verlieren und sich wieder etwas weiter weg von den führenden NFC Teams befinden. Danach werden die Gegner aber wieder leichter und am Ende könnte man einen Rekord von 13-4 erreichen. Die Playoffs sind auch schon zum jetzigen Zeitpunkt nahezu garantiert und man könnte langsam ein paar SuperBowl Ambitionen hegen. An einem guten Tag der Defensive Backs ist die Defensive eine der Stärksten der Liga und die Offense hat alle Möglichkeiten, solange Kirk Cousins mitspielt. Sein größtes Problem sind jedoch die wichtigen Primetime Games, in denen alle Augen auf ihn gerichtet sind. Historisch hatte Cousins genau dort versagt, was dem Team die wichtigen Spiele gekostet hat. Wenn ihm dies im neuen offensiven System leichter fällt und seine Waffen gesund bleiben, wird es schwer das Team aus Minnesota von einem tiefen Playoffrun abzuhalten.

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