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Nach Dem Draft – Gewinner & Verlierer

Nach Dem Draft – Gewinner & Verlierer

In der Vergangenheit hat es sich als äußert transparent herausgestellt, wenn Ereignisse im Sinne von Gewinner und Verlierer dargestellt wurden. Gerade bei 32 Teams hat man meist immer ein sehr großes Feld, in dem man sagen kann, „dass war schon in Ordnung.“ Bei anderen jedoch gibt es dann schon eine Diskrepanz zwischen gut und schlecht.

Gewinner

Baltimore Ravens

Für mich persönlich haben die Baltimore Ravens wohl am meisten aus ihren Picks gemacht. Mit den Auswahlrechten 25 und 32 (von den Philadelphia Eagles) konnte man für eine Überraschung sorgen. Nach dem man den 25. Pick in Hayden Hurst (24) für einen der besten Tight Ends im Draft investierte, schlug man im Nachgang gleich noch mal richtig zu.

So sicherte man sich das letzte Auswahlrecht in der 1. Runde vom amtierenden Super Bowl Champion aus Philly um mit diesem Lamar Jackson (QB, 21) zu holen. Ja, genau der Lamar Jackson welcher 2016 die Heisman Trophy als bester College Spieler des Landes gewann! Das es Jackson wohl nicht in die Top 20 schaffen wird, hatte ich zwar befürchtet, jedoch haben die Ravens in meinen Augen hier einen tollen Zug gemacht.

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Insgesamt haben die Ravens 12 Spieler gedraftet und konnten so, vor allem für die Offensive ordentlich junges Potenzial dazu gewinnen. Nicht die schlechteste Idee den Kader mit jungen und hungrigen Spielern breiter zu machen, denn dass mehrere Leistungsträger in der Offensive bereits im besten Football-Alter sind, haben viele mitbekommen. Für John Harbaugh (Head Coach, 55) dürfte sich das wieder ein bisschen wie früher anfühlen. Das Formen und Weiterentwickeln von jungen Talenten hatte ihn einst im College berühmt gemacht.

Cleveland Browns

Bereits vor dem Draft wurde berichtet, dass die Cleveland Browns auch dieses Jahr eine exzellente Ausgangssituation haben. Zum Beginn des Drafts sorgte Cleveland dann gleich mal für einen kleinen Schock. So benutzte man den 1. Pick im ganzen Draft für Baker Mayfield (QB, 23). Der gebürtige Texaner hatte nur eine kurze Anreise nach Arlington, Texas, wo der Draft stattfand. Obwohl Mayfield in der letzten Saison die Heisman Trophy gewann, hatte ich ihn nicht in den Top 5 gesehen.

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Hoffen wir mal, dass Cleveland nun endlich seinen Retter gefunden hat. Das Talent der Browns, im Bezug auf Quarterbacks daneben zu liegen, ist ein alter Hut und wurde bereits letztes Jahr von mir ausführlich thematisiert. Nach dem man den letztjährigen 2. Runden Pick DeShone Kizer (QB, 22) bereits nach nur einer Saison schon wieder an die Green Bay Packers abgegeben hat, versucht man nun mit Mayfield glücklich zu werden.

Aufgrund der sehr guten Vorarbeit im Vorfeld des Drafts, hatten die Browns bereits fünf mal bis zum 68. Auswahlrecht gedrafted. Diese investierte man allesamt in Positionen, wo man Lücken schließen wollte und sollte. Mit den neun neuen Spielern konnte man sicherlich auch wieder gehörig an Talent dazugewinnen. Die Frage ist jedoch, was die Browns im Nachgang daraus machen. Letztes Jahr befand man sich in einer ähnlichen Situation. Am Ende misslang die Saison sogar noch mehr als im Jahr zuvor. Dieses Jahr sollte man unbedingt besser abschneiden als das 0-16-0 aus der vergangenen Spielzeit!

Verlierer

Buffalo Bills

Wahrscheinlich der größte Verlierer des gesamten Drafts sind die Buffalo Bills. Darf man Insidern glauben, dann haben die Bills wohl kaum eines ihrer ursprünglichen Ziele bekommen. Das man aus Sicht der Bills teuer auf den 7. Pick marschierte um Josh Allen (QB, 21) zu ergattern, ist für viele unverständlich. Nicht wenige denken, dass die Bills eigentlich Baker Mayfield als potenziellen Quarterback auserkoren hatten und schlicht und einfach notgedrungen sich nun mit Josh Allen abfinden müssen.

Ein Lichtblick möchte ich jedoch trotzdem noch fairerweise mit in den Raum geben. Das man für Linebacker Tremaine Edmunds (19) noch ein weiteres mal in der 1. Runde nach oben rutschte war ein guter Zug. Edmunds hat die physischen Voraussetzungen um gerade gegen Tight Ends gut auszusehen. Auch wenn die Bills womöglich kaum ihre Wunschspieler bekommen haben, so bleibt zumindest einer im Raum der für etwas Licht sorgen sollte.

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Seattle Seahawks

Wie soll man den Draft für die Seattle Seahawks beschreiben? Vielleicht eine Mischung aus überraschend, verwirrend und planlos? Es gibt bei den Seahawks mehrere Positionen, auf denen man sich unbedingt verstärken musste. Die labile Offensive Line hätte in meinen Augen oberste Priorität genießen sollen. Stattdessen wählt man in der ersten Runde einen Runningback, wo man grundsätzlich auch später noch solide Auswahlmöglichkeiten gehabt hätte.

In Folge des Draftes wartete man dann sogar bis in die späte 5. Runde um dann endlich doch mal einen Mann für die O-Line zu holen. Kurios wird es dann aber auch noch, dass man trotz Abgängen wie Richard Sherman (30, CB, 49ers) und DeShawn Shead (28, CB, Lions) nicht einen einzigen Cornerback gedrafted hat. Was mich jedoch dann aber endgültig mit einem Kopfschütteln dastehen ließ, ist die Tatsache, dass man auch für die absolut verbesserungswürdige Tiefe von Wide Receivern, keinen einzigen WR geholt hat. Es heißt ja immer, dass jedes Team einen Plan verfolgt. Hinter dem der Seahawks bin ich bislang nicht gekommen.

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