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New England Patriots – Aller (Neu-) Anfang Ist Schwer

NEW ENGLAND PATRIOTS – ALLER (NEU-)ANFANG IST SCHWER

Zwei Jahre ist es nun schon her, dass die New England Patriots und der GOAT, Tom Brady (44), getrennte Wege gehen. Als Nachfolger wurde zu Beginn der vergangenen Saison der ehemalige MVP Cam Newton (32) verpflichtet, welcher dieses Jahr dann aber überraschend aussortiert wurde. An Stelle 15 im diesjährigen Draft sicherten sich die Pats die Rechte an Mac Jones (23), welcher nun das Gesicht der Franchise für die Zukunft werden soll. Heute Nacht kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem langjährigen Passgeber New England´s und dem vermeintlichen Thronfolger, denn im Sunday Night Game sind die Tampa Bay Buccaneers in Foxborough zu Gast.

SCHWERWIEGENDE PERSONALENTSCHEIDUNGEN

Wie bereits oben erwähnt wurde nach dem Abgang Brady´s 2019, Cam Newton in der Offseason von der Free Agency geholt. Doch der Neustart beider Parteien verlief nicht wie erhofft. Klar schielte man nicht sofort auf den nächsten Ring, die 7-9 Saison war aber dennoch sehr enttäuschend für die Franchise und ihre Anhänger. Newton kam auf magere 2657 Passing Yards. Die einstige „Scoring-Machine“ verblasste völlig, besonders in der Redzone. Mit zehn Interceptions warf er den Ball öfter in die Hände eines Gegners, als in die eines Mitspielers in der Endzone, das gelang ihm nämlich nur achtmal. Am Ende stellte man die drittschlechteste Passing Offense der gesamten NFL.

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Natürlich trug nicht nur Newton Schuld am Scheitern des Teams. Die auf Jahre raus gezögerte Vertragspolitik sorgte dafür, dass man in New England jede Menge Geld einsparen musste und somit auch in Sachen Personal nicht aus den Vollen schöpfen konnte. Konnte Brady vermeintlich jeden Walmart Kassierer den Ball zuwerfen, gelang das Newton kaum. Auf der Receiver Position war man für ihn schlicht und ergreifend zu schwach und dünn besetzt. Obendrauf kamen Opt-Outs wichtiger Defensiv Akteure wie Dont´a Hightower (LB, 31) und Strong Safety Patrick Chung (34). Am Ende der zähen Spielzeit entschied man sich dann für einen tiefgreifenden Neustart.

VERSPÄTETER NEUANFANG

In der Offseason 20/21 konnte man dann mit wesentlich mehr Budget und ausgedünntem Kader auf Spielersuche gehen. Viele Namen von College Quarterbacks schwirrten umher und jeder Experte sah die Top Fünf unterschiedlich. Als die Patriots „on the clock“ waren, mussten sie einfach zuschlagen. Kaum einer hätte damit gerechnet, dass der talentierte Passgeber von Alabama Crimson Tide, Mac Jones, so „weit“ im Draft fallen würde. Die Experten waren sich sicher: Die Patriots konnten einen waren Steel für sich verbuchen und einen neuen Franchise Quarterback ihr Eigen nennen. Aber man würde ihm wohl noch ein Jahr hinter Newton geben. Doch falsch gedacht. Der neue Mann wusste in der Offseason scheinbar sehr zu überzeugen und verdrängte den Veteranen Newton, welcher schließlich kurz vor Beginn der Saison gecuttet wurde. Nach Jones investierte man bei der Auswahl der College Spieler besonders in die O-Line und Middlelinbacker.

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Untypisch für New England war, dass man auch in der Free Agency große Namen verpflichtete. Besonders auf der Position der Wide Receiver gab es seit Julian Edelman (35) und Randy Moss (44) nie große Namen. Mit Nelson Agholor (28) und Kendrick Bourne (26) verpflichtete man zwar keine Superstars, aber man investierte überraschend viel Geld. Den ehemaligen First Round Pick Agholor gab man einen Zweijahres Vertrag für $20 Mio., Bourne unterzeichnete Papiere für drei Jahre über $ 15 Mio. Bisher sticht zwar keiner der beiden als Nummer Eins heraus, im Offensivspiel sind sie aber gut eingebunden. Jakobi Meyers (24) scheint wie vergangenes Jahr die erste Geige zu spielen und kommt bis dato auf 19 Receptions für 176 Yards. Agholor und Bourne konnten beide über  100 Receiving Yards und einen Touchdown in den ersten drei Begegnungen sammeln, wir werden sehen ob sich das Investment auszahlt und wer sich als Nummer Zwei durchsetzen wird. Mit Tight End Hunter Henry (26) holte man einen weiteren begehrten Mann vom freien Markt. Der 1,96m Hüne konnte in den vergangenen vier Jahren bei den Los Angeles Chargers zwar gut abliefern, seinem hohen Draftpick aber nicht wirklich gerecht werden. Die Fans hoffen natürlich auf den neuen Gronk. Rückblickend waren allesamt sehr wichtige Personalentscheidungen. Denn nachdem Edelman nun auch die Cleats an den Nagel hängte, verletzte sich auch der wahr gewordene Draft Bust N´Keal Harry (23) erneut um auf IR zu landen.

Auch Defensiv gab es einige neue Namen. Gleich zwei richtig gute Linebacker holte man an Bord. Matt Judon (29) ging im Jersey der Baltimore Ravens regelmäßig auf Quarterback Jagd und sollte von nun an den jüngst sehr schwachen Pass Rush der Pats verbessern. 2020 konnte das Team nur 24 Mal bis zum Quarterback durchbrechen, nur fünf Mannschaften schafften noch weniger Sacks. Und sofort zeigte Judon sein enormes Potential. Schon in Partie zwei konnte er das erste Mal in einer neuen Uniform den gegnerischen Quarterback zu Boden ringen. Am vergangenen Sonntag sammelte er gar 2,5 Sacks gegen die New Orleans Saints. Der zweite neue Linebacker ist ein alter Bekannter. Kyle Van Noy (30) kehrte nach einem Jahr bei den Miami Dolphins zurück zu alter Wirkungsstätte. Auch in der Secondary wurde das Front Office tätig. Jalen Mills (CB, 27), einst von den Philadelphia Eagles gedrafted, soll nicht nur mit seinem grünen Haar auf sich aufmerksam machen, sondern besonders das Defensive Backfield verbessern. Da Star Cornerback Stephon Gilmore (31) mindestens die ersten sechs Partien fehlen wird, eine ebenso wichtige Verpflichtung.

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WAS BRINGT DIE ZUKUNFT?

Wohl kaum ein Fan erwartet schon jetzt den großen Wurf der Patriots. Das Team befindet sich im großen Umbruch, viele junge Akteure tragen große Last und man kann besonders von Jones nicht erwarten schon jetzt die ganze Liga in Grund und Boden zu spielen. Dennoch blitzt das ein oder andere Mal schon das Potential des Teams auf. Klar sehen Niederlagen gegen die Miami Dolphins und die New Orleans Saints nicht gut aus. Und ja, mit dem Sieg über die New York Jets hatte man nicht den stärksten Gegner, aber dieser Prozess braucht einfach seine Zeit. Mit Mac Jones hat man wahrscheinlich den langjährigen Passgeber gefunden. Runningback Damien Harris (24) entwickelt sich in seinem dritten Jahr, step by step,  zu einem richtigen „three down Back“. Die Offensive wurde deutlich verjüngt und verstärkt. Viele Draft Picks wurden in den vergangen zwei Jahren in die O-Line gesteckt, so sollte man einen Rebuild schließlich beginnen. Head Coach Bill Belichick (69) und Co. scheinen das Projekt richtig anzugehen. Die Defense ist, Patriots typisch, schon jetzt gut aufgelegt, jetzt muss die neu aufgestellte Offense nachziehen.

Heute Nacht wird es bei der Rückkehr Brady´s aber schwer etwas zu holen. Der Signal Caller kommt mit einer ganzen Armada an Waffen ins Gillette Stadium. Neben Mike Evans (28) und Chris Godwin (25) zwei weitere Rückkehrer. Mit Rob Gronkowski (32) wird es kein Wiedersehen geben, der Tight End der einst seine Karriere bei den Pats beendete, fällt verletzungsbedingt aus. Er war zuletzt in bestechlicher Form. Antonio Brown (WR, 33) wurde vorgestern von der Covid Liste gestrichen und kehrt, nach seinem kurzen Scharmützel 2019 bei New England, ebenfalls in guter Form zurück. Für das neu aufgestellte Team rund um Jones wird das die erste große Bewährungsprobe, mit einem richtig harten Gegner und die erste Wasserstandsmeldung  wo man sich im Rebuild befindet.

Ein kleiner Fakt am Ende: Brady könnte heute den nächsten Rekord sein eigen nennen. Denn es fehlen ihm lediglich 67 Passing Yards um Drew Brees (42) vom Thron zu stoßen und sich mit den meisten Passing Yards aller Zeiten selbst die Krone aufzusetzen. Wir von MyBlindSideBlog.de gratulieren schon jetzt.

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