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New England Patriots – „Do Your Job“

New England Patriots – „Do Your Job“

In der regulären Saison wirkten die New England Patriots nicht annähernd so dominant, wie wir es in den Jahren zuvor gewohnt waren. Nach Woche drei, mit zwei Niederlagen in Folge, hatten sie sogar ein negatives Standing. Von Woche zu Woche lief sich die Maschinerie dann aber doch ein. Schließlich sicherten sie sich kurz vor Knapp noch den zweiten Seed in der AFC und die sehr wichtige Bye Week in der Wild-Card-Round. Was sich als durchaus lohnenswert erwies, als sie letzte Woche die Los Angeles Chargers förmlich an die Wand spielten und schließlich das Ticket fürs Conference-Championship-Game zogen.

weiter auf Rekordjagd

Dies gelang den Patriots nun schon zum achten Mal in Folge. Unfassbar, hiermit ist die Franchise alleiniger Rekordhalter. Doch nicht nur das Team stellt in dieser Hinsicht Rekorde auf, besonders einer der größten Quarterbacks aller Zeiten schreibt an seiner einzigartigen Geschichte weiter.

Tom Brady (41, QB) läuft am Sonntag zum 39. Mal in einem Playoff-Spiel auf. 28 Siege konnte er bisher alleine in der Post-Season für sich verzeichnen. Zum Vergleich: Peyton Manning (42, QB), lebende Quarterbacklegende der Indianapolis Colts und Denver Broncos, kommt gerademal auf 27 Playoff-Spiele insgesamt. Bei einem Sieg gegen die Kansas City Chiefs wäre es außerdem die neunte Superbowl-Teilnahme für Brady. Unglaublich wenn man bedenkt, dass alleine einmal im Superbowl zu spielen, den meisten NFL-Spielern in ihrer gesamten Karriere niemals gelingen wird, oder gelang.

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Schach auf grünem Rasen

Noch ein weiterer Mann, der keineswegs im Schatten des Superstars steht, kann sich mit einem weiteren Finaleinzug quasi selbst ein Denkmal bauen. Head Coach Bill Belichick (66) kommt auf elf Superbowl-Teilnahmen, acht davon als Head Coach der Patriots. Bei diesen ist er übrigens nun schon seit 19 Jahren unter Vertrag, ein Urgestein. Doch von seiner Genialität und Verbissenheit ging über die 24 Jahre als Cheftrainer, kein bisschen verloren.

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Während seiner langen Zeit in der NFL konnte er natürlich ein immenses Wissen anhäufen und kann immer wieder auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Noch heute gibt es wohl keinen anderen Trainer der sich so auf seinen nächsten Gegner einstellt und diesen bis ins kleinste Detail studiert. Belichick ist dafür bekannt, die noch so kleinen Fehler der anderen Teams auszumachen und schließlich eiskalt zu nutzen, um sich einen Vorteil zu beschaffen.

Deutlich wurde dies erst wieder am letzten Sonntag. Besonders in Halbzeit eins ließ New England den Chargers aus Los Angeles nicht den Hauch einer Chance. Dem eine Woche zuvor noch so groß aufspielende Pass-Rush aus L.A. wurde förmlich der Zahn gezogen. Mit einem hohen Pensum an Kurzpassspiel und extrem vielen Läufen über die Runningbacks, machten Brady und Co. die Defensive der Chargers müde und mürbe. Nicht spektakulär aber auf alle Fälle sehr effektiv. Speziell defensiv erwiesen sich die Patrioten als extrem gut vorbereitet. Philip Rivers (37, QB) schien kurz vorm Nervenzusammenbruch. In nahezu jedem Passspielzug wurde er gesackt, oder kurz nach dem Pass unsanft zu Boden gebracht.

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Der Schein trügt

Auch wenn zu Anfang der Saison nicht alles sehr vielversprechend und etwas eingerostet wirkte, wurde in New England erneut ein großartiges Team geformt. Zu Beginn wirkte das Team nicht so dominant wie in den Jahren zuvor, was wohl auch an den mehr oder weniger durchschnittlichen Statistiken Tom Brady`s lag. Und trotzdem erweist sich das Kollektiv nun wieder als große Stärke der Mannschaft. Denn der Schein trügt etwas. Die Pats haben trotzdem die viertbeste Offensive der gesamten Liga. Dies liegt vor Allem am überaus effektiven Laufspiel. Hier belegte die Franchise in der Regular-Season den vierten Rang. Besonders Rookie Sony Michel (23, RB) erweist sich bisher als grandiose Neuverpflichtung. Nur knapp schrammte der erstrunden-Pick an einer 1000-Yard-Saison vorbei.

Top Rusher N.E. PatriotsRushing YardsRushing TD
Sony Michel (RB)9316
James White (RB)4255
Rex Burkhead (RB)1860
Cordarrelle Patterson (WR)2281
Julian Edelman (WR)1070

Mr. Playoffs

Schlussendlich ist aber völlig egal wie und was bis heute gespielt wurde, wichtig ist wie am Sonntag performt wird. Und besonders ab Januar kann Tom Brady besonders auf einen Mann zählen. Seine Lieblingsanspielstation Julian Edelman (32, WR). Der Wide Receiver griff ab Woche fünf wieder ins Spielgeschehen ein. Die gesamte letzte Saison musste er aufgrund eines Kreuzbandrisses in der Pre-Season aussetzen. Er hat zwar etwas an seiner Spritzigkeit eingebüßt, ist aber besonders auf engem Raum einer der besten seines Faches, mit besonders starken Händen und perfektem Route-Running.

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Dass gerade er wieder auflaufen kann macht auch das Spiel des Quarterbacks besser. Besonders in den Playoffs hat das Duo eine extrem gute Bindung. In der Divisonal-Round fand Brady Edelman mit ganzen neun Pässen und einem Raumgewinn von 151 Yards. Schaut man sich die letztjährigen Statistiken des Wide Receiver´s etwas genauer an, kann man die obige Aussage bestätigen. Seit 2013 kommt Edelman in elf Post-Season-Spielen auf durchschnittliche acht Passfänge und 100 Receiving-Yards pro Partie. Edelman ist Brady´s go-to-Guy und Mr. Playoffs.

JahrPlayoff-SpieleReceptionsReceiving YardsTD
20132161731
20143262811
20152171530
20163213421
2017gesamte Saison verletzt
2018191510

NIemals abschreiben

Im Großen und Ganzen ist zu sagen: Geht es um die Wurst, sollte man die Patriots niemals abschreiben. Zwar gibt es nach Brady nur wenige weitere große Namen bei den Pats, das starke Kollektiv ist aber Jahr für Jahr das Aushängeschild der Franchise. Man darf die Rechnung einfach nicht ohne den fünfmaligen Superbowl-Champion machen, sonst kommt man ganz schnell unter die Räder.

Spulen wir mal zurück ins Jahr 2017. Am fünften Februar fand die Partie um die Vince-Lombardy-Trophy im NRG-Stadium in Houston statt. Bei einem Halbzeitstand von 21:3 schienen die Atlanta Falcons schon früh das Team zu sein, welches später den Pokal in die Luft stemmen sollte. Doch zu früh gefreut. Nach der Halbzeitshow rund um Lady Gaga, kamen die Patriots mit neuer Energie und einem angepassten Gameplan aus den Katakomben der Arena. Nach einem geschichtsträchtigen Comeback, in welchem New England in den gesamten zweiten 30 Minuten nur sieben Punkte zuließ, ging es zum ersten Mal in der Superbowl-Historie in einem Finale über die reguläre Spielzeit hinaus, in die Overtime. Schließlich gelang den Pats der entscheidende Touchdown und mit einem Endstand von 28:34 ging die Trophäe erneut nach Foxborough.

Im Kampf um die AFC-Meisterschaft heißt der nächste Kontrahent nun Kansas City. Ob es dem Team rund um den ebenfalls sehr erfahrenen Head Coach der Kansas City Chiefs, Andy Reid (60), gelingen wird die Patriots nieder zu ringen, sehen wir heute Abend. Es ist alles für ein high-scoring-Game angerichtet, bereits in der Regular-Season trafen beide Franchises aufeinander. Im Gillette-Stadium konnte das Heimteam das Spiel für sich entscheiden. New England triumphierte mit 43:40.

Heute geht es im Arrowhead-Stadium in Kansas für die Patriots dennoch wieder getreu nach dem Motto: „DO YOUR JOB!!!“

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