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New York Giants – Man Tritt Auf Der Stelle

NEW YORK GIANTS – MAN TRITT AUF DER STELLE

Die New York Giants kommen nicht so richtig voran. Vor zwei Jahren entschied man sich für einen umfänglichen Rebuild. Ein Schritt, welcher auch dringend notwendig war. Bislang konnte man aber noch nicht den gewünschten Ertrag ernten. Die Franchise tritt ein Stück weit auf der Stelle! Dabei ließ die vergangene Spielzeit wirklich auf Besserung hoffen. Nach fast der Hälfte der aktuellen Saison muss man aber ernüchternd feststellen, dass der Schritt nach vorne offenbar doch noch zu früh ist. Das Team muss sogar schauen, dass es nicht sogar weiter an Boden verliert. Diverse alarmierende Zeichen dürften den Hauptverantwortlichen dabei sicherlich nicht gefallen! Was ist da also los am „Big Apple“?

2020 LIESS HOFFEN

Letzte Saison ließ die Fans der Giants durchaus für die diesjährige Spielzeit hoffen. Trotz eines katastrophalen Starts von fünf Niederlagen in Serie, etablierte sich das Team und konnte in der Folge aus den verbleibenden 11 Partien immerhin sechs gewinnen! Das Team hatte zu Beginn der Spielzeit mit Verletzungen zu kämpfen, welche man nur schwer wegstecken konnte. Der ganz große Star des Teams Saquon Barkley (24, RB) verletzte sich bereits in der zweiten Woche schwer und konnte in der Folge nicht mehr zurückkehren. Somit musste man das Spiel der Offensive, welches auf den Schultern des schnellen Läufers aufgebaut war, gänzlich verändern. Diesen Rückschlag zu verdauen, brauchte seine Zeit. Als man jedoch die Aufgaben des Schlüsselspielers verteilt hatte und so ein neues Konzept rund um Quarterback Daniel Jones (24) generierte, erntete man erste Früchte. Insgesamt gingen vier Partien mit nur einem Ballbesitz Unterschied verloren. In diesen vier Spielen liegt die gesamt Punktedifferenz bei 10 Punkten! Darunter gehört auch die 23 – 25 Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers!

Man bot auch den großen Teams der Liga einen Fight. Freilich profitierte man auch lange von der im letzten Jahr ganz schwachen NFC East. Denn vier der sechs Siege holte man innerhalb der eigenen Division. So konnte man sogar auch noch bis zum Ende der Saison auf einen Playoff-Platz hoffen. Mit einer Bilanz von 6 – 10 – 0 wurde man zweiter und hätte mit nur einem Sieg mehr sogar ein Ticket für die Postseason ergattert! Dieses Ticket schnappte sich aber letztlich der Rivale aus Washington! Dennoch war es beeindruckend, wie das Team am Ende den Ausfall ihres Stars wegsteckte und sich zurückkämpfte! Daher dachte man auch nicht zu Unrecht, dass mit einem wieder genesenen Barkley 2021 sicherlich etwas mehr drin ist. Die Realität schaut aktuell leider anders aus. Das Team steht aktuell bei lediglich zwei Siegen nach acht Wochen. Natürlich muss man auch hierbei erwähnen, dass man auch momentan wieder gut mithält. Vergangenen Montag führte man noch bis kurz vor Schluss gegen die Kansas City Chiefs. Am Ende verlor man mit 20 – 17 nur ganz knapp! Das Team von Head Coach Joe Judge (39) schafft es offenbar nicht, sich für gute Leistungen auch zu belohnen.

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GRUND ZUR SORGE

Mit voranschreiten der laufenden Saison, muss man sich nun das Bild der Giants etwas genauer anschauen. Woran liegt es, dass das Team bislang nicht auf die letztjährige, am Ende doch recht ordentliche Bilanz von 6 – 10 – 0 aufbauen kann? Mit der Rückkehr ihres Topstars, sollte man doch wieder mehr Waffen zur Verfügung haben. Genau das ist auch der springende Punkt. Saquon Barkley zündet bislang noch keineswegs so, wie man es sich erhofft hat. Zuletzt fehlte er in Spiel und Training aufgrund einer Knöchelverletzung und fälschlich positivem Corona Test. Auch kommenden Sonntag wird er gegen die Las Vegas Raiders aufgrund der Knöchelverletzung nicht spielen können. In den fünf Partien, in denen er bislang mitwirkte, konnte er aber kaum überzeugen. Er steht bei 325 Scrimmage Yards, was knapp 65 Yards pro Partie bedeuten. Für das einstige Workhorse der Giants ein überraschend geringer Wert. Natürlich muss man aber auch sagen, das Barkley von einer schweren Verletzung zurückkehrt. Dass er hier wahrscheinlich Anlaufschwierigkeiten haben wird, damit musste man rechnen. Gerade für jemanden, der in den letzten Jahren so oft den Ball bekam, geht ein Kreuzbandriss nicht ohne Spuren vorbei. 

Wichtig für die Giants ist, dass man ähnlich wie man es letzte Saison tat, ihn nicht überbeansprucht. Sonst könnten hier Langzeitschäden entstehen, was es aus Sicht der Franchise tunlichst zu vermeiden gilt. Ebenso ist es auch wichtig, dass man die Arbeit auf mehrere Schultern weiter verteilt. Neben Barkley hat man mit Devontae Booker (29, RB) einen weiteren erfahrenen guten Läufer. Auch Quarterback Daniel Jones hat vor allem letzte Saison gezeigt, dass man auch ihn immer wieder mal als Läufer einsetzen kann. Der Spielmacher setzt dies weiter ordentlich um. Allerdings wird auch der Strippenzieher selbst weiter im Fokus des Geschehens bleiben. Sein Draft damals war sehr umstritten. Ihn an 6. Stelle im Draft 2019 auszuwählen sorgte damals für sehr viel Kritik. Die kritischen Stimmen konnte Jones bislang noch nicht verstimmen lassen. Immer wieder sorgt er an guten Tagen für starke Spiele, wenn auch nicht frei von Fehlern. Was den Coaches aber sicherlich nicht entgangen ist, ist sein fehlender Fortschritt bei seinen Reads. Mittlerweile befindet sich Jones in seinem dritten Jahr und hat im Vergleich zu seinem doch recht überraschend gutem ersten Jahr kaum Fortschritte gemacht. Nicht falsch verstehen, seine Debüt-Saison war keine überragende, wie man es bei anderen Rookies wie kürzlich Justin Herbert (23, QB, Chargers) gesehen hat. Mit über 3.000 Yards und 24 TD’s aber sicherlich auch nicht schlecht! Danach knüpfte er aber kaum mehr daran an. Es folgte eine statistisch gesehen deutlich schlechtere Saison 2020. Was man auch auf das Fehlen Barkleys zurückführen kann. 2021 liegt er irgendwo zwischen den ersten beiden Jahren.

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Natürlich ist Jones noch jung und hat daher weiterhin viel Potenzial nach oben. Reads zu erkennen und zu wissen, was man machen bzw. vermeiden muss, ist aber etwas wo er mittlerweile deutlich weiter sein müsste. Fehler passieren keine Frage aber, dass er statistisch bei bisher lediglich fünf Interceptions steht ist mehr als glücklich. Hier muss er deutlich an sich arbeiten. Was mir an ihm jedoch sehr gefällt ist, wie er dieses Jahr seine Anspielstationen findet. Seine Präzision ist in meinen Augen noch besser geworden. Vor allem wie er Rookie Ladarius Toney (22, WR) nach und nach ins Spiel einbindet lässt hoffen. Der 1. Runden Pick hat etwas Anlauf gebraucht um sich in der NFL zurechtzufinden. In der fünften Woche hatte er dann sein Break-Out Spiel! 10 Receptions für 189 Yards! Seither sind die Verteidigungen gewarnt. Wichtig ist nun für den Youngster und auch Jones, dass man dieses Spiel nicht zu einem One-Game verkommen lässt. Toney muss weiter gefüttert werden. Wenn man ihm Vertrauen schenkt, ist er in der Lage es zurückzuzahlen. Er darf auf keinen Fall ein zweiter Sterling Shepard (28, WR) werden. Shepard kam damals mit ähnlich viel Lorbeeren in die Liga wie Toney. Der Spieler schaffte jedoch nie mehr als 872 Yards Raumgewinn in einer Saison. Vielleicht klappt es ja dieses Jahr!

DEFENSIVE MIT GROSSEM MANKO

Die Giants haben also einige Gründe in der Offensive, welche zum Nachdenken anregen. Dabei ist es aber auch nicht zu verachten, was auf der anderen Seite des Balles geschieht. Mit Blick auf die Defensive hat man nämlich auch hier ein ganz großes Manko. Was man wöchentlich gegen den Lauf bietet, ist nicht ausreichend! Überraschenderweise ist die Verteidigung gegen den Pass recht solide. Woche für Woche lässt man aber zu viele Yards auf dem Boden zu. Hier gehört man zum hinteren Drittel der Liga. Im Schnitt lässt man 123,2 Yards am Boden zu. Damit verschlechterte man sich im Vergleich zu 2020 um fast 12 Yards pro Partie. Teams wissen das natürlich und versuchen daher aus dieser Schwachstelle Kapital zu schlagen. Interessant ist auch zu sehen, wie die Defense der Giants ins Spiel startet. Im 1. Quarter gehört man zu den Top 3 Defenses der gesamten Liga! Kaum ein Team lässt weniger Punkte im 1. Viertel zu. Auch direkt nach der Pause agiert man noch konzentriert und gehört zur Top 10. Besorgniserregend ist somit wie man sich zum Ende hin schlägt. Im zweiten Quarter ist man sogar das drittschlechteste Team der gesamten Liga! Im letzten Quarter mit 8,8 Punkten und Rang 26 kaum besser!

Woran liegt es, dass man immer gut beginnt, aber je länger das Spiel dauert deutlich abfällt? Offenbar gelingt es, den Druck des Gegners nur über einen bestimmten Zeitraum zu widerstehen. Ein bekanntes Mittel und Rezept ist es, die Verteidigung eines Gegners müde zu machen. Durch lange Ballbesitzphasen immer wieder die Verteidigung zu zermürben. Dies gelingt dem Gegner, durch lange Drives. Mit Blick auf den Ballbesitz, liegen die Giants wenig überraschend weit hinten. Im hinteren Fünftel, um genauer zu sein! Somit ist es wenig verwunderlich, dass die Defensive gerade zum Ende der Halbzeiten einbrechen. Teams nutzen die Schwäche gegen den Lauf für lange Drives und sorgen so dafür, dass zum Ende der Halbzeiten der Saft ausgeht. Am Ende reichen die Kraftreserven nicht mehr aus, um eine Partie noch herumzureisen. Bestes Beispiel war hier der letzte Montag, als man zu Beginn des 4. Quarters gegen die Chiefs in Führung ging und dann einbrach und noch zwei Field Goals gegen sich kassierte. Allerdings kann man dieses Problem nicht alleine der Defensive zu schreiben. Wenn man selbst in der eigenen Offensive sein Spiel aufziehen kann und selbst für lange Drives sorgen würde, wäre das auch eine Entlastung für die Defensive. Dazu benötigt man aber einen 100 % fitten Saquon Barkley und einen Quarterback der sein Team über das Feld führt. Genau diese beiden funktionieren 2021 noch nicht so wie notwendig und gewünscht. Die New York Football Giants müssen schnell Lösungen finden. Ansonsten wird man auch weiterhin nur auf der Stelle treten!

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