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Oakland Raiders – Gruden Kehrt Zurück

Oakland Raiders – Gruden Kehrt Zurück

Obwohl die Zeichen im Vorfeld der Saison 2017 sehr gut für die Oakland Raiders standen, endete die Saison mit einer 6 – 10 – 0 Bilanz eher bescheiden. Schnell wurde der Schuldige in Head Coach Jack Del Rio (55) ausgemacht.  Der Coach war in der Offseason einen mutigen Schritt gegangen und hatte sowohl Offensiv als auch Defensiv Koordinatoren ausgetauscht. Eine Tatsache die ihm zum Verhängnis wurde. Nach einem Paukenschlag können die Raiders nun aber wieder optimistisch in die Zukunft schauen.

Gruden Beendet Abstinenz

In den vergangenen 20 Jahren galt wohl neben Bill Belichick (66, HC, Patriots), Jon Gruden (55) stets als der wohl beste Coach  der Liga. Und das obwohl Gruden bereits seit 2008 kein Team mehr unter seiner Fittiche hatte. Der gebürtig aus Sandusky, Ohio stammende, hat in den letzten Jahren immer wieder Top Angebote ausgeschlagen. Dem Starcoach wurden Unsummen an Geld geboten, um aus seiner Coaching-Abstinenz zurückzutreten, welche er jedoch allesamt ablehnte.

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Bis zu jenem Tag als die Oakland Raiders einen erneuten Versuch starteten. Zur Vorgeschichte muss man wissen, dass Jon bereits von 1998 bis 2001 bei den Raiders die Zügel in der Hand hielt. Damals führte er sein Team zwei Mal in die Playoffs, wobei sie jedoch stets knapp scheiterten. Am Ende musste man sich immer gegen die späteren Super Bowl Champions, der Baltimore Ravens (3 – 16 – 2000) und den New England Patriots (13 – 16 OT – 2001) geschlagen geben.

Was dem Verfechter des „spread run game“ mit den Raiders versagt blieb, gelang ihm jedoch nur ein Jahr später mit den Tampa Bay Buccaneers. Er führte die Franchise zu ihrem bislang einzigen Super Bowl Sieg. Noch heute wird Gruden deshalb von den Piraten verehrt. Insgesamt blieb er sieben Jahre bei den Bucs, in denen er es drei Mal in die Playoffs schaffte. Zwar konnte Gruden nicht mehr an dem Erfolg des ersten Jahres anknüpfen, lieferte dennoch meist den Fans eine Show. Dies lag vor allem an der Art und Weise wie er Football spielen lies.

Nach seinem Engagement bei den Buccaneers zog es den Sympathieträger ins TV. Von 2009 an arbeitete Gruden für ESPN und wurde dort von den meisten Zuschauern durch seine kompetente und begeisterungsfähige Art bei den Monday Night Games geschätzt. Es gibt nicht wenige die behaupten, seine Zeit im Fernsehen hat ihn noch wertvoller werden lassen. Die Weise wie er Dinge sah und analysierte lies selbst eingefleischte Experten verblüffen. Nicht verwunderlich, dass er zu einem der begehrtesten Coaches überhaupt wurde.

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Über die Jahre hat sich der Coach auch ein großes Netzwerk aufgebaut. Seine Tätigkeit als Broadcaster half natürlich dabei Kontakte herzustellen bzw. zu pflegen. Jeder kennt ihn und er kennt jeden. Das Coachen auch in der Familie liegt, sieht man an seinem Bruder Jay Gruden (51). Jay ist Head Coach der Washington Redskins und genießt ebenfalls großen Respekt in der Szene. Mit seinem großen Bruder kann es der jüngere Gruden jedoch nicht aufnehmen. Dafür fehlt ihm noch der Super Bowl. Es schien also so, als fühle sich Jon in seinem Dasein als Experte sehr wohl.

Als dann auch noch 2014 eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2021 von ESPN bekannt gegeben wurde, hielten wohl die meisten ein Comeback für ausgeschlossen. Dennoch wagten immer wieder mal Teams den Versuch. Am Ende gelang es aber lediglich der alten Liebe aus Oakland, seinen ehemaligen Helden zurück zu holen. Ein Blockbuster-Move von Mark Davis (63, Eigentümer, Raiders) auf den sein Vater Al Davis (82+) sicher stolz gewesen wäre.

Wie genau es die Raiders anstellten, Grudens Coaching-Abstinenz zu beenden, ist nicht klar. Sicher ist jedoch, dass der Startrainer fürstlich entlohnt wird. 10 Jahre soll der Vertrag für den 55 jährigen gehen, in denen er $ 100.000.000 verdienen soll. Mittlerweile hat er jedoch klar gestellt:

Ich werde das Geld der Raiders nicht nehmen wenn ich es nicht zu Ende bringe!

Jon Gruden

Wenn das keine Ansage ist! Es scheint so, als möchte er diesmal beenden, was ihm Anfang des Jahrhunderts verwehrt blieb. Damit anfangen möchte er bereits in dieser Spielzeit!“

Arbeit Mit Jungem Team

Die Gegebenheiten, welche bei den Raiders aktuell herrschen sind sehr positiv. Der Kern der Mannschaft ist sehr jung. Die Leistungsträger haben auch allesamt noch sehr viel Potential bzw. Luft nach oben. Offensiv ist Oakland gut aufgestellt, wobei die Spieler hier den Head Coach willkommen heißen werden. Während nicht wenige Spieler auf den nächsten Schritt warten, ist eben Gruden bekannt dafür, Spieler zu formen. Dies hat er auch bereits in seiner ersten Amtszeit bei den Raiders gemacht, ebenso bei den Bucs.

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Dass er nichts verlernt hat, konnte man bereits in der Offseason bemerken. Hier nimmt er keine Rücksicht auf große Namen oder Starallüren. Dies musste auch einer der wenigen Starpunter der Liga,  Marquette King (29, P) schmerzlich erfahren. Der Special Teamer gehört seit Jahren zu den Besten der Liga. Trotzdem wurde er von den Raiders entlassen. Wie man hört bewusst, um dem Team ein Signal zu senden. Ob es bei dem Team angekommen ist, sollten wir in den kommenden Wochen dann einschätzen können.

Die Offseason war sicherlich geprägt von Personalentscheidungen, die man nicht unbedingt hätte sehen können. Trotzdem baut der Super Bowl Champion von 2002 sein Team nach und nach auf. Ich bin niemand der bei der Verpflichtung eines neuen Coaches gleich von Beginn an Wunder erwartet. Gut Ding braucht grundsätzlich Weile. Dennoch habe ich aber auch im Kopf, wie er 2002 auf Anhieb Erfolg hatte. Wir dürfen gespannt sein, was der Stand der Dinge nach der Saison 2018 sein wird. Zuzutrauen ist den Raiders jetzt wieder alles!

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