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Pittsburgh Steelers – Das Schlechteste Ungeschlagene Team Jemals?

PITTSBURGH STEELERS – DAS SCHLECHTESTE UNGESCHLAGENE TEAM JEMALS?

Eines der erfolgreichsten Franchises aller Zeiten. In der Spanne von 1974-1979 gewannen sie vier SuperBowls. Ein Rekord, den nie ein anderes Team entthronen sollte. 2005 gewann man den fünften Bowl und 2008 den sechsten. Auch das Gewinnen von sechs Ringen, ist ein Rekord, den kein Franchise brach. Für den letzten Ring und das Team seit 2007 ist Mike Tomlin (HC, 48) verantwortlich. Er führt die Steelers seit 13 Jahren und hatte nie eine Saison, in welcher er mehr Spiele verlor als gewann. Auch dieses Jahr wird die Serie nicht reißen da er mit dem Sieg in Woche 10 gegen die Bengals schon mehr Siege eingefahren hat, als Niederlagen möglich sind. Trotz des unabstreitbaren Erfolges, stößt das Team aus Pittsburgh auf viele Kritiken und hat aufgrund langer guter Leistungen viele Neider. Somit ist bei einer so erfolgreichen Saison 2020 mit viel Kritik zu rechnen. Viele führen an, dass das Team aus Pittsburgh das schlechteste ungeschlagene Team aller Zeiten sein soll. Doch ob das stimmt, oder ob es nur lose Anschuldigungen sind, wird im Folgenden geklärt.

ÄRA TOMLINS UND AUFBAU EINES SUPERTEAMS

Nachdem Bill Cowher (HC, 63) seine Karriere beendete, brauchte Pittsburgh einen neuen Headcoach. Die Aufgabe brachte großen Leistungsdruck mit sich, da das Franchise seit Jahrzehnten ein meist guter Playoffkandidat war. Nachfolgen sollte Mike Tomlin, welcher zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre alt war und nur ein Jahr als Defensive-Coordinator in Minnesota verbracht hatte. Er baute schnell ein starkes Team auf und schaffte es in seinen ersten fünf Jahren zweimal in den SuperBowl, wo er 2008 über die Cardinals siegte und 2010 den Packers unterlag. Nach einigen unterdurchschnittlichen Jahren, in welchen man trotzdem nie einen Losing-Record hatte, wurde 2016 das AFC Championship Game erreicht, welches man leider verlor. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Team schon mit unglaublichen Spielern ausgestattet. Der unumstritten beste Spieler im Kader war vermutlich Antonio Brown (WR, 32). In der Spanne von 2013-2018, hatte er durchschnittlich 1524 Receiving Yards und 11 Touchdowns. Ein weiterer Leistungsträger war Le’Veon Bell (RB, 28), welcher von 2014-2017 auf Laufversuche einen Durchschnitt von 4.6 Yards erreichte. 

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Diese zwei Leistungsträger gepaart mit einem konstanten Big Ben (QB, 38), einer guten O-Line und einer Defense mit Schlüselspielern wie T.J Watt (OLB, 26), Ryan Shazier (MLB, 28) und Stephon Tuitt (DE, 27) versprachen eine gute Chance auf eine weitere SuperBowl Teilnahme. Doch es sollte anders kommen.

PROBLEME MIT STARS UND UNGLÜCK

Nach einem Halbfinale in 2016, ging es drei Jahre lang bergab. Star- Runningback Le’Veon Bell wollte mehr Geld und konnte sich so mit dem Franchise auf keine Verlängerung einigen. Das führte dazu, dass er androhte im Jahre 2017 nicht zu spielen. Die Steelers blieben unbeeindruckt und boten ihm nur den Franchsie Tag an, was dazu führte dass er das Jahr aussaß und Pittsburgh auf den All-Pro verzichten musste. Schlimmer kam es, als der Spielmacher Ryan Shazier sich am 04.12.2017 verletzte. Man dachte zuerst an ein vorzeitiges Saisonende, aber nach einiger Zeit war klar, dass jene Verletzung zu gefährlich ist, um jemals wieder zu spielen. 2017 erreichte man dann geschwächt die Playoffs und wurde im ersten Spiel eliminiert. 

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2018 wurde noch einmal eine Schippe drauf gesetzt. Antonio Brown stieg der Ruhm zu Kopf und er verzeichnete einige Vergehen wie zum Beispiel Möbel aus seinem Wohnungsfenster zu werfen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen zu ignorieren. Das eskalierte soweit, dass Brown einen riesigen Streit mit Roethlisberger und dem Offensive-Coordinator Randy Fichtner (57) hatte und infolgedessen im letzten Saisonspiel auf der Bank sitzen musste. Er verließ das Team daraufhin. Trotz all des Dramas und der Kritik am Coaching-Staff muss man Tomlin zu Gute halten, dass er trotz wenigem Talent 2018 und 2019 ohne Ben Roethlisberger, welcher sich verletzt hatte, nie einen negativen Rekord hatte.

OFFSEASON 2020

Die Offseason der Steelers war nicht besonders aufregend. Man verlor an Startermaterial nur Javon Hargrave (DT, 27). Die zwei markantesten Neuzugänge waren Free Agent Eric Ebron (TE, 27) mit einem Zweijahresvertrag über 12 Millionen Dollar und Avery Williamson (ILB, 28), der für einen Fünftrundenpick von den New York Jets losgelöst wurde. Mehr Einfluss hatte ein Trade der in der 2019 Season mit den Miami Dolphins durchgeführt wurde. Man konnte Minkah Fitzpatrick (S, 24) für sich gewinnen, gab aber einen Erstrundenpick auf. Diese Investition sollte sich gewaltig lohnen. Mit Fitzpatrick kam ein ganz anderes Klima in die Verteidigung und man avancierte über die Saison zu einer der drei Besten. In 10 Spielen schaffte er es schon 4 Interceptions zu  fangen.

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Im NFL Draft wurde wegen des Fitzpatrick Trades kein Spieler in der ersten Runde ausgewählt. In der zweiten Runde sicherte man sich jedoch Chase Claypool (WR, 22). Er gehört sicherlich zu den besten drei Receivern im diesjährigen Draft, was eine sehr gute Leistung ist, wenn man all das ganze Talent berücksichtigt. Er verzeichnet 559 Yards und unglaubliche 8 Touchdowns.

DIE GLORREICHE SAISON

Der grandiose Saisonstart wurde von niemandem vorausgesehen. Man befand sich in einer Division mit den Baltimore Ravens, die letztes Jahr den besten Rekord der NFL hatten und den Cleveland Browns, die auch Playoffhoffnungen hegten. Des Weiteren ist Ben Roethlisberger von einer Verletzung zurück, bei der man nicht weiß, ob er noch 100% seiner Leistung abrufen kann. Warum sagen nun manche, dass das Team nicht so gut ist, wie der Rekord zeigt. Auffallend ist, dass fünf Spiele in One-Possesion Games endeten und vor allem die Wochen 7-9 warfen Fragen auf. Man gewann gegen starke Titans mit drei Punkten Abstand und gegen die Divisionsrivalen aus Baltimore mit vier Punkten. Die verletzungsgeplagten Cowboys schlug man, nach Rückstand, nur mit fünf Punkten. Weiterhin gingen die  Steelers mit dem zweitleichtesten Spielplan in die Saison. Sie spielten in den ersten 10 Wochen nur gegen 3 Teams, welche einen positiven Rekord hatten.

Trotz des leichten Spielplans, sollte man Pittsburgh nicht unterschätzen. Sie haben vermutlich die stärkste Defense der Liga. Vor allem die Front-4 (Defensive Tackles/Ends und Outside Linebackers) sind unglaublich stark. T.J. Watt (OLB, 26) verzeichnet neun Sacks, Bud Dupree (OLB, 27) acht und Stephon Tuitt (DE, 27) sieben. Das entspricht Platz 3, Platz 5 und Platz 9. Wenn man drei Spieler in dieser Liste vorzuweisen hat, spricht das für sich. Die Linebacker werden von Youngster Devin Bush (ILB, 22) angeführt, welcher das Jahr jedoch durch eine Verletzung verpasst. Somit zählt dieser Teil als kleine Schwachstelle. Die Passverteidigung wird von den zwei Cornerbacks Steven Nelson (27) und Joe Haden (31) gefestigt und von Star Safety Minkah Fitzpatrick (24) abgerundet. Die Offense sollte eigentlich nur gerade so viel tun, dass die Defense Spiele gewinnt, doch sie tut um einiges mehr. Man stellt den viertbesten Angriff der Liga. Ben Roethlisberger spielt auf gewohnt hohem Niveau und hat mit Tight End Eric Ebron (27) und drei Top Receivern in JuJu Smith-Schuster (24), Diontae Johnson (24) und Rookie Chase Claypool (22) sehr gute Anspielstationen. Die drei Receiver kombinieren Statistiken für 1631 Yards und 19 Touchdowns. Die Offensive- Line und Runningback James Conner (25) tragen genauso ihren Teil bei und runden eine komplette Offense und ein komplettes Team gut ab.

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AUSBLICK AUF DIE ZUKUNFT

Die Zukunft bringt viele große Hoffnungen mit, welche aber alles andere als in Stein gemeißelt sind. Dieses Jahr wird man es in den Playoffs ziemlich weit bringen und vermutlich in das Championship Game kommen (Vielleich auch in den SuperBowl…?), doch die Jahre danach werden interessant. Gleich bleibt das Coaching. Mike Tomlin ist im besten Alter und zeigt keine Anzeichen aufzuhören. Die Defense, rund um Watt, Bush, Nelson und Fitzpatrick stellt einen Kern, der noch längere Zeit auf Topform spielen kann und wird. Die Offensive Line ist mit Stars wie DeCastro (OG, 30) Pouncey (C, 31) und Villanueva (OT, 32) gut aufgestellt, wird die nächsten Jahre aber einen Umbruch brauchen. Im draften von Receivern sind die Steelers, vermutlich das beste Franchise der NFL. Das Team besteht schon nahezu nur aus jungen Receivern, die alle noch lange gut spielen werden und dem Franchise weiterhelfen. Das große Fragezeichen ist jedoch die wichtigste Position auf dem Platz. Quarterback Roethlisberger ist mit 38 Jahren auf jeden Fall kurz vor seinem Karriereende und als Franchise muss man sich trotz jetziger Erfolge nach neuen Optionen umschauen.

Wenn das Front Office einen würdigen Nachfolger findet, werden die Steelers bis an die Spitze der Liga klettern und dort für lange Zeit verweilen. Da wird auch eine starke AFC North rund um die Playoffkandidaten aus Baltimore und Cleveland und das von Joe Burrow (QB, 23) angeführte Franchsie aus Cincinnati nichts dran ändern können.

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