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San Francisco 49ers – Erneut Oben Dabei?

SAN FRANCISCO 49ERS – ERNEUT OBEN DABEI?

Die erste Woche der neuen NFL Saison lief für die San Francisco 49ers richtig gut. Früh konnte man eine hohe Führung gegen die Detroit Lions erlangen und ging mit 31:10 in die Pause. In der zweiten Halbzeit tat man nur noch das Nötigste, was für das schwache Team aus der NFC North nach unnötigem Zittern, aber doch ausreichte. Nachdem man 2019 richtig stark in den Super Bowl einzog, folgte eine von Verletzungen und Enttäuschungen durchzogene Spielzeit, in der man den letzten Rang in der eigenen Division belegte. Nun will das Team wieder zurück zu alter Stärke finden und zeigen was in ihnen steckt. Können die 49ers wieder oben mitspielen?

Starke Rückkehrer

Head Coach Kyle Shanahan (41) freut sich, endlich kann er wieder aus den Vollen schöpfen. Wichtige Leistungsträger kehrten nach langen Pausen zurück. Mit unter ihnen Quarterback Jimmy Garapollo (29), den das Verletzungspech in den letzten Jahren zu verfolgen schien. Seitdem der Passgeber als Starter für die 49ers in die Saison ging, konnte er von 54 Partien gerade einmal 31 bestreiten. In nur einem Jahr blieb er frei von Verletzungen und unterlag mit seiner Mannschaft schlussendlich den Kansas City Chiefs im großen Finale. Mit Wide Receiver Deebo Samuel (25) und Star Tight End George Kittle (27) kehrten noch zwei weitere Sorgenkinder von 2020 zurück, beide laborierte lange an mehreren Verletzungen.

Auch in der Defensive kamen zwei besonders wichtige Säulen der vordersten Front zurück. Ausnahme Pass Rusher Nick Bosa (23) und sein Partner in der Defensive Line, Dee Ford (30) verletzten sich in den ersten beiden Wochen des letzten Jahres. Zuerst musste Ford nach dem ersten Spieltag wegen einer Rückenverletzung die Segel streichen. Eine Woche später riss sich Bosa dann das Kreuzband. Ihre enorme Wichtigkeit konnten sie am Sonntag wieder einmal unter Beweis stellen, als sie jeweils mit einem Qurterback Sack den Weg zum Sieg ebneten.

Mit den beiden Rückkehrern stellen die 49ers eine der besten D-Lines der gesamten NFL. Neben den bereits genannten, laufen Arik Armstead (27) und Javon Kinlaw (23) auf. Während Armstead mit seiner starken 2019er Saison bereits sein Können unter Beweis stellen konnte, damals mit zehn Sacks, wartet man beim letztjährigen First Round Draftpick Kinlaw noch auf den großen Durchbruch.

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Doch auch einen großen Verlust musste man in San Francisco verbuchen. Defensive Coordinator Robert Saleh (42), bekannt für seinen hitzigen Coaching Stil, verließ die Franchise. Er fühlt sich zu größerem berufen und unterzeichnete einen Vertrag im Big Apple. Als Head Coach der New York Jets ging es für ihn in die neue Spielzeit. Sein Nachfolger ist DeMeco Ryans (37), der von 2006 bis 2015 als Middle Linebacker in der NFL auflief. Seit 2017 war er erst als Assistent und danach als Linebacker Coach Tätig. Für den noch recht jungen Trainer und zweimaligen Pro Bowler, folgt nun eine große Herausforderung.

Offensive Vielseitigkeit

Von den beiden Comeback Spielern der Defensive, zu den dreien in der Offensive. Denn auch diese konnten ihre Wichtigkeit darbieten. Jimmy G lieferte eine Partie ohne Fehler, passte für insgesamt 314 Yards, einen Touchdown und zeigte eine tolle Verbindung mit seinem Receiver Samuel. Denn dieser erwischte bis auf einen Fumble im letzten Quarter, der die Partie beinahe noch einmal spannend machte, einen wahren Sahnetag. Neun Receptions für 189 Yards und einen Touchdown sprechen für sich. Der Zweitrunden Pick von 2019 könnte zum Nummer Eins Receiver an der Golden Gate Bridge avancieren. Besonders weil der First Round Pick von 2020, Brandon Aiyuk (23), scheinbar wegen zwischenmenschlicher Probleme zurückstecken muss. Tight End George Kittle wurde hingegen ebenfalls gerne von seinem Signal Caller gesucht und kam auf vier Catches für 78 Yards Raumgewinn.

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Nur im Backfield kann man wieder nicht aus den Vollen schöpfen. Raheem Mostert (29) fehlte schon letztes Jahr für acht Wochen und musste das Feld am Wochenende erneut früh verlassen. Bereits nach seinem zweiten Lauf zog er sich die nächste Verletzung zu. Wie die 49ers verkündeten, wird es auch diesmal eine lange Pause sein. Am Montag setzte man den Ballträger auf die Injured Reserve List. Eine Knie Operation steht an und das Saisonaus im Raum. Davon ließ man sich während der Begegnung mit den Lions allerdings keineswegs aus der Ruhe bringen. Denn wie schon 2020 scheint beinahe jeder Runningback hinter der O-Line der 49ers zu seiner Bestform aufzulaufen. Während sich da noch Jeff Wilson (25), Jerick McKinnon (28) und Jamycal Hasty (24) die Workload teilten, blühte gegen Detroit besonders ein Mann richtig auf. Rookie Elijah Mitchell (23) sah richtig spritzig aus und kam bei seinem Debüt auf über 100 Rushing Yards und einen Touchdown. Mit seiner Effektivität er wird dieses Jahr wahrscheinlich die alleineige Nummer eins im Backfield sein. Auch seine College Statistiken zeigen, dass der in der sechsten Runde ausgewählte Runningback, die erste Geige spielen kann.

JahrCollegeRushesRushing YardsRushing TD´s
2017Louisiana422574
2018Louisiana 14698513
2019Louisiana198114716
2020Louisiana 1418788

Enges Rennen

Die Konkurrenz in der NFC West ist so groß wie in kaum einer anderen Division. In den letzten sechs Jahren stand am Ende jede der vier Franchises mindestens einmal an der Spitze, zweimal die Seahawks, ebenso zweimal die Rams und jeweils einmal die Cardinals und die 49ers. In den meisten anderen Divisions ist diese Ausgeglichenheit nicht der Fall, so manch eine Franchise dominierte die eigene dort für viele Jahre. Angeführt von Russell Wilson (32) gelten die Seattle Seahawks wohl wieder als Favorit, doch egal ob die jungen Wilden der Arizona Cardinals rund um Kyler Murray (24) oder die 49ers, in der NFC West kann es große Überraschungen geben. Und dann gibt es da noch die Los Angeles Rams, die mit dem Stafford – Goff Trade richtig für Aufruhr sorgten. Alle diese vier konnten in Woche eins mit einem Sieg starten, alle vier präsentierten sich schon jetzt gut in Form. Es ist also alles angerichtet, für einen engen Kampf um die Playoffs bei dem Francisco definitiv ein ordentliches Wörtchen mitzureden hat.

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