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Sind die Kansas City Chiefs bereit für den großen Wurf?

Sind die Kansas City Chiefs bereit für den großen Wurf?

In der Regular-Season gab es speziell ein Team das mit extrem attraktivem Offensiv-Football auf sich aufmerksam machte. Die Kansas City Chiefs. Mit durchschnittlich über 425 Yards und 35,3 Punkten pro Partie stehen sie alleine an der Spitze der NFL. In den letzten fünf Jahren schafften es die Chiefs viermal in die Playoffs, flogen aber jedes Mal spätestens in der Divisional-Round raus. Dreimal davon als Spitzenreiter in der eigenen Divison, der AFC-West, allesamt recht enttäuschende Resultate. Können die Chiefs den Playoff-Fluch ihrer jüngsten Vergangenheit endlich überwinden und zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte in das AFC-Championship-Game einziehen?

unvergleichliche Punktefabrik

Weshalb Kansas City die Regular-Season mit zwölf Siegen zu vier Niederlagen abschloss, lag allem voran an der extrem starken Offensive. Vor der Spielzeit setzten die Verantwortlichen alles auf eine Karte, tradeten Alex Smith (34, QB) zu den Washington Redskins, um mit einem völlig unbeschriebenen Blatt ein neues Zeitalter einzuleiten. Patrick Mahomes (23, QB) ist seitdem die neue Nummer Eins in Kansas.

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Und das, doch etwas überraschend, mit vollem Erfolg. In seiner ersten Saison als Starter passierte er bereits die magische Grenze von 5000 Passing-Yards, was nicht viele Quarterbacks von sich behaupten können. Außerdem ist er erst der dritte Spieler hinter Legenden wie Tom Brady (41, QB) und Peyton Manning (42, QB) die es schafften 50 Touchdown-Pässe zu erzielen. Mit nur 23 Jahren und im zweiten Jahr in der Liga schreibt er schon jetzt Geschichte.

Seine beiden Lieblingsziele im Passspiel sind Tight End Travis Kelce (29) und Wide Receiver Tyreek Hill (24). Beide fingen Pässe für über 1300 Yards Raumgewinn und mindestens zehn Touchdowns. Doch Mahomes fand in der Endzone sogar noch zehn weitere Spieler. Er verteilt die Bälle also auf sehr viele Ziele, was ein weiterer Grund für das Offensivfeuerwerk ist.

Top-Receiver Kansas CityReceptionsReceiving YardsTD
Travis Kelce (TE)103133610
Tyreek Hill (WR)87147912
Sammy Watkins (WR)405193
Chris Conley (WR)323345
Kareem Hunt (RB)263787

Rückschlag nach Woche 11

Nach Woche elf musste man einen herben Rückschlag hinnehmen. Kareem Hunt (23, RB) wurde zu Recht von der NFL gesperrt. Der Runningback wurde von einer Überwachungskamera gefilmt, als er in einem Hotel eine Frau schlug und anschließend trat. Eine Tat die auch die Verantwortlichen der Chiefs schwer verurteilten. Rein sportlich gesehen, verloren sie allerdings einen ihrer wichtigsten Bausteine im Angriff.

Nach seiner dominanten Rookie-Saison im letzten Jahr, war Hunt drauf und dran gleich zum zweiten Mal die magische Marke von 1000 Rushing-Yards zu passieren. Nach elf spielen hatte er bereits über 800 Yards und sieben Touchdowns auf dem Konto. Außerdem war er bis dahin die drittliebste Anspielstation des Quarterbacks. Nach der Sperre konnte keiner der weiteren Runningbacks den Platz für sich beanspruche und die Snaps wurden zwischen Damien Williams (26) und Spencer Ware (27) aufgeteilt. Zusammen ergänzen sich die Beiden richtig gut und präsentieren ein Laufspiel auf dem sich definitiv aufbauen lässt.

der Vater des Erfolgs

Mit ihrem Head Coach Andy Reid (60) können die Chiefs ein Urgestein der NFL ihr Eigen nennen. Der Offensivspezialist ist bereits 36 Jahren als Coordinator und Coach an Colleges sowie in der NFL tätig. Davon 20 als Head Coach in der höchsten Football Liga. Auf seinem Weg durch NFC und AFC sammelte er ein enormes Fachwissen und unglaublich viel Erfahrung. Kein anderer Coach gilt als ein solches Genie im Angriff wie Reid. Als Quarterback-Coach bei den Greenbay Packers war er ein Grund für das starke Spiel von Brett Favre (49, QB), welcher die „Cheeseheads“ schließlich zum Superbowl-Sieg über die New England Patriots führte.

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Auch einige seiner ehemaligen Schüler sind heute selbst Cheftrainer in der Liga. Ron Rivera (57) coacht die Carolina Panthers, John Harbaugh (56) ist seit diesem Jahr Head-Coach der Baltimore Ravens und Doug Pederson (50) feierte jüngst wieder große Erfolge als Hauptübungsleiter der Philadelphia Eagles. In seinen fast 30 Jahren in der NFL hinterließ Coach Reid schon tiefe Spuren und hat sich einen enormen Namen gemacht.

Die zwei Gesichter der Defensive

Doch so gut das Team offensiv punktet, so schwach präsentieren sie sich in der Verteidigung. Zu viel lassen besonders die Defensive-Backs zu. Mit 405,5 gesamten Yards pro Partie, davon 273,4 durch Pässe, belegen sie jeweils den vorletzten Platz der gesamten NFL. Mit 421 zugelassenen Punkten sind sie unter den zehn schlechtesten Verteidigungen der Liga.

Schaut man sich die Defensivspezialisten der Chiefs dann etwas genauer an, fällt aber eines auf. Im Pass-Rush ist Kansas City eines der gefährlichsten Teams, besonders weil sie überdurchschnittlich viele Ballverluste forcieren. Ganze 29 Fumbles erzwangen sie in der regulären Saison, hier ist nur die Monster-Defensive der Baltimore Ravens (30) besser. Auch in punkto Sacks präsentiert sich die Front-Seven überragend. 52 Mal brachten sie gegnerische Quarterbacks zu Boden, damit sammelten sie die meisten Sacks aller Teams.

Teams mit den meisten SacksSacksForced Fumbles
1.Kansas City Chiefs5229
2.Pittsburgh Steelers5215
3.Chicago Bears5019
4.Minnesota Vikings509
5.New Orleans Saints4919

Ein Duo ist hauptverantwortlich für diese Statistiken. Defensive End Chris Jones (24) und Linebacker Dee Ford (27) verbreiteten Angst und Schrecken bei Offensive-Lines in der gesamten Liga. Jones sammelte 15.5 Quarterback-Sacks und forcierte zwei Fumbles, Ford brachte gegnerische Spielmacher 13 Mal zu Boden und erzwang sogar sieben Ballverluste. Hätte die Franchise in der Secondary für gute Verpflichtungen gesorgt, kann man sich nur ausmalen was die Chiefs für ein großartiges Gesamtpaket vorweisen könnten.

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bereit für den Titel?

Am Sonntag sind nun die Indianapolis Colts, mit Comeback-Quarterback Andrew Luck (29), zu Gast im Staate Missouri. Das „Arrowhead Stadium“  in Kansas City zählt als eines der lautesten der gesamten NFL, was auf jeden Fall Vorteile für das Heimteam schafft. Die Colts reisen mit einem waren Lauf Richtung Westen. Zehn ihrer letzten elf Partien konnten sie für sich entscheiden, mit dabei auch die siegreiche Begegnung der letzen Woche, mit den Houston Texans. Indianapolis spielte, wie in der gesamten Regular-Season, offensiv sehr effektiv und verteidigte brutal gut, sodass Houston auf gerademal sieben Punkte kam.

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Somit bekommen die Chiefs ein sehr schweres Los für die Divisonal-Round, wobei es hier sowieso keine einfachen Gegner mehr geben sollte. Nun gilt es, um es in den Playoffs möglichst weit zu schaffen, an den letzten Stellschrauben bei Cornerbacks und Safetys zu drehen. Es wäre an der Zeit endlich mal wieder Richtung Superbowl zu marschieren und nach 1970 die Vince-Lombardi-Trophy zum zweiten Mal ins „Chief´s Kingdom“ zu holen.

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