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Tennessee Titans – Wohin Geht Die Reise?

Tennessee Titans – wohin geht die Reise?

In der AFC-South belegen die Tennessee Titans momentan den zweiten Platz hinter den wiedererstarkten Houston Texans. Die Playoffs sind noch in Reichweite, es gibt aber genügend Konkurrenz in der AFC, besonders in der eigenen Division. Seit dieser Saison hält mit Mike Vrabel (43) ein neuer Head Coach die Zügel in der Hand. Wohin geht also die Reise für die Tennessee Titans?

seit jahren nur durchschnitt

Seit 2010 schaffte es die Franchise aus Nashville lediglich dreimal, die Saison mit einem positiven Standing abzuschließen. Alle drei male standen sie am Ende bei neun Siegen zu sieben Niederlagen. Nur in der letzten Spielzeit schafften sie es mit viel Glück doch noch in die Postseason. Und auch dieses Jahr sieht es alles andere als rosig für die Titans aus.

Als man sich im Jahr 2015 an Position zwei im Draft für den Quarterback Marcus Mariota (25) entschied, hoffte man den lang ersehnten Franchise Player zu bekommen. In seinem Rookie-Jahr präsentierte er sich auch nicht schlecht, in der Folgesaison konnte er seine Leistung steigern. Letztes Jahr ein Rückschritt, er warf mehr Interceptions als Touchdowns. Im Großen und Ganzen spielt er nicht herausragend, aber passabel  – eben wie das ganze Team, nur durchschnittlich.

JahrPass. YardsPass. TD´sInt.
201528181910
20163426269
201732321315

große fußstapfen

Der junge, mobile Quarterback hat ein schweres Erbe. Mit Steve McNair und Warren Moon hatten die ehemaligen Oilers in den 80ern, 90ern und frühen 2000ern zwei namhafte Quarterbacks in ihren Reihen. Zu dieser Zeit standen sie auch regelmäßig in den Playoffs. In jüngerer Vergangenheit konnte Mariota dieses Erbe noch nicht erfüllen, überzeugte außerdem nur phasenweise. Nun spielt er im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags und somit um seine berufliche Zukunft. Liefert er auch dieses Jahr weiterhin unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Statistiken ab, ist offen ob die Titans ihn mit einem neuen Vertrag ausstatten oder sich nach einem anderen Spielmacher umsehen.

schwache offensive – gute defensive

Tennessee erzielte bisher gerademal 106 Punkte (15.1 Punkte pro Spiel), ein unterirdischer Wert, auf dem vorletzten Platz der gesamten NFL. Gerademal 1211 Yards legten sie mit Pässen zurück, ebenfalls der zweitschlechteste Wert der NFL. Mariota bekommt aber auch wenige Möglichkeiten sich im Passspiel zu beweisen, nur  197 mal durfte er in sieben Spielen das Leder werfen. Auch hier die zweitwenigsten Versuche in der Liga. In allen hier genannten Statistiken sind übrigens nur die Buffalo Bills noch schlechter, gegen die man in Woche fünf mit 12:13 verlor.

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Im Laufspiel präsentieren sich die Titans ähnlich, hier legen sie zwar mittelmäßig viele Yards zurück, erliefen allerdings auch erst drei Touchdowns. Hier bleiben die beiden Runningbacks Dion Lewis (28, 277 Rushing Yards) und Derrick Henry (24, 273 Rushing Yards) hinter ihren Erwartungen. Wobei man bei Lewis sagen muss, dass dieser eher als Passempfänger aus dem Backfield eingesetzt wird. In den letzten Spielen gelang dies den Titans auch immer besser. Das könnte auch in den nächsten Partien der Schlüssel zu weiteren Siegen sein.

Auf der anderen Seite des Feldes liefert zumindest die Defensive ordentlich ab. Nur 18.1 Punkte lassen sie pro Spiel zu, Top drei der NFL. Hier ist die Passverteidigung definitiv ihr Prunkstück, nur neun Bälle wurden vom Gegner in der Endzone gefangen. Außerdem lassen sie pro Spiel nur knapp über 226 Yards durch die Luft zu, der achtbeste Wert der Liga. Im Lauf geben sie zwar einiges an Yards ab, geht es aber Richtung Redzone, schafften es ihre Gegner bisher nur dreimal das Ei in die Endzone zu tragen. Gute Werte auf denen sich eine solide Defensive aufbauen lässt.

keine superstars oder playmaker

Wo also das wahre Problem liegt ist klar, man schafft es schlicht und ergreifend nicht genügend Punkte aufs Board zu bringen. Im Kader der Titans gibt es kaum große Namen, von Superstars ganz zu schweigen. Mit Taylor Lewan hat man einen der besten Left Tackles im Team, ihr vielleicht bester Spieler. Mit ihm verlängerten man erst kürzlich den Vertrag und machten ihn noch vor der Saison zum bestbezahltesten Offensive Lineman der Liga ($ 80 Mio. in fünf Jahren).

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2017 hoffte man einen Superstar im Draft gezogen zu haben. An fünfter Stelle wählte Tennessee Corey Davis (23) aus, doch auch er erfüllt bei Weitem nicht was er auf dem College versprach. Lediglich gegen den amtierenden Superbowl Champion, den Philadelphia Eagles konnte er im September sein Talent aufblitzen lassen. Mit neun Catches für 161 Yards und einem Touchdown erwischte er einen Sahnetag.

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anspruchsvolles restprogramm

Jetzt kommen die Tennessee Titans ausgeruht aus der Bye Week und müssen gegen die inkonstanten Dallas Cowboys ran, eine machbare Aufgabe. Der weitere Spielplan zeigt ein anspruchsvolles Restprogramm. Zwar könnte man die beiden Franchises aus New York und die Jacksonville Jaguars durchaus bezwingen. Gegen die New England Patriots, Houston Texans und zweimal gegen den Rivalen aus der eigenen Division, den Indianapolis Colts, wird es schwer Land zu sehen.

WocheGegnerStanding
9@Dallas Cowboys3-4
10vs. New England Patriots6-2
11@Indianapolis Colts3-5
12@Houston Texans5-3
13vs. New York Jets3-5
14vs. Jacksonville Jaguars3-5
15@New York Giants1-7
16vs. Washington Redskins5-2
17vs. Indianapolis Colts3-5
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