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Warum Sind Die Kansas City Chiefs So Eingebrochen?

Warum Sind Die Kansas City Chiefs So Eingebrochen?

Angesichts des überragenden Starts der Kansas City Chiefs, finde ich die Frage durchaus berechtigt! Warum sind die Kansas City Chiefs so eingebrochen? Schließlich startete man mit fünf Siegen in Folge. Und nicht nur, dass man fünf Mal in Folge gewann, man tat dies unter anderem gegen die New England Patriots (10 – 2 – 0) und Philadelphia Eagles (10 – 2 – 0)!

Traumstart Trotz Hammer Gegner

Vor der Saison wurde sicherlich dem ein oder anderen Chiefs Fan schon etwas bange, wenn man auf das Auftaktprogramm geschaut hat. Zur Saisoneröffnung bei den New England Patriots anzutreten ist wohl immer sehr undankbar. Doch Kansas City lachte der Gefahr ins Gesicht und fertigte den amtierenden Super Bowl Champion im heimischen Foxborough mit 42 – 27 ab! Was man speziell in der zweiten Halbzeit ablieferte wahr möglicherweise mit das Beste, was die Chiefs unter Head Coach Andy Reid (59) zeigten.

Nur eine Woche später wollte Reid das Kunststück wiederholen. Gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber gelang es ihm erneut sein Team gut einzustellen und so besiegte man auch Philadelphia. Erst im Nachgang wird einem bewusst wie stark die Leistung letztlich war. Die Eagles sind wahrlich nicht als Super Bowl Kandidat gestartet, kristallisierten sich jedoch im Laufe der Saison als solcher heraus. Letzten Sonntag kassierte das Team von Doug Pederson (49, Head Coach, Eagles) erst die zweite Saison Niederlage.

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Getragen von der Euphorie besiegte man im Anschluss auch die Los Angeles Chargers (6 – 6 – 0), Washington Redskins (5 – 7 – 0) und den letztjährigen Playoff Teilnehmer, die Houston Texans (4 – 8 – 0). Es schien so als könnte es ewig so weiter gehen. Dann kamen jedoch zwei knappe Niederlagen gegen die Pittsburgh Steelers (10 – 2 – 0) und Oakland Raiders (6 – 6 – 0). Während man bei den Steelers einen TD zu wenig erzielte, unterlag man bei den Raiders mit gerade mal einem Punkt. Seither ist die Luft etwas raus.

Nach der jüngsten Niederlage am vergangenen Wochenende gegen die New York Jets (5 – 7 – 0) muss man sich ernsthaft Gedanken machen. Wie konnte denn aus einem 5 – 0 – 0 nun ein 6 – 6 – 0 werden? Nicht nur, dass man die AFC souverän anführte, man zeigte ja, dass man bei den großen Teams mithalten kann. Was ist also passiert?

Das Prunkstück Wird Zum Sorgenkind

Angesichts der aktuellen Lage muss man klar sagen, es gibt nicht einen einzelnen Schuldigen. Ich meine Quarterback Alex Smith (33) spielt statistisch gesehen die Saison seines Lebens. Auch Rookie Kareem Hunt (22, RB) kann sich bisweilen realistische Chancen auf den „Rookie Of The Year“ Award machen. Hunt spielt eine exzellente Saison und verblüffte vor allem zu Beginn der Spielzeit.

An seiner Seite hat er noch Passempfänger wie Tyreek Hill (23, WR) und Travis Kelce (28, TE) die ebenfalls überzeugten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Chiefs zu den besten Offensiven der Liga gehören. Dies war in den vergangenen Jahren nicht der Fall. Sonst bestach nämlich immer die Defensive der Chiefs. Auf diese kann man sich mittlerweile aber nicht immer verlassen.

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Fairerweise muss man aber ganz klar erwähnen, dass trotz der oben aufgezählten guten Spieler und Leistungen drei Niederlagen ganz klar auf das Konto der Offensive gehen. Gegen die Dallas Cowboys, New York Giants und Buffalo Bills erzielte man zusammen gerade mal schwache 36 Punkte und das obwohl man auch nur 56 kassierte. Mit einer besseren Leistung hätte man hier das ein oder andere Spiel gewinnen müssen.

Allerdings gab es in dieser Saison auch schon viele Spiele in denen man auf die starken individuellen Leistungen der Offensive zurückgreifen musste oder es dann sogar die Verteidigung herschenkte. Egal ob Pass oder Lauf, man lässt einfach zu viele Yards zu. Das man mit 22.8 Punkte im Schnitt zwar zum Mittelfeld der Liga gehört liegt einzig und allein daran, dass man es dann doch irgendwie schafft den Gegner oftmals bei Field Goals zu halten oder Turnovers erzeugt. Auf Dauer ist dies aber ein Spiel mit dem Feuer.

Gegen die Jets hat man gesehen, wie es dann auch mal gehen kann. Obwohl die Offensive gut spielte und 31 Punkte erzielte, schaffte man es nicht die New Yorker auszuschalten. Am Ende verlor man mit 38 – 31. Zu selten schafft es die Verteidigung ihren Stempel aufzudrücken. Somit darf man sich erneut, nicht über die Niederlage wundern.

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Kansas schafft es einfach nicht mehr ein Spiel in beiden Teilen der Mannschaft souverän zu spielen. Entweder spielt die Offensive gut oder die Defensive und das ist dann auf Dauer zu wenig gewesen. Fehler werden in dieser Liga bestraft. Vor allem wenn man sich immer nur, je nach Tagesleistung, auf ein Teil der Mannschaft verlassen kann.

Warum die Defensivleistungen so eingebrochen sind? Nun ja ich würde sagen, dass die Defensive alt geworden ist. Sind wir doch mal ehrlich. In den vergangenen Jahren war es sehr unangenehm gegen die Chiefs zu spielen. Die Verteidigung hatte alles was man sich wünscht. Pass Rush, starke Passverteidigung, solide gegen den Lauf. Wer sich mal das Alter von einigen Leistungsträgern aus den vergangenen Jahren anschaut, der wird feststellen, dass man hier auf einigen Schlüsselpositionen wohl schon über den Zenit ist.

Nur um mal drei zu nennen, Derrick Johnson (35, MLB), Tamba Hali (34, OLB) und Ron Parker (30, FS), sind bei weitem nicht mehr das was sie noch vor Jahren wahren. Hinzu kommt noch die schwere Verletzung von Pro Bowler Eric Berry (28, SS). Die Jungen die nachkommen sind entweder noch nicht so weit oder sind schlicht und einfach nicht akkurat. Mit der jüngsten Verpflichtung von Darrelle Revis (32, CB) hat man in meinen Augen schon bewiesen, wie verzweifelt man ist. Revis war einer der besten Cornerbacks die je in der NFL gespielt haben, aber so leid es mir tut. „Revis is done!“

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Wir halten also fest, die inkonstante Leistung der Offensive gepaart mit der überwiegend schwachen Leistung der Defensive haben die Anfangseuphorie verpuffen lassen. Es muss ein erneuter Turnaround her, ansonsten läuft man tatsächlich Gefahr den schon sicher geglaubten Divisionssieg in der AFC West an die Los Angeles Chargers oder Oakland Raiders zu verlieren. Dann könnte es auch für Andy Reid eine unangenehme Offseason werden. Ja, so schnelllebig ist die NFL.

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